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Mieten oder Steuern: Aargau oder Solothurn? Wo sparen Familien 2026 wirklich?

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 52 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Die Schweiz ist teuer – das ist kein Geheimnis. Doch wer im „magischen Dreieck“ zwischen Zürich, Basel und Bern lebt, steht vor einer knallharten Rechenaufgabe: Lohnt sich der Kanton Solothurn mit seinen günstigen Mieten, oder fährt man im steuerlich attraktiveren Aargau besser? Ein Faktencheck am Beispiel einer Familie mit zwei Kindern.


KI-generiertes Bild von Gemini.
KI-generiertes Bild von Gemini.

Wer heute als Familie mit zwei Kindern den Umzugswagen packt, schaut nicht mehr nur auf die Aussicht. Die monatlichen Fixkosten – Miete, Krankenkasse, Strompreise und Steuern – sind zu einem komplexen Puzzle geworden. Im Jahr 2026 hat sich dieses Bild nochmals verschärft. Während die Krankenkassenprämien schweizweit erneut gestiegen sind (mit der prominenten Ausnahme Zug), entscheiden oft Details darüber, ob am Ende des Monats 500 Franken mehr oder weniger auf dem Sparkonto landen.


Der „Solothurn-Effekt“: Wohnen als Sparschwein


Für den Kanton Solothurn spricht 2026 ein unschlagbares Argument: der Wohnraum. In Städten wie Grenchen, Olten oder den Gemeinden im Gäu sind die Mietpreise im Vergleich zum nationalen Durchschnitt moderat geblieben. Eine moderne 4,5-Zimmer-Wohnung ist hier oft noch für 1.700 bis 2.000 Franken zu finden. Aber Vorsicht. Die lokalen Strompreise sind je nach Gemeinde extrem hoch. So verfügt beispielsweise die Gemeinde Kestenholz über die höchsten Strompreise der ganzen Schweiz. Und Fulenbach über die zweithöchsten Strompreise im Kanton Solothurn (die 60. teuerste Gemeinde der Schweiz).


Zurück zu den Mieten: Im Osten des Nachbarkantons Aargau oder gar in der Agglomeration Zürich zahlt man für denselben Standard locker 800 bis 1.200 Franken mehr. Auf das Jahr gerechnet spart eine Solothurner Familie allein bei den Wohnkosten bis zu 12.000 Franken im Vergleich zum Ostaargau.


Zudem hat der Kanton Solothurn reagiert: Per 1. Januar 2026 wurden die Familienzulagen leicht angehoben, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern. Das Wallis bleibt hier zwar nationaler Spitzenreiter, aber Solothurn festigt seinen Ruf als „familienfreundlicher Hafen“ für mittlere Einkommen.


Das Aargauer Steuer-Paradoxon


Wechselt man die Kantonsgrenze Richtung Osten, ändert sich die Kalkulation. Der Aargau ist das „Wohnzimmer“ der grossen Zentren. Die Steuerschraube sitzt hier deutlich lockerer als in Solothurn.


Für eine Familie mit einem Bruttoeinkommen von 120.000 Franken ist die Steuerersparnis im Aargau spürbar. Während man in Solothurn (je nach Gemeinde) zu den eher höher belasteten Steuerzahlern der Schweiz gehört, positioniert sich der Aargau stabil im Mittelfeld.


Doch Vorsicht: Wer im Aargau „billig“ Steuern zahlen will, darf nicht in die Mietfalle tappen. In den Boom-Regionen rund um Baden, Lenzburg oder im Limmattal fressen die Immobilienpreise jeden Steuervorteil gnadenlos auf. Wer jedoch im Freiamt oder im oberen Fricktal siedelt, findet die perfekte Balance zwischen moderaten Steuern und fairen Mieten.


Der Krankenkassen-Check 2026


Ein Faktor, der oft unterschätzt wird, sind die Kopfprämien der Krankenkassen. 2026 zeigt sich hier ein interessantes Gefälle. Während der Kanton Zug durch massive Senkungen Schlagzeilen macht, bleiben Solothurn und Aargau im Mittelfeld.


Auffallend ist jedoch, dass Solothurner Familien tendenziell etwas höhere Prämien zahlen als Aargauer. Das liegt an der kantonalen Kostenstruktur im Gesundheitswesen. Für eine vierköpfige Familie kann dieser Unterschied jährlich durchaus 600 bis 1.000 Franken ausmachen – ein kleiner, aber wichtiger Mosaikstein in der Gesamtrechnung.


Die „Magische Grenze“: Wann lohnt sich welcher Kanton?


Die Daten von 2026 lassen eine klare Faustregel zu:


Die „Normalverdiener“ (Haushaltseinkommen bis ca. 95.000 CHF): Hier gewinnt fast immer der Kanton Solothurn. Die Steuerersparnis im Aargau ist in dieser Einkommensklasse noch zu gering, um die deutlich höheren Mieten zu kompensieren. Wer in Olten, Balsthal oder Oensingen günstig wohnt, hat am Ende mehr „Cash“ in der Tasche.


Die „Gutverdiener“ (Haushaltseinkommen ab 120.000 CHF): Hier schlägt die Stunde des Aargaus. Die progressive Steuerlast in Solothurn beginnt nun wehzutun. Die Ersparnis bei der Steuerrechnung im Aargau (oft mehrere tausend Franken) übersteigt die Mietdifferenz, sofern man nicht gerade eine Luxusattika in Aarau bezieht.


Fazit für die Region


Für die Leser von soaktuell.ch gibt es eine gute Nachricht: Unsere Region bleibt eine der attraktivsten der Schweiz. Während man in Zürich oder Genf für das Privileg der Zentralität arm wird, bieten AG und SO echten Lebensraum für Familien.


Der „Geheimtipp“ 2026 bleiben die Grenz-Gemeinden wie Niedergösgen oder Erlinsbach SO. Hier kombiniert man das Beste aus beiden Welten: Die Solothurner Miete mit der Nähe zur Aargauer Infrastruktur. Am Ende ist das gesparte Geld jedoch nur die halbe Miete – denn Lebensqualität lässt sich nicht nur in Franken messen, auch wenn es bei den heutigen Preisen verdammt gut tut, es zu versuchen.

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