Vorsatz 2026: Das Jahr, in dem wir Stopp sagen. Aufruf zur Preis-Revolte.
- Martina Gloor
- vor 21 Stunden
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Die Schweiz gilt als Insel der Glückseligen, doch für viele fühlt es sich längst nicht mehr so an. Während die Löhne stagnieren oder nur mühsam Schritt halten - und die Inflation bei null liegt - dreht sich die Preisspirale unaufhaltsam weiter. Ob beim Wocheneinkauf, dem Coiffeurbesuch oder den Fixkosten für Internet und Versicherungen – der schleichende Aufschlag ist zum Dauerzustand geworden. Damit muss jetzt Schluss sein. Es ändert sich nur etwas, wenn wir Abzocker entlarven und meiden. Machen wir 2026 zum Jahr der Preissenkungen.
von Martina Gloor

Schluss mit der Passivität
Wir Schweizer neigen dazu, Preiserhöhungen mit einem resignierten Schulterzucken zu akzeptieren. Wir murren kurz an der Kasse oder beim Blick auf die Bankgebühren, aber wir zahlen. Doch genau diese Passivität befeuert die dauernden Kostensteigerungen. 2026 muss das Jahr werden, in dem die Konsumentinnen und Konsumenten ihre Marktmacht zurückerobern. Im Interesse der Schweiz. So geht es nicht weiter.
Die Devise lautet: Akzeptieren Sie keine Preiserhöhungen mehr. In keinem Bereich des Lebens. Wenn der Coiffeur oder die Kosmetikerin die Preise anheben, suchen wir uns Alternativen. Wenn das Restaurant für das Standardmenü plötzlich mehr verlangt, bleibt der Tisch leer. Wenn die Autogarage oder das Fitnesscenter ohne massiven Mehrwert die Tarife schraubt: Wechseln Sie. Argumente wie "die Lohnkosten steigen" oder "der Strom wird immer teurer" mögen stimmen. Aber das heisst noch lange nicht, dass diese Kosten auf die Kunden überwälzt werden müssen. Es liegt an Ihnen, diese Entwicklung zu stoppen.
Nein-Sagen ist im Trend: Die Macht des Verzichts und der Kündigung.
Besonders im Fokus stehen die grossen Player und Fixkosten-Fallen:
Detailhandel: Migros und Coop müssen spüren, dass die Loyalität der Schweizer dort endet, wo die Preistreiberei beginnt. Wenden Sie sich bewusst ab von Unternehmen, wo der Unternehmensgewinn im Fokus steht. Ab 2026 gibt es eine neue Messlatte und die heisst: Kosten senken.
Dienstleistungen: Versicherungen, Bankspesen, Internetanbieter, Smartphone-Abos und Streamingdienste verlassen sich auf unsere Bequemlichkeit. Wer 2026 die Gebühren erhöht, verdient keine Treue, sondern die Kündigung. Und Garagisten, die immer mehr für Autoservices oder Autoreparaturen verlangen, sind Schlitzohren. Sie verlangen immer mehr für angeblich teure Ersatzteile, kaufen diese aber immer beim gleichen Lieferanten, anstatt im Internet nach Teilen zum günstigsten Preis zu suchen. Lassen Sie sich nicht mehr über den Tisch ziehen.
Freizeit: Ob Ferientage, Flüge, Skiabos oder Konzerttickets – wer die Spirale überdreht, wird gemieden. Basta.
Investitionen: Wer einen Handwerker braucht, sein Haus renovieren möchte oder ein Auto kauft, verlangt Offerten und schmeisst die teuersten Anbieter auf der Stelle raus. Feilschen wie auf einem türkischen Bazar ist vorbei. Der bestmögliche Preis muss von Anfang an kommen. Wer den Umbau eines Badezimmers teuerer offeriert als alle Mitbewerber und dann urplötzlich 10'000 Franken mit dem Preis entgegen kommen kann, hat es einfach probiert. Solche Preistreiber gehören abgestraft. Das gilt nicht nur im privaten Bereich, sondern auch für Grossunternehmen. Beispiel SBB. Sie soll ihre Züge beim günstigsten Anbieter kaufen und nicht zum teuersten Angebot gezwungen werden. Damit muss Schluss sein.
Helfen Sie mit, die Wirtschaft zu retten.
Kritiker werden behaupten, dieser Boykott schade der Wirtschaft. Das Gegenteil ist der Fall: Nur wenn die Lebenshaltungskosten sinken, bleibt den Menschen mehr Geld für den echten Konsum. Indem wir Preistreiber konsequent meiden, zwingen wir Unternehmen zu Effizienz und fairen Kalkulationen. Wir bringen die Kosten in der Schweiz aktiv nach unten und sorgen dafür, dass die Kaufkraft zurückkehrt.
Ein kollektives Nein zu höheren Preisen ist der effektivste Konjunkturmotor. Wenn die Gier bestraft wird und faire Preise belohnt werden, kommt der Markt wieder ins Gleichgewicht.
Unser Vorsatz für 2026
Lassen wir uns nicht länger einreden, dass alles teurer werden muss. Wer im Jahr 2026 die Preise erhöht, verliert uns als Kunden. Punkt. Es liegt in unserer Hand, die Schweiz wieder bezahlbar zu machen. Seien Sie konsequent, seien Sie kritisch – für Ihr Portemonnaie und für eine gesunde Schweizer Wirtschaft.
