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BYD-Offensive in der Schweiz: In nur acht Monaten in die Top 15

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Der Januar 2026 war für den gesamten Schweizer Automobilmarkt historisch schwach – es war statistisch gesehen sogar der schlechteste Januar-Auftakt des Jahrhunderts. Es sieht wirklich übel aus in der gesamten Autobranche. Nur eine Marke blüht gerade richtig auf. BYD ("Build your dreams"). In der globalen Autowelt hat BYD Tesla bereits den Rang abgelaufen. Doch wie sieht es auf Schweizer Strassen aus? Seit dem Jahreswechsel 2025/2026 mehren sich die Berichte über „explodierende“ Verkaufszahlen der chinesischen Marke, während andere den Bach runter gehen.


Symbolbild von Michael Förtsch / unsplash.com
Symbolbild von Michael Förtsch / unsplash.com

Wer in diesen Tagen durch Baden, Aarau, Olten oder Solothurn fährt, sieht sie immer häufiger: Die futuristischen Schriftzüge von BYD („Build Your Dreams“). Seit dem offiziellen Markteintritt im Frühjahr 2025 hat der chinesische Gigant sein Händlernetz massiv ausgebaut. Was im Dezember 2025 als spürbarer Anzug bei den Zulassungen begann, setzte sich im Januar 2026 fort – allerdings in einem Marktumfeld, das Kopf steht.


Ein Januar der Gegensätze


Der Schweizer Automarkt startete 2026 mit einem historischen Tief. Aufgrund neuer CO2-Vorgaben wurden im Dezember 2025 so viele Fahrzeuge wie noch nie immatrikuliert, um Sanktionen zu entgehen. Die Folge: Ein Einbruch der Gesamtzulassungen im Januar um über 50 % im Vergleich zum Vormonat.


Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Während etablierte Marken wie Tesla (-65 %) oder Hyundai (-39 %) im Januar 2026 massive Rückgänge bei den Neuzulassungen hinnehmen mussten, gehört BYD zusammen mit anderen neuen chinesischen Marken (wie Leapmotor oder MG) zu den wenigen Gewinnern, die starke prozentuale Zuwächse verzeichnen konnten.


Man stelle sich das vor: Im Frühjahr 2025 kam BYD mit den ersten E-Autos in die Schweiz. Im Januar 2026 sind sie bereits unter den Top 15 der Elektro-Charts. Modelle wie der kompakte Dolphin, der SUV Atto 3 und die sportliche Limousine Seal finden immer mehr Abnehmer.


Warum BYD gerade jetzt zulegt


Dass mancherorts von einer „Explosion“ gesprochen wird, liegt vor allem an der prozentualen Steigerung. Während etablierte Marken Marktanteile verteidigen müssen, kommt BYD aus dem Stand. Mehrere Faktoren begünstigen diesen Aufstieg:


  1. Verfügbarkeit: Während europäische Hersteller teils noch mit Lieferketten kämpfen, profitiert BYD von seiner extremen Fertigungstiefe – die Chinesen bauen von der Batterie bis zum Chip fast alles selbst.

  2. Preis-Leistung: Mit Einstiegspreisen, die oft deutlich unter der deutschen oder amerikanischen Konkurrenz liegen, trifft BYD den Nerv der preisbewussten Schweizer Käufer, die dennoch Premium-Ausstattung erwarten.

  3. Technologie-Vertrauen: Die „Blade-Batterie“ von BYD gilt als eine der sichersten und langlebigsten am Markt – ein wichtiges Argument in einem Land, in dem Qualität und Sicherheit oberste Priorität haben.

  4. Der "Anti-Trump-Effekt" In allen Bereichen der Schweiz, von Informatik, Smartphones, über Haushaltsgeräte bis hin zu Autos findet derzeit eine "Chinaisierung" statt. Schweizer kaufen immer weniger amerikanische Produkte und entscheiden sich absichtlich, bewusst und mit Stolz für Smartphones, TV-Geräte, Saugroboter, Computer, Laptops, Smartwatches und eben auch für E-Autos aus China. Das einst bei Schweizerinnen und Schweizern beliebte amerikanische Tesla Model Y ging im Januar 26 nur noch 47 mal über den Ladentisch (ein massiver Absturz). Die Neuzulassungen von Personenwagen der US-Marke Ford brachen gegenüber dem Januar 2025 in der Schweiz ebenfalls um 12,6 Prozent ein.


Konkurrenz durch Skoda und Volvo


Trotz des Aufwinds ist der Weg an die Spitze für BYD in der Schweiz noch weit. Aktuell dominieren andere das Geschehen: Der neue Skoda Elroq und der Volvo EX30 führen die Elektro-Ranglisten Anfang 2026 an. Die Schweizer sind zwar markentreu, aber nicht um jeden Preis. Die Neugier auf die „neue Welt“ aus dem Osten wächst spürbar.


Fazit: Noch kein Tsunami, aber eine steigende Flut


Die Verkaufszahlen von BYD explodieren nicht im Sinne eines plötzlichen Massenphänomens, das VW oder Skoda morgen verdrängt. Aber: Die Marke ist im Schweizer Mainstream angekommen. Mit dem geplanten Launch weiterer Modelle im Jahr 2026 und dem Ausbau der Servicepunkte wird der Druck auf die etablierten Hersteller auf jeden Fall massiv zunehmen. Setzt US-Präsident Trump seinen Druck auf die Schweiz fort und beleidigt weiterhin Eidgenossenschaft und Bundesrat, sorgt er immer mehr für zusätzlichen Schub.


Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ist das eine gute Nachricht: Mehr Auswahl, bessere Preise und ein Technologiewettlauf, der die Elektromobilität im Land weiter vorantreiben dürfte. Wir sind gespannt, wie die Zahlen Ende Jahr aussehen und haben da bereits eine leise Vorahnung. Unsere Prognose: Bis Ende 2026 befindet sich BYD in den Top 10 der meistverkauften E-Autos in der Schweiz.

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