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Taktgeber einer Region: Wie die Familie Hayek Aargau und Solothurn prägte

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 2 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Die Uhrenindustrie ist eines der weltweiten Aushängeschilder der Schweiz – doch nirgends ist ihr Herzschlag so spürbar wie in den Kantonen Aargau und Solothurn. Dass diese Traditionsbranche heute überhaupt noch existiert, ist massgeblich das Verdienst einer visionären Unternehmerfamilie: Den Hayeks. Von Meisterschwanden bis Grenchen haben Nicolas G. Hayek sowie seine Kinder Nick und Nayla bleibende Spuren hinterlassen. Ein Blick von soaktuell.ch auf die grossen Verdienste einer Schweizer Familie.


Nick Hayek. Foto: Universitätsarchiv St.Gallen | Hannes Thalmann | HSGH 022/002439/03 / Wikimedia Commons.
Nick Hayek. Foto: Universitätsarchiv St.Gallen | Hannes Thalmann | HSGH 022/002439/03 / Wikimedia Commons.

Meisterschwanden lange Zeit als Lebensmittelpunkt: Das Aargauer Erbe


Wenn man über die Swatch Group spricht, denkt man unwillkürlich an den Hauptsitz in Biel. Doch das private Fundament der Familie lag im Kanton Aargau. Fast fünf Jahrzehnte lang, von 1963 bis zu seinem Tod im Jahr 2010, lebte der legendäre Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek in Meisterschwanden am Hallwilersee.


Die Hayeks waren im Dorf tief verwurzelt. Im Jahr 2007 wurde dem Patron das Ehrenbürgerrecht verliehen, und der Nicolas-Hayek-Platz erinnert bis heute an den berühmtesten Einwohner. Seine Kinder Nick und Nayla wuchsen hier auf und verbrachten prägende Jahre im Kanton. Für den Aargau war die Familie nicht nur ein unschätzbarer Imagefaktor, sondern auch ein wirtschaftlicher Segen. Die enorme Steuerkraft der Familie hielt die Gemeindefinanzen über Generationen im grünen Bereich. Die tiefe Verbundenheit zum Seetal zeigt, dass trotz globalem Erfolg die Bodenhaftung und die Liebe zur Schweizer Heimat für die Hayeks stets an oberster Stelle standen.


Das industrielle Herz in Solothurn: ETA in Grenchen


Während der Aargau die Heimat im Grünen bot, schlug das industrielle Herz des Uhrenimperiums im Kanton Solothurn. Die Rettung der Uhrenbranche in den krisengeschüttelten 1980er-Jahren durch die wegweisende Fusion zur heutigen Swatch Group stabilisierte vor allem einen zentralen Standort: Grenchen.


Die dort ansässige ETA SA Manufacture Horlogère Suisse ist das unbestrittene Epizentrum für die Herstellung mechanischer Uhrwerke weltweit. Nicolas G. Hayek verhinderte mit seinem revolutionären Konzept der bunten Plastikuhr "Swatch" den Ausverkauf des Schweizer Know-hows. Für Grenchen und den Kanton Solothurn bedeutete dies die Rettung vor dem wirtschaftlichen Kollaps.


Sicherung von Arbeitsplätzen: Tausende von Familien im Kanton Solothurn leben bis heute direkt oder indirekt von den Arbeitsplätzen, welche die Swatch Group sichert.


Starke Berufsbildung: Als einer der wichtigsten Ausbildungsbetriebe formt die ETA jährlich die Uhrmacher und Mikromechaniker von morgen.


Technologie-Hub: Durch stetige Investitionen bleibt Solothurn ein weltweit führender Standort für hochpräzise Mikrotechnologie.


Ein bleibendes Vermächtnis


Die Verdienste der Familie Hayek lassen sich nicht nur in Bilanzen ablesen. Es ist der unerschütterliche Glaube an den Werkplatz Schweiz, den sie der Region eingeimpft haben. Sie bewiesen, dass man mit Innovationskraft, Wille und viel Kreativität im globalen Wettbewerb gewinnen kann.


Erst vor kurzem entschieden sich die Hayeks, ihre Zelte in Meisterschwanden abzubrechen. Dies, nachdem auch die Mutter, Nicolas G. Hayeks Frau, verstorben war (soaktuell.ch hat berichtet). Das Erbe der Hayeks läuft aber präzise weiter wie ein Schweizer Uhrwerk.


Selbst "wirtschaftliche Spassbremsen" wie US-Präsident Trump können Swatch nicht viel anhaben. Zu clever und zu vorausschauend ist Nick Hayek. Er ist einer der ganz wenigen Schweizer Wirtschaftskapitäne, der jüngst von der Schweizer Regierung etwas mehr selbstbewusstem Rückgrat und weniger Bückling vor US-Präsident Trump verlangt hat. Damit beweist Nick Hayek eines: Er ist genau so visionär wie sein Vater Nicolas. Denn alle anderen Schweizer Unternehmer müssen offenbar zuerst abermals von Trumps Zoll-Fantasien an der Nase herumgeführt werden, bis sie endlich begreifen, dass jeder Deal mit Trump ein schlechter Deal für die Schweiz ist und nur solange gilt, wie es ihm passt. Kurz: Ein Null-Deal. Nick Hayek ist schon viel weiter. Und das macht Hoffnung.

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