Grenchen vor Neuwahlen: Susanne Sahli wagt den zweiten Anlauf fürs Stadtpräsidium
- Redaktion soaktuell.ch
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Nach dem juristischen Wirbel im Juni nimmt die Grenchner Politik wieder Fahrt auf: Die abgesetzte FDP-Stadtpräsidentin Susanne Sahli tritt bei den Ersatzwahlen Ende September erneut an. Während ihr bisheriger Herausforderer Patrick Crausaz verzichtet, bringt sich ein bekannter Beschwerdeführer ins Spiel.

Neuanfang nach dem Bundesgerichtsurteil
Wie soaktuell.ch bereits berichtete, herrschte in der zweitgrössten Stadt des Kantons Solothurn in den vergangenen Monaten politische Ungewissheit. Das Bundesgericht hatte die Wahl vom Herbst 2025 wegen schwerwiegender Auszählungsfehler aufgehoben, worauf Susanne Sahli ihr Amt im Juni per sofort niederlegen musste. Nun steht fest: Sahli kandidiert am 27. September 2026 erneut. Nach reiflicher Überlegung und zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung wolle sie die angefangene Arbeit weiterführen. Gleichzeitig mahnte sie zur Beruhigung: Anonyme Aktionen und persönliche Angriffe schadeten dem Klima in der Stadt. Aber leider ist das typisch für Grenchen.
Patrick Crausaz verzichtet zum Wohl der Stadt
Überraschung auf der Gegenseite: Patrick Crausaz (GLP), der im zweiten Wahlgang 2025 mit nur 25 Stimmen Rückstand unterlegen war und seither als Vize-Stadtpräsident die Geschäfte führt, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. An einer gemeinsamen Medienkonferenz erklärten Sahli und Crausaz, diesen Entscheid unabhängig voneinander gefällt zu haben. Crausaz betonte, ein erneuter Duell-Wahlkampf würde die politische Stimmung nur weiter anheizen. Um der Stadt Ruhe zu gönnen, verzichte er und wolle als Vizepräsident weiterarbeiten.
Tritt Beschwerdeführer Elias Vogt an?
Ob Susanne Sahli ohne Konkurrenz bleibt, ist noch offen. Die Anmeldefrist läuft bis zum 10. August. Für Brisanz sorgt Politaktivist Elias Vogt, der die Wahlbeschwerde erfolgreich vor Bundesgericht durchgefochten hatte. Vogt kritisiert, dass eine reine Einer-Kandidatur für die Stimmbevölkerung enttäuschend wäre. Er prüft derzeit eine eigene Kandidatur, um eine Auswahl zu bieten. Seine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.
Lehren aus den Pannen der Vergangenheit
Der Grund für die Neuwahl lag in formellen Fehlern bei der Auszählung: Der Wahlbriefkasten war vor dem Wahltag nicht wie vorgeschrieben um Mitternacht geleert worden, und Couverts wurden in Schachteln aufbewahrt. Grenchen hat reagiert: Seit Anfang 2026 ist die briefliche Stimmabgabe nur noch bis Samstag, 20:00 Uhr möglich. Am 27. September soll damit ein fehlerfreies Ergebnis garantiert werden.








