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Bahnhof Zofingen: Schon wieder Jugendlicher durch Stromschlag tödlich verletzt

  • Autorenbild: KAPO AG
    KAPO AG
  • vor 15 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Auf Bahnwagen klettern ist tödlich. Das sollten eigentlich alle wissen. Ein Jugendlicher bestieg in der Nacht am Bahnhof Zofingen einen Güterwagen. Dabei erlitt er einen Stromschlag und stürzte zu Boden. Für den 17-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Vor wenigen Tagen kam es in Langenthal zu einem ähnlichen Unfall.


Kapo AG / Bernhard Graser / Redaktion soaktuell.ch


Symbolbild von Erich Westendarp / pixabay.com
Symbolbild von Erich Westendarp / pixabay.com

Zusammen mit zwei gleichaltrigen Kollegen gelangte der 17-Jährige in der Nacht auf Samstag, 24. Januar 2026, zum Bahnhof Zofingen. Dort überschritt er ein Gleis und bestieg einen der Wagen eines stehenden Güterzugs. Dabei geriet er in die Nähe der stromführenden Fahrleitung, erlitt einen Stromschlag und stürzte vom Wagen.


Um 3.15 Uhr von den Kollegen alarmiert, rückten Polizei und Rettungsdienst an. Diese konnten jedoch nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen.


Die Kantonspolizei hat ihre Ermittlungen nach den genauen Umständen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Untersuchung.


Vor wenigen Tagen gab es einen ähnlichen Fall in Langenthal. Jetzt in Zofingen. Dieser jüngste Fall zeigt einmal mehr auf tragische Weise, wie in der Nähe der Fahrleitung absolute Lebensgefahr herrscht. Niemals dürfen die überall angebrachten Warnschilder missachtet und Waggons oder Masten in Bahnhofnähe bestiegen werden.


Es liegt an den Eltern und Lehrpersonen, die Kinder und Jugendlichen immer wieder darauf aufmerksam zu machen.


Deshalb sind Bahnanlagen keine Spielplätze


In den Oberleitungen der Bahn fließen 15000 Volt Strom. Das ist etwa das 65-fache einer normalen Haushaltssteckdose. Bei einer so hohen Spannung kann der Strom die Luft überbrücken. Man muss die Leitung also nicht einmal anfassen. Schon bei einer Annäherung auf weniger als 1,5 Meter kann ein Lichtbogen entstehen. Er schlägt wie ein Blitz auf den Körper über, um den Weg zur Erde zu finden. Ein Lichtbogen ist keine einfache elektrische Entladung, sondern erzeugt schlagartig Temperaturen von bis zu 10000 bis 20000 Grad Celsius.


Wer getroffen wird, erleidet meist großflächige Verbrennungen (oft über 50–80 % der Körperoberfläche). Da der menschliche Körper zu einem Großteil aus Wasser besteht und Strom gut leitet, werden beim Durchfluss des Stroms auch innere Organe wie Herz, Lunge etc. schwer geschädigt oder zerstört.


Selbst wenn man den Stromschlag "überlebt", führt die massive Muskelverkrampfung durch den Schlag fast immer dazu, dass man unkontrolliert vom Waggon geschleudert wird. Güterwagen sind mehrere Meter hoch. Der Sturz auf den Schotter oder die Gleise führt oft zu zusätzlichen lebensgefährlichen Kopfverletzungen oder Knochenbrüchen.


Wichtig für den Notfall: Wenn du siehst, dass jemand auf einen Waggon geklettert ist oder einen Schlag erlitten hat: Nähere dich niemals selbst der Person oder dem Wagen! Der Strom kann immer noch fließen. Rufe sofort die 112 an und warte auf die Spezialkräfte der Bahn, die den Strom abschalten und die Leitung erden müssen.

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