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Autoversicherung 2026: Jeder Zweite zahlt mehr – doch nur 6 Prozent wechseln

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Für viele Schweizer Autofahrende ist die Autoversicherung 2026 teurer: 45 Prozent berichten gemäss einer repräsentativen Umfrage von Comparis von einer Prämienerhöhung. Trotzdem reagiert gut die Hälfte nicht. Dabei lohnt sich ein Wechsel häufig: 44 Prozent der Wechselnden sparten mindestens 200 Franken pro Jahr. «Viele akzeptieren höhere Prämien, obwohl ein Vergleich schnell mehrere Hundert Franken bringen kann – bei gleicher oder sogar besser passender Leistung», beobachtet Harry Büsser, Finanzexperte beim Internet-Vergleichsdienst Comparis.


comparis.ch AG / Redaktion soaktuell.ch



Harry Büsser hat recht. Wir von der Redaktion von soaktuell.ch waren genau in dieser Situation. Wir bekamen von unserem Autoversicherer smile für unseren achtjährigen Alfa Romeo Giulia eine Erhöhung der Haftpflicht-, Kasko- und Parkschadenversicherung um gegen 200 Franken für 2026 aufgebrummt, von einem Tag auf den anderen - ohne Schadenfall. Wir fühlten uns im wahrsten Sinne des Wortes "verarscht". Eine Anfrage für ein Entgegenkommen wurde nicht einmal beantwortet. In unserem Fall hat der Wechsel zur Allianz Einsparungen von 200 Franken gegenüber der neuen Prämie von smile gebracht - bei besserem Versicherungsschutz. Manchmal muss man auch nach jahrelanger "Versicherungstreue" einen Schlussstrich ziehen, wenn das Gegenüber vergisst, dass man Sorge tragen sollte zu langjährigen Kunden. Für uns ist klar: Nie wieder smile. Unser Tipp: Unbedingt Versicherung wechseln bei Prämienerhöhungen. Es ist bei keiner Versicherung so einfach zu wechseln, wie bei Autoversicherungen. Wir werden nun auch bei der Autoversicherung immer eine Vergleichsrunde machen, wenn Prämienerhöhungen winken.


Die Autoversicherungsprämien sind von 2025 auf 2026 deutlich gestiegen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis unter 1’026 Autobesitzenden, die eine Autoversicherung abgeschlossen haben. Fast jede zweite versicherte Person zahlt im neuen Jahr mehr. Bei mehr als einem Drittel der Versicherten mit höherer Prämie stieg diese von 2025 auf 2026 um mehr als 100 Franken.


Westschweizer Autobesitzende erhielten öfter deutliche Prämienerhöhungen als Deutschschweizer


Bei den stärkeren Prämienerhöhungen zeigt sich auch ein regionaler Unterschied: Signifikant mehr Autohaltende in der Romandie als in der Deutschschweiz mussten einen Prämiensprung von über 200 Franken hinnehmen.


Die Prämien steigen, obwohl die meisten unfallfrei gefahren sind


«Dabei ist die Prämienerhöhung mehrheitlich nicht auf selbstverschuldete Faktoren zurückzuführen», erklärt Comparis-Finanzexperte Harry Büsser. Das leitet er daraus ab, dass fast jede zweite versicherte Person eine Prämienerhöhung von ihrer Versicherung erhielt, aber gleichzeitig 80 Prozent der Befragten angaben, im vergangenen Jahr keinen Schadensfall gehabt zu haben.


Nur ein Bruchteil hat gewechselt


Trotz des Prämienschocks hat nur ein Bruchteil der Befragten (6 Prozent) den Anbieter gewechselt. Dabei hat sich der Schritt für viele Wechselnde klar gelohnt: Mehr als jede zweite wechselnde Person konnte ihre Prämie um mindestens 200 Franken senken.


Hohe Treue – 30 Prozent sind seit über zehn Jahren bei der gleichen Versicherung


Die Umfrage zeigt eine ausgeprägte Wechselträgheit: 30 Prozent der Befragten sind seit über 10 Jahren beim gleichen Versicherer, 50 Prozent seit mindestens 6 Jahren. Personen mit niedrigerer Bildung bleiben häufiger langjährig gebunden als höher Gebildete.


«Treue ist sympathisch, aber bei Versicherungen selten ein Sparmodell», sagt Büsser. «Wettbewerb funktioniert nur, wenn Konsumentinnen und Konsumenten regelmässig prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt. Versicherte, die das nicht tun, zahlen wahrscheinlich unnötig viel.» Und langjährige "Kundentreue" wird von den Versicherungen nicht belohnt, wie die Prämienerhöhungen dieses Jahres zeigen.


Ebenfalls wird aus der Befragung ersichtlich, dass zwischen den Versicherten grosse Prämienunterschiede bestehen. Während 8 Prozent der Befragten weniger als 500 Franken pro Jahr bezahlen, zahlen 11 Prozent 1’600 Franken oder mehr. Dazwischen liegt ein breites Mittelfeld.


Wissenslücke: Jeder Dritte kennt sein Kündigungsrecht nicht


Die Befragung bringt auch eine grosse Wissenslücke ans Tageslicht: 30 Prozent der Befragten wissen nicht, dass sie bei einer Prämienerhöhung ausserordentlich kündigen können. «Wer sein Sonderkündigungsrecht nicht kennt, bleibt oft automatisch Kundin oder Kunde», sagt Büsser. «Das verhindert, dass sich der Wettbewerb zwischen den Versicherern voll entfalten kann.»


«Die Wechselbereitschaft ist erstaunlich tief. Dabei zeigen die Zahlen klar: Wer aktiv wird, kann spürbar sparen», so das Fazit von Büsser.


Marken- oder freie Garage für Reparaturen?


Und zuletzt: Obwohl Reparaturen bei der Markengarage (Vertragsgarage) oft teurer sein können als bei einer markenunabhängigen, freien Garage, gehen 44 Prozent der Befragten für Reparaturen in eine Vertragsgarage. Fast gleich viele, nämlich 43 Prozent, gehen in eine freie Garage. «Während der Garantiezeit ist die Markengarage sinnvoll», sagt Büsser. «Danach sind freie Garagen oft günstiger – bei vergleichbarer Qualität.»


Immer mehr machen gute Erfahrungen mit deutschen Garagen


Die hohen Garagenkosten für Service und Unterhalt sorgen im Moment dafür, dass Zehntausende Schweizerinnen und Schweizer ihre Autos länger fahren, Zweitwagen nicht mehr ersetzen oder gänzlich auf den ÖV umsteigen. Fakt ist: In weniger als zehn Jahren brachen die Autoverkäufe in der Schweiz um einen Drittel ein.


Wer im grenznahen Raum wohnt, kann auch mal einen Ölwechsel ennet der Grenze machen lassen und wird überrascht sein, wie wenig man dafür bezahlen muss. Davon machen mittlerweile hunderttausende Schweizer Autofahrende Gebrauch. Wegen den Kosten Rücksicht auf das Schweizer Garagengewerbe zu nehmen ist falsch, denn dieses nimmt auch keine Rücksicht auf Ihre gestiegenen Lebenshaltungskosten.


Ein vollständiger grosser Service (also Ölwechsel, Filter (Pollen, Luft, Kraftstoff), Bremsflüssigkeit, allgemeiner Check) lässt sich in Weil am Rhein oder im deutschen Rheinfelden für 350 bis 650 Euro machen. Kommen Zündkerzen, zwei Bremsbeläge, Getriebeölwechsel bei einem 100'000er Service dazu, liegt man in Deutschland bei 700 - 1200 Euro. Davon kann man noch 10% für den Währungsvorteil (CHF-EUR) abziehen. In der Schweiz können Sie mittlerweile machen was Sie wollen, unter 1'000 Franken kommen Sie nicht aus der Garage raus. Die Kosten sinken erst, wenn Versicherungen oder Garagen Kunden verlieren.


Tipps für Versicherte


  1. Prämienerhöhung prüfen:

    Wer eine höhere Rechnung erhält, sollte die Anpassung nicht einfach akzeptieren.

  2. Kündigungsrecht kennen:

    Bei einer Prämienerhöhung besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Wer es nutzt, kann unkompliziert den Anbieter wechseln.

  3. Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen:

    Die Unterschiede im Markt sind gross. Ein Vergleich zeigt, ob man für ähnliche Leistungen zu viel bezahlt oder ob bessere Deckungen möglich sind. Das dauert nur wenige Minuten.

  4. Langjährige Verträge hinterfragen:

    Kundentreue wird nicht belohnt. Wer seit vielen Jahren beim gleichen Anbieter ist, sollte besonders aufmerksam sein. Gerade in einem Jahr mit breiten Prämienerhöhungen lohnt sich ein Marktcheck. Oft geht es nicht nur um tiefere Prämien, sondern auch um eine Versicherung, die besser zur eigenen Situation passt.

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