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Weihnachtswetter: Zuerst Regen und Wind, dann Wetterberuhigung

Die letzte Zeit vor Weihnachten bringt recht turbulentes Tauwetter, eine Warmfront lässt die Schneefallgrenze über 2000 Meter ansteigen. Heiligabend sieht zunächst nicht viel besser aus, dann aber beruhigt sich das Wetter. Das Christkind kommt dann für die meisten schon wieder im Trockenen. Am 25. gibt es dann auch aus Sicht des Wetters eine vorübergehende Weihnachtsruhe. Hier unser Wetterfahrplan für die kommende Feiertage.


Klaus Marquardt / meteonews.ch

Grafik: meteonews.ch


Der heutige Donnerstag bringt wechselhaftes und mildes Westwindwetter. Bei veränderlicher Bewölkung regnet es im Norden ab und zu, allerdings wird es bei Weitem nicht überall nass. In den Alpen ist es ohnehin mehrheitlich trocken, im und in gibt es einen freundlichen Mix aus Sonne und Wolken.


Hauptdarsteller ist heute der starke Südwest- bis Westwind! Im Flachland erreicht er in Böen 50 bis 70 km/h, in erhöhten Lagen ist es stürmisch. In Gipfel- und Kammlagen gibt es über 100 km/h, auf dem bei dieser Strömungslage sehr exponierten sogar Orkanböen.


Die Temperaturen lassen Frühlingsgefühle aufkeimen, die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 14 Grad. Im Tessin ist der Wind kein Thema, dafür ist es mit 8 bis 9 Grad auch nicht ganz so mild.


Aussichten

In der Nacht erfasst uns von Westen her eine markante Warmfont, die Bewölkung verdichtet sich, Regen breitet sich aus. Die Schneefallgrenze liegt anfangs im Osten noch im Bereich von 1500 bis 1800 Metern, dann aber steigt sie rasch auf über 2000 Meter an. Der Freitag fällt dann mehr oder weniger ins Wasser, es regnet verbreitet und zum Teil auch kräftig. Die Schneefallgrenze variiert typischerweise zwischen 2100 und 2400 Metern. Dazu weht weiterhin starker Südwest- bis Westwind, im Flachland bewegen sich die Böenspitzen um 60 km/h. Auf den Bergen bleibt es stürmisch.


Die Kombination aus Regen und Wind ist ein echter Schneefresser, im Laufe des Tages taut es bis weit hinauf aus. In den Hochalpen oberhalb von 2500 Metern fällt dagegen eine gute Portion Neuschnee. Dieser wird allerdings durch den stürmischen Wind verfrachtet, es bilden sich Triebschneeansammlungen - die Lawinengefahr steigt in diesen Lagen an. Gipfel und Kreten sind dagegen blank geblasen. Am Freitagabend lässt der Wind im Flachland merklich nach, in der Nacht zum Samstag dann langsam auch auf den Bergen.

Heiligabend

An Heiligabend ist es am Vormittag nach wie vor trüb und oft nass, der Niederschlagsschwerpunkt liegt dabei entlang der Alpen. Am zentralen und östlichen Alpennordhang sinkt die Schneefallgrenze langsam gegen 1500 Meter, im Westen liegt sie zwischen 1700 und 2000 Metern. Am Nachmittag lassen die Niederschläge nach, rechtzeitig zur Bescherung beruhigt sich das Wetter. Es bleibt mild mit Höchstwerte von 10 bis 12 Grad, dazu weht nur noch ein leichter Südwestwind.


Insgesamt ergeben sich innerhalb von 48 Stunden vor allem entlang der Alpen und des Juras grössere Niederschlagsmengen, hier fallen in diesem Zeitraum 50 bis 80 mm. Lokal sind auch bis zu 100 mm denkbar, das sollte aber die Ausnahme bleiben. Im Flachland kommen 20 bis 40 mm zusammen. Bach- und Flusspegel werden zwar ansteigen, grössere Probleme sind aber nicht zu erwarten. Die Schneemenge in den Alpen ist bereits jetzt unterdurchschnittlich, der Anteil des Schmelzwassers zur gesamten Abflussmenge hält sich wohl in Grenzen. Hätte es deutlich mehr Schnee, wäre das anders. Zudem wäre die Gefahr von Nassschneelawinen noch relevanter.


Weihnachtstag

Am Weihnachtstag liegt im Flachland Nebel, der gebietsweise auch recht hartnäckig sein kann. In diesem Fall ist es im Vergleich zu den Vortagen etwas kühler, die Temperaturen verharren bei wenig Wind im einstelligen Bereich. Ausserhalb des Nebels ist es aber recht sonnig und weiterhin sehr mild, die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 12 Grad, in den zum Teil föhnigen liegen 12 bis 14 Grad drin. Die Nullgradgrenze steigt auf über 3000 Meter!


Stephanstag

Der Stephanstag beginnt abgesehen von etwas Nebel und aufziehenden Wolkenfeldern noch freundlich. Tagsüber nimmt die Bewölkung weiter zu, später breiten sich mit einer Kaltfront vom Jura und Hochrhein her neue Niederschläge aus. Bezüglich des Zeitplans sind sich die Modelle noch nicht ganz einig, spätestens am Abend wird es wohl verbreitet nass (könnte auch schneller gehen). Die Schneefallgrenze liegt zu Beginn noch bei rund 2000 Metern, sinkt aber in der Nacht zum Dienstag noch auf 1500 Meter – gleichzeitig lassen dann auch die Niederschläge wieder nach. Der Südwestwind frischt mit dieser Front etwas auf, die Temperaturen erreichen im Vorfeld 10 bis 13 Grad.

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