Warum Chinas Saugroboter die Schweizer Wohnzimmer erobert haben
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 3 Minuten
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Wer heute durch Schweizer Haushalte blickt, sieht immer seltener einen klassischen Staubsauger – und immer seltener die einstigen Pioniere aus den USA. Der Markt für Saug- und Wischroboter in der Schweiz hat sich radikal gewandelt. Praktisch innert einem Jahr. Die neuen Stars kommen aus dem Osten und setzen technologische Massstäbe, bei denen die Konkurrenz kaum noch Schritt halten kann. Die ständigen Beleidigungen von Präsident Trump gegen die Schweiz haben nun auch der amerikanischen Dominanz bei den Saugrobotern den Rest gegeben.

Die neue Dreifaltigkeit: Roborock, Dreame und Xiaomi
In den Verkaufsrankings der grossen Schweizer Online-Händler wie Digitec, Galaxus oder Brack gibt es derzeit kein Vorbeikommen an drei Namen: Roborock, Dreame und Xiaomi. Alle drei stammen aus China und haben eines gemeinsam: Sie bieten ein Mass an Automatisierung, das vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction wirkte. Und das zum günstigen Preis.
Das aktuelle Flaggschiff, der Roborock Saros 10R, führt die Bestsellerlisten an. Er besticht durch eine extrem flache Bauweise und eine künstliche Intelligenz, die selbst kleinste Hindernisse wie Haustierspielzeug oder Ladekabel präzise erkennt.
Dicht auf den Fersen ist ihm der Dreame X50 Ultra. Die Marke Dreame hat sich in der Schweiz einen Namen gemacht, indem sie Probleme löst, an denen andere scheiterten: So können ihre neuesten Modelle Türschwellen von bis zu 4 Zentimetern überwinden – ein Segen für viele Altbauwohnungen in den Kantonen Aargau und Solothurn sowie der restlichen Schweiz.
Das Ende der US-Dominanz
Lange Zeit war der Name „Roomba“ (iRobot) ein Synonym für Saugroboter. Doch die US-Marke hat in der Gunst der Schweizer Käufer deutlich und rasend schnell verloren. Während iRobot den Fokus lange auf das reine Saugen legte, forderte der Schweizer Markt hybride Geräte. Chinesische Hersteller reagierten schneller und lieferten vollautomatische Stationen, die den Wischmopp nicht nur waschen, sondern mit 80 °C heissem Wasser reinigen und anschliessend mit Heissluft trocknen. US-Marken wie Shark versuchen zwar über ein aggressives Preis-Leistungs-Verhältnis wieder Boden gutzumachen, spielen aber im High-End-Segment derzeit nur eine Nebenrolle. Offenbar haben Schweizerinnen und Schweizer noch andere Gründe, kein amerikanisches Gerät zu kaufen, als bloss die Leistungsunterschiede.
Warum China die Nase vorn hat
Der Erfolg von Roborock (Peking) und Dreame (Suzhou) ist kein Zufall. In den Technologiemetropolen Chinas ist der Innovationszyklus extrem kurz. Während europäische Traditionsmarken wie Miele oder Dyson oft Jahre für ein neues Modell benötigen, bringen die chinesischen Marktführer fast halbjährlich signifikante Verbesserungen auf den Markt. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis von Marken wie Xiaomi (z.B. der X20-Serie) für viele Schweizerinnen und Schweizer unschlagbar: Komplette Autonomie inklusive Absaugstation ist hier oft schon für unter 400 Franken zu haben.
Fazit: Der Markt in der Schweiz ist anspruchsvoll. Wer heute einen Roboter kauft, will nicht mehr nur, dass gesaugt wird – man will, dass das Gerät die Bodenpflege komplett übernimmt. In dieser Disziplin kommen die Sieger derzeit unangefochten aus China.
