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Vorteil für Last-Minute-Buchende: Fliegen wurde im Juli günstiger

Die Preise für Alltagsgüter sind im Juli 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent gestiegen. Gegenüber Juni 2023 sind die Preise leicht um 0,1 Prozent gesunken. Das zeigt der Comparis-Konsumentenpreisindex. Trotz der ersten Sommerferien mit voller Reisefreiheit nach Corona ist im Besonderen Fliegen satte 10,5 Prozent billiger geworden. «Nach den im Vergleich überproportionalen saisonal bedingten Preisanstiegen in den Frühjahren 2022 und 2023 haben die Flugreisenden in beiden Jahren auch überproportional vom ebenfalls saisonbedingten Preisrückgang in der eigentlichen Sommerferienzeit profitieren können», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Last-Minute-Reisende hätten heuer ein besonders gutes Schnäppchen machen können.


comparis.ch AG

Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH misst die gefühlte Inflation der Konsumentinnen und Konsumenten. Dazu wird ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern wie zum Beispiel Lebensmitteln, Medikamenten oder Kleidung betrachtet. Die Teuerungsrate wird damit um Mieten oder andere dauerhafte Güter bereinigt.


Laut dem Comparis-Konsumentenpreisindex sind im Juli 2023 die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent gestiegen. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg um 1,6 Prozent.


Preise gegenüber Vormonat gefallen

Gegenüber Juni 2023 sind die Preise im Schweizer Comparis-Warenkorb gesunken, nämlich um 0,1 Prozent (LIK: minus 0,1 Prozent). Im Monat zuvor waren die Kosten für Alltagsgüter um 0,3 Prozent gestiegen (LIK: plus 0,1 Prozent).


«Das bereits erreichte hohe Preisniveau führt zu einer leichten Entspannung der Teuerung. Inwiefern diese anhält, hängt von der Entwicklung der zukünftigen Inflationstreiber wie etwa den bevorstehenden Mieterhöhungen ab», erklärt Renkert. Er vermutet, dass die gestiegenen Hypothekarzinsen weitere Mieterhöhungen nach sich ziehen und damit der LIK wieder ansteigt. Getrieben werde diese Entwicklung von der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die mit Zinserhöhungen die Inflation bekämpfen wolle.


Stärkste Preisrückgänge im Vergleich zum Vormonat

Im Juli sind einige Produkte günstiger geworden. Das betrifft trotz Sommerferien und einem in den Jahresvergleichen immer noch rekordhohen Preisniveau das Reisen. So bezahlten Konsumierende für den Luftverkehr satte 10,5 Prozent weniger als noch im Juni 2023. «Nach den im Vergleich überproportionalen saisonal bedingten Preisanstiegen in den Frühjahren 2022 und 2023 haben die Flugreisenden in beiden Jahren auch überproportional vom ebenfalls saisonbedingten Preisrückgang in der eigentlichen Sommerferienzeit profitieren können», beobachtet Renkert. Last-Minute-Reisende hätten heuer ein besonders gutes Schnäppchen machen können. «Auffallend ist allerdings, dass sich nach Ende von Corona ein genereller Kostentrend nach oben entwickelt hat. Zusammen mit einer verstärkten Reisenachfrage nach Corona dürften hier auch die Auswirkungen des Fachkräftemangels eine Rolle spielen», begründet der Comparis-Experte.


Auch Pauschalreisen kosteten im Juli 2023 aufgrund einer vergleichbaren Saison-Mechanik gut 5,4 Prozent weniger als noch im Juni 2023.


Im Weiteren wurde Damenbekleidung günstiger, nämlich um 9,3 Prozent. Ausserdem sind die Preise für Kinderbekleidung (minus 7,0 Prozent) und Herrenbekleidung (minus 6,7 Prozent) gesunken.


Stärkster Preisanstieg gegenüber Vormonat

Im vergangenen Monat haben sich verschiedene Produkte verteuert. Am stärksten sind die Preise für Parahotellerie (Ferienwohnungen, Erholungs- und Ferienheime, Jugendherbergen, Hütten, Campingplätze, Bauernhöfe und Privatzimmer) gestiegen, um 19,8 Prozent (Juni: plus 2,8 Prozent). «Es gibt noch immer einen starken Nachholbedarf nach Corona: Im Februar und Juli fahren viele in die Ferien, und die Preise für Parahotellerie steigen rasch an. Nach den Ferien geben die Preise dann ebenso schnell wieder nach. Dieses Verhaltensmuster haben wir bereits im letzten Jahr beobachtet», erklärt Renkert.


Konsumierende müssen auch mehr Geld für sonstige Dienstleistungen für Individualverkehr wie etwa Mietwagen bezahlen – die Preise sind im Juli um 11,3 Prozent gestiegen (Juni: plus 8,2 Prozent).


Weiter unter den Top 5 der am stärksten verteuerten Güter sind Speichermedien und Inhalte (plus 4,4 Prozent), Früchte, Gemüse, Kartoffeln und Pilze (plus 2,4 Prozent) sowie Heimtierartikel (plus 1,7 Prozent).


Schweiz liegt bei Teuerung im europäischen Vergleich weit hinten

Der Blick über die Landesgrenze hinaus zeigt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat war die Teuerung in der Schweiz tiefer als in der Eurozone. Gemäss Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, sind die Preise in diesem Zeitraum in den Euroländern um 5,4 Prozent gestiegen (gesamte EU: plus 6,4 Prozent). Im Juli lag die Inflationsrate bei minus 0,1 Prozent (gesamte EU: plus 0,3 Prozent).


Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten ab 65 Jahren

Die höchste Teuerung erlebten in den letzten 12 Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Sie fühlen aktuell eine Teuerungsrate von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Allerdings wurde für sie das Leben im Juli – verglichen mit dem Vormonat – günstiger, mit einem Minus von 0,2 Prozent.


Rein rechnerisch spüren nach Haushaltstyp Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren prozentual am wenigsten von der Inflation. Mit einem Indexstand von 107,7 hat die gefühlte Teuerung bei ihnen in den letzten 12 Monaten 1,1 Prozent betragen.


Haushalte in der tiefsten Einkommensklasse spüren die Inflation am meisten

Betrachtet man das Einkommen, hat sich das Leben im Vergleich zum Vorjahr für die tiefste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Konsumentenpreisindex ist für diese Klasse um 1,6 Prozent gestiegen. Im Juni ist die Teuerung stabil geblieben.


Am schwächsten von der Teuerung betroffen war die mittlere bis hohe Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 1,2 Prozent gestiegen. Im vergangenen Monat waren die Konsumpreise für die mittlere bis hohe Einkommensklasse unverändert.

Höchste Teuerung in der deutschen und rätoromanischen Schweiz

Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die deutsche und die rätoromanische Schweiz verzeichneten mit plus 1,5 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli sank das Preisniveau um 0,1 Prozent.


Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienische Schweiz mit plus 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wurde dort das Leben im Juli um 0,3 Prozent teurer.


*Comparis-Konsumentenpreisindex


Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK umfasst 12 Hauptkategorien, darunter auch langfristige Investitionen und Wohnungsmieten. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.


Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH bildet die gefühlte Inflation ab, indem er die LIK-Daten um Mieten und dauerhafte Güter wie Personenwagen und Möbel bereinigt. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter wird ein geglätteter 20-Jahre-Preisvergleich berechnet sowie eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen (*) angestellt. Sofern Zahlen ausserhalb der Abschnitte zu Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen nicht mit einem Sternchen versehen sind, stammen die Angaben unverändert aus dem LIK.

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