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Sagt den örtlichen Stromversorgern langsam goodbye

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 10 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Seit dem 1. Januar 2026 geht die Schere bei den Strompreisen in der Schweiz weiter auseinander. Während einige Stromversorger gut und im Interesse der Stromverbraucher arbeiten, wursteln einige von Pleiten über Pech in die nächste Panne. Durchschnittlich ist der Strompreis schweizweit leicht gesunken. Doch nicht überall. Nur im Kanton Schaffhausen ist der Strom beispielsweise noch teurer als im Kanton Solothurn. In Kestenholz ist der Strom sogar am teuersten im ganzen Land. Auch Wolfwil und Fulenbach schrecken im Kanton Solothurn mit hohen Strompreisen ab. Doch auch im Aargau gibt es teuren Strom, etwa in Büttikon, Oberlunkhofen oder Murgenthal. Je nachdem wo man wohnt, lohnt sich eine eigene PV-Anlage also fast sicher.


Archivbild von soaktuell.ch.
Archivbild von soaktuell.ch.

In der Schweizer Energielandschaft markiert das Jahr 2025 einen Wendepunkt. Während die Solarbranche in den vergangenen Jahren von einem Rekord zum nächsten eilte, zeigt sich aktuell ein differenziertes Bild: Der Markt wird erwachsener, aber auch anspruchsvoller.


Die „Sonnendelle“ bei den Kleinstanlagen


Besonders im Fokus stehen die Anlagen unter 30 Kilowatt (kW) – also jene typischen Installationen auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Nach dem massiven Boom der Jahre 2023 und 2024, in denen die Wartezeiten für Installateure oft Monate betrugen, hat sich die Lage 2025 beruhigt.


Aktuelle Marktdaten von Swissolar und Branchenanalysen deuten darauf hin, dass die Neuinstallationen in diesem Segment 2025 um etwa 5 bis 10 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind. Experten sprechen von einer „Konsolidierung“. Die Gründe dafür sind vielfältig:


  1. Gesättigte Nachfrage: Viele Eigenheimbesitzer, die eine Anlage wollten, haben diese bereits während der Energiekrise realisiert.

  2. Wirtschaftliche Unsicherheit: Schwankende Rückliefertarife haben die Planungssicherheit für Private erschwert.

  3. Zinsumfeld: Die Finanzierung kleinerer Projekte ist durch die Zinslage im Vergleich zu 2022 teurer geworden.


Trendwende: Qualität und Systemintegration


Trotz des leichten Rückgangs bei der Anzahl der Anlagen gibt es eine positive Entwicklung bei der Qualität. 2025 werden kaum noch „reine“ Solaranlagen verbaut. Der Standard ist heute die Kombination aus PV, Batteriespeicher und intelligenter Steuerung (Smart Home).


Zudem profitieren Kleinstanlagen seit Anfang 2025 von neuen regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Einführung der garantierten Mindestvergütung (oft bei etwa 6 Rappen pro kWh für Anlagen unter 30 kW) bietet nun einen Sicherheitsboden für jene, die ihren Strom nicht komplett selbst verbrauchen können.


Vergleich: Wo steht die Schweiz?


Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich eine Verschiebung der Dynamik. Während früher die Privatdächer das Zugpferd waren, übernehmen 2025 verstärkt Grossanlagen auf Gewerbebauten und Infrastrukturen (über 100 kW) sowie Alpine Solaranlagen die Rolle der Wachstumstreiber.


Fazit für Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen


Das Jahr 2026 ist trotz der „Delle“ ein guter Zeitpunkt für Investitionen, auch in Kleinanlagen auf Hausdächern. Die Gründe:


  1. Wer den selber produzierten Strom seiner PV-Anlage weitgehend selber verbrauchen kann, wird seine Stromrechnung um die Hälfte oder mehr reduzieren. Es gibt eine einfache Faustregel: Nehmen Sie die Stromrechnungen des Jahres 2025 zur Hand, geteilt durch zwei, das ist in etwa die Einsparung, die Ihnen eine eigene PV-Anlage bringt. Wenn Sie diese Einsparung mal 25 Jahre Amortisationszeit rechnen, kommen Sie auf den Betrag, den Sie für die PV-Anlage investieren sollten.

  2. Wo die Strompreise saumässig hoch sind und die örtlichen Stromlieferanten den wahren Grund dafür verschleiern, nämlich dass sie 2022 zu Beginn des Ukrainekriegs mehrjährige Knebelverträge für die Stromlieferung ohne juristisch harte Ausstiegsklausel eingegangen sind, bleibt der Strompreis noch jahrelang hoch. Hier lohnt sich eine eigene PV-Anlage fast sicher.

  3. Wer beabsichtigt, seine Ölheizung durch eine Wärmepumpe und sein Auto durch ein E-Auto zu ersetzen, wird künftig den Stromverbrauch fast verdoppeln. Hier lohnt sich eine PV-Anlage auf jeden Fall.

  4. Die Preise für Solar-Module haben sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert, und die Verfügbarkeit von Fachkräften ist deutlich besser als in den Vorjahren. Auch die Preise der Stromspeicher fallen zusammen. Anlagen mit ca. 12 kWp plus 10 KW Speicher sind schon mit einer Investition um die 25'0000 Franken zu haben.

  5. Die Zinsen für Kredite sind gegenüber 2025 gesenkt worden.


Weshalb das Stromabkommen mit der EU für viele Schweizer Stromkunden ein Segen wäre


Wir werden voraussichtlich 2027 über neue Bilaterale Verträge mit der EU abstimmen. Mit dem Stromabkommen kann das ausgeliefert sein der Privatkunden und KMU an die unterschiedlichen Strompreise je nach Wohngemeinde mit Sicherheit entschärft werden. Private konnten ihren Stromlieferanten bisher nicht wechseln. Mit dem neuen Stromabkommen können sie das. Das Abkommen setzt voraus, dass die Schweiz ihren Strommarkt für alle Kunden öffnet. Bisher können nur Grossverbraucher (über 100.000 kWh) ihren Stromanbieter frei wählen. Mit dem Abkommen erhalten auch Privathaushalte und KMU das Recht, den Anbieter zu wechseln. Es wird also Anbieter geben, die ihren Strom günstiger liefern, Niedertarife anbieten oder mehr den Strom von PV-Anlagen bezahlen.


Wer nicht wechseln will, kann selbstverständlich in der „Grundversorgung“, also bei der bisherigen Stromversorgung bleiben. Der entstehende Markt wird den Druck erhöhen, dass die heutigen Stromlieferanten ihre Konditionen massiv kundenfreundlicher gestalten, ob es ihnen passt oder nicht. Heute machen sie das Gegenteil. Sie schaffen Niedertarife ab, zahlen immer weniger für den überschüssigen Strom aus PV-Anlagen und verkaufen diesen dann völlig überteuert an diejenigen Kunden, die keine PV-Anlagen haben. Klartext: Das Monopol macht aus den Stromkunden Melkkühe. Das neue Stromabkommen mit der EU würde dieses Problem relativ schnell lösen.

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