Jeder Fünfte für eine Aufstockung der Goldreserven der SNB
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
20 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer befürwortet eine Aufstockung der Goldreserven seitens der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Bei der männlichen Bevölkerung ist dieser Wunsch sogar etwas ausgeprägter. Dies zeigt eine Zusatzbefragung im Rahmen der aktuellen Edelmetall-Studie des Edelmetallhändlers philoro und der Universität St.Gallen (HSG).
philoro SCHWEIZ AG / Redaktion soaktuell.ch

Am Freitag gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Jahresabschluss 2025 bekannt. Demnach erzielte die SNB nach provisorischen Berechnungen einen Gewinn von rund 26 Milliarden Franken. Wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen haben die Buchgewinne auf die Goldbestände in der Höhe von 36,3 Milliarden Franken.
SNB verzeichnet dank Goldpreis-Rallye satte Buchgewinne
Die Goldbestände haben das Jahresergebnis enorm positiv beeinflusst. Denn der Goldpreis ist im vergangenen Jahr stark gestiegen, so dass die SNB entsprechend satte Buchgewinne verzeichnen konnte. Kein Wunder daher, dass ein beachtlicher Teil der Schweizer Bevölkerung nun der Meinung ist, die staatlichen Goldreserven sollten aufgestockt werden.
Wie die aktuelle Edelmetall-Studie zeigt, begrüssen es 15 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, wenn die SNB ihre Goldbestände leicht erhöht, 5 Prozent sind sogar für eine starke Erhöhung. Insgesamt ein Viertel der Männer favorisiert einen Zukauf von Gold seitens der Nationalbank grundsätzlich. Ungeachtet des Geschlechts sind nur 11 Prozent der Studienteilnehmenden für einen Abbau der Bestände.
Forderung nach höheren Goldreserven nachvollziehbar
Die Schweizerische Nationalbank hat in den letzten Jahrzehnten massiv Gold verkauft. «Hätte die Nationalbank nach dem Millenniumswechsel ihre Goldbestände gehalten, hätte Sie in den letzten Jahren noch weitaus grössere Gewinne verbuchen können», sagt Christian Brenner, CEO von philoro SCHWEIZ. «Es ist daher nachvollziehbar, dass ein beachtlicher Anteil der Bevölkerung für eine Aufstockung der Goldreserven ist», so Brenner.
Allerdings besitze die Schweiz in Anbetracht ihrer Grösse sehr viel Staats-Gold, erklärt der Edelmetall-Experte. So halte etwa Österreich nur 250 Tonnen Gold. «Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass der Franken eine sehr starke und stabile Währung ist», ergänzt Christian Brenner von philoro.
Nationalbanken im Osten kaufen in hohem Tempo Gold
In den letzten Jahren hat sich die Goldnachfrage durch Zentralbanken enorm verstärkt. Vor allem Polen, China, Indien und andere asiatische Staaten legen grosse Goldvorräte an, wohl um sich vom Dollar zu lösen oder um sich auf einen grösseren Krieg vorzubereiten. Brenner sieht aber noch einen anderen Grund dafür, dass das gelbe Edelmetall bei Nationalbanken sehr beliebt ist: «Gold ist eine gute zusätzliche Anlageform, um die Risiken zu streuen und Schwankungen an den Kapitalmärkten abzufedern.»
Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2009 verkaufte die Schweizerische Nationalbank 1'300 Tonnen Gold, mehr als die Hälfte ihrer Bestände. Dies zu einem sehr tiefen Preis. Seitdem hält die SNB 1'040 Tonnen Gold. Gemäss der Edelmetall-Studie 2025 sind 37 Prozent der Befragten der Meinung, die SNB solle den Goldbestand konstant halten, knapp ein Drittel (32%) gaben «weiss nicht» an. 11 Prozent würden jetzt Gold verkaufen, zum derzeit hohen Preis. Aber 20 Prozent würden jetzt Gold kaufen, wahrscheinlich wegen der volatilen geopolitischen Lage.
Über die Edelmetall-Studie
Von Juli bis September 2025 führte das Institut für Marketing und Customer Insight der Universität St. Gallen (HSG) eine schweizweite Studie zur Einstellung von Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber physischen Edelmetallen als Anlageform durch. Es wurden 3'012 Erwachsene aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz online befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ. Mittels Quoten konnte eine grosse Strukturähnlichkeit zur Schweizer Bevölkerung erzielt werden.
