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Informieren statt Demonstrieren

Nachdem die Landwirte in Deutschland, Frankreich und anderer EU-Länder mit ihren Traktoren lautstark demonstriert haben, gibt es nun auch in der Schweiz verschiedene Gruppierungen, welche auf die Situation in der Schweizer Landwirtschaft aufmerksam machen wollen. Unter dem Namen «Révolte agricole Suisse» formierten sich Landwirte in der Westschweiz und kündigten bereits verschiedene Aktionen an. Diese Idee ist längst auch in der Deutschschweiz angekommen.


Leserbrief von Markus Dietschi, Landwirt, Kantonsrat FDP, Selzach


Für mich ist klar, die Situation in der Schweizer Landwirtschaft ist keinesfalls zufriedenstellend. Die Einkommenssituation ist für viele Betriebe miserabel und die Anforderungen an die Landwirte steigen immer höher bei gleichbleibendem Zahlungsrahmen bei den Direktzahlungen.


Ein weiteres Problem sind die meist viel zu tiefen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse: Obwohl die Lebensmittelpreise in den Läden seit Jahren stark gestiegen sind, erhält der Landwirt kaum mehr für seine Produkte. Trotzdem unterscheidet uns einiges von Deutschland und Frankreich. Die geplanten Kürzungen der Treibstoff-Zollrückerstattung sowie des Zahlungsrahmens für Direktzahlungen wurden erfolgreich verhindert.


Klar, damit ist die Welt noch lange nicht in Ordnung. Meiner Meinung nach sind Demos wie in Deutschland und Frankreich (zurzeit) der absolut falsche Weg! Unsere Gesellschaft besteht nicht nur aus Landwirten. So gibt es Gruppierungen welche noch viel mehr Biodiversität (Biodiversitätsinitiative) fordern, solche welche ein Bioland Schweiz wollen und sogar solche welche die Direktzahlungen und somit die Schweizer Landwirtschaft ganz abschaffen möchten.


Fakt ist: Wir können es nicht allen recht machen. Das heisst aber nicht, dass wir nicht für unsere Anliegen kämpfen. Die Frage ist nur wie? Für mich ist die Antwort klar: Durch Aufklärung! Wenn jeder Landwirt in seinem Umfeld darüber berichtet, was er aufgrund Bundesvorgaben alles leistet und wie dabei hochwertige Lebensmittel entstehen, wie die Einkommenssituation in der Schweizer Landwirtschaft aussieht und welche Anforderungen alle noch auf uns zukommen, dann haben wir die Gesellschaft rasch auf unserer Seite. Somit wären Politik und Handel gefordert.


Sollte ich mit meiner Einschätzung falsch liegen, so könnten wir dann immer noch alle gemeinsam nach Bern fahren.

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