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Industrie will sich von China unabhängiger machen

Fast die Hälfte der deutschen Industriefirmen ist laut einer neuen Umfrage des ifo Instituts derzeit auf wichtige Vorleistungen aus China angewiesen. Viele wollen diese Abhängigkeit verringern, so das Ergebnis.

Symbolbild von tookapic / pixabay.com


"Bedeutsame Vorleistungen"

"46 Prozent aller Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes geben an, aus China bedeutsame Vorleistungen zu beziehen. Von diesen Unternehmen plant fast jedes zweite, diese Importe aus China in Zukunft zu verringern", sagt Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft.


Risiken mit China sind zu hoch

Die Unternehmen wollen damit ihre Bezugsquellen stärker diversifizieren, Kosten und Risiken in der Logistik verringern und sich gegen politische Unsicherheit rüsten. "Die Bestrebungen deutscher Unternehmen könnten durch die deutsche und europäische Handelspolitik wirkungsvoll unterstützt werden", meint Flach.


Auf neue Märkte ausrichten und Risiken verteilen

Sie plädiert auf EU-Ebene für eine zügige Ratifizierung des Handelsabkommens mit den Mercosur-Staaten und ist für die Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko. Auch die Verhandlungen der EU über Abkommen mit Australien oder Indien seien politisch bedeutsam. Auf diese Weise könnten europäische Unternehmen schnell einen verbesserten Marktzugang für diese Länder erhalten und somit die Zahl der Bezugsquellen vergrößern.


Wichtig, aber nicht beherrschend

Die Volksrepublik nimmt als Zulieferer und Absatzmarkt für Deutschland eine wichtige, aber keinesfalls beherrschende Rolle ein. Das zeigt sich laut der Expertin, wenn direkte und indirekte Wertschöpfungsverflechtungen berücksichtigt würden. "Allerdings ist Deutschland bei mehreren spezifischen Industriegütern und Rohstoffen abhängig von China", sagt Flach.


Diversifizierung bei kritischen Gütern und Rohstoffen

"Wenn sich Deutschland abrupt von der chinesischen Wirtschaft abkoppelt, würden spezifische und wichtige Lieferketten unterbrochen. Deswegen ist es notwendig, sich verstärkt um Diversifizierung bei kritischen Gütern und Rohstoffen auf europäischer Ebene zu bemühen", sagt Co-Autor Andreas Baur. Die EU-Länder sollten mit größtmöglicher Geschlossenheit gegenüber Peking auftreten.

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