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Grosse Unterschiede bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen

moneyland.ch, der unabhängige Online-Vergleichsdienst der Schweiz, hat die Ende September veröffentlichten Zahlen für das Corona-Jahr 2020 zu den Verwaltungskosten der Schweizer Krankenkassen analysiert. In der Grundversicherung kostet die Verwaltung der Krankenkassen mehr als 1.5 Milliarden Franken pro Jahr. Zwischen den Kassen gibt es grössere Unterschiede.


moneyland.ch

Tabelle zVg.


Die Verwaltung der Krankenversicherungen in der Schweiz hat ihren Preis. Im Corona-Jahr 2020 kostete die Verwaltung der Krankenkassen-Grundversicherung gemäss den neusten Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) mehr als 1.5 Milliarden Franken. Zu den Verwaltungskosten – dem sogenannten Betriebsaufwand – gehören Personalkosten, Provisionen und Werbekosten.


Resultat: Im Corona-Jahr 2020 kostete die Verwaltung in der Grundversicherung mehr als 1.5 Milliarden Franken. Den grössten Anteil am Betriebsaufwand machten die Personalkosten in der Höhe von gut 1.1 Milliarden Franken aus. Für Werbung gaben die Kassen rund 60 Millionen Franken, für Provisionen zusätzliche 60 Millionen Franken aus. Die gesamten Verwaltungskosten machten rund 4.9% der gesamten Prämien aus.


Immerhin: «Trotz den hohen Ausgaben sind die Verwaltungskosten im Vergleich zu den Gesundheitskosten verhältnismässig gering», so Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. «Hauptverantwortlich für die weiterhin hohen Krankenkassenprämien bleiben die Gesundheitskosten in der Schweiz».


Verwaltungskosten von Schweizer Krankenkassen

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen sind markant: Gemäss den 2021 veröffentlichten Zahlen für 2020 gaben Schweizer Krankenversicherer je nach Anbieter zwischen 98 und 666 Franken an Verwaltungskosten pro versicherte Person aus.


Am geringsten waren die Verwaltungskosten pro Person bei der Sumiswalder Krankenkasse mit 98 Franken pro versicherte Person, gefolgt von der Krankenkasse Luzerner Hinterland (103 Franken) und Sodalis (117 Franken).


Verhältnis von Verwaltungsaufwand zu den Prämien

Um die «Effizienz» von Schweizer Krankenkassen zu bestimmen, gibt es eine weitere Kenngrösse. Diese setzt den Verwaltungsaufwand (plus Abschreibungen) zu den Prämien (abzüglich Risikoausgleich) ins Verhältnis. Im Jahr 2020 betrug dieses Verhältnis für alle Krankenkassen durchschnittlich 4.9%. In der Grundversicherung werden also fast 5% der von den Versicherten bezahlen Prämien für Verwaltungskosten aufgewendet. Zu diesen Kosten gehören unter anderem Marketing-Ausgaben und Löhne der Mitarbeitenden.


Am besten schnitt die Krankenkasse Luzerner Hinterland ab: Sie wendet nur 2.5% der risikobereinigten Prämien für die Verwaltung der Grundversicherung auf. Danach folgen Sumiswalder (2.8%), Visana (3.2%), CSS (3.2%) und Sodalis (3.6%).


Am meisten für die Verwaltung im Verhältnis zu den Prämien gibt die Glarner Krankenversicherung mit 9.6% aus. Hoch ist dieses Verhältnis auch bei der Billigkasse Assura, die 6.7% der Prämien für ihre Verwaltung aufgewendet hat. Diese Zahlen können auch im interaktiven Krankenkassenvergleich auf den Infoseiten von moneyland.ch aufgerufen werden.


Wie viel Provisionen wurden in der Grundversicherung ausgezahlt?

Gemäss Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sind in der obligatorischen Grundversicherung im Jahr 2020 Vermittler-Provisionen in der Höhe von rund 60 Millionen Franken ausgeschüttet worden. Das sind rund 3.8% des Betriebsaufwands oder 0.2% der gesamten Prämien. Im Vergleich zu den Zusatzversicherungen waren die Provisionen an Vermittler in der Grundversicherung gering. In zukünftigen Jahren ist aufgrund einer neuen Branchenvereinbarung für Vermittler mit noch tieferen Provisionen zu rechnen.


Wie hoch sind die Verwaltungskosten der Zusatzversicherungen?

Im Bereich der freiwilligen Krankenzusatz-Versicherungen (VVG) sind die Verwaltungskosten deutlich höher als in der Grundversicherung. Gemäss Zahlen des Bundesamts für Gesundheit und der FINMA betrugen diese im Jahr 2020 fast 2 Milliarden Franken.


Bei den Zusatzversicherungen, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überwacht werden, betrugen die Provisionen rund 92 Millionen Franken (die FINMA publiziert diese Zahlen nicht, die Zahlen sind bei den FINMA-Zusatzversicherungen aber noch markant höher). Das entspricht rund 33.5% des Betriebsaufwands oder 5% der Prämien. Insgesamt beträgt der Betriebsaufwand für die Zusatzversicherungen des BAG fast 15% der Prämien.


Krankenkassenvergleich

Den vollständigen unabhängigen Schweizer Vergleich für Krankenkassenprämien der obligatorischen Grundversicherung finden Sie unter: http://www.moneyland.ch/de/krankenkassen-vergleich. Der Vergleich berücksichtigt die Prämiendaten von allen Krankenkassen und Modellen, Franchisen und Kinderrabatten für beliebig viele Versicherte. Darüber hinaus berechnet der interaktive Vergleich automatisch die optimale Franchise für alle Krankenkassenprodukte.




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