Skigebiete nehmen Touristen aus: Nur Arosa Lenzerheide ist transparent und günstiger
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 12 Minuten
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Die jährlich durchgeführte Erhebung des Konsumentenschutzes zeigt erneut, wie intransparent grosse Skigebiete mit einem dynamischen Preissystem sind: Fünf von elf Skigebiete geben keine Preisobergrenze an. Bei den günstigsten Preisen ist unklar, ob und wie oft diese überhaupt angeboten werden. Drei Gebiete haben die Minimalpreise zudem stark erhöht. Zudem verweigern weiterhin viele Gebiete eine Rückerstattung – auch bei Betriebseinschränkungen. Der Konsumentenschutz deckt verdeckte Preiserhöhungen auf und fordert volle Transparenz und faire Rückerstattungsbedingungen.
Stiftung Konsumentenschutz

Der Konsumentenschutz hat auch dieses Jahr die Minimal- und Maximalpreise von elf Skigebieten mit dynamischen Preisen verglichen und grosse Intransparenz festgestellt. Chäserrugg, Engadin, St. Moritz, Engelberg Titlis, Flims Laax und Zermatt legen keine Obergrenze für ihre Preise fest oder halten diese geheim. An Spitzentagen kann es also zu völlig überteuerten Preisen kommen. Dies ist besonders problematisch für Familien, die nicht unter der Woche oder in der Nebensaison auf die Piste können. Die Aletsch Arena (+ CHF 2) und Belalp (+ CHF 3) deklarieren ihre Maximalpreise, haben auf diese Saison hin leicht erhöht.
Die meisten Skigebiete deklarieren den günstigsten möglichen Preis – ob und wie viele Tickets überhaupt zu diesem Tarif angeboten werden, bleibt aber unklar. Und mit Gstaad (+ CHF 20), Crans-Montana (+ CHF 20) und Belalp (+ CHF 17) haben gleich drei Gebiete die Minimalpreise im Vergleich zur letzten Saison massiv erhöht. Noch problematischer ist, dass die Preisobergrenzen häufig nicht deklariert werden. Für Konsument:innen bleibt weiterhin unklar, wie sich die Preise zusammensetzen.
Konsumentenschutz entlarvt verdeckte Preiserhöhungen
Was der Konsumentenschutz schon länger befürchtet hat, scheint sich zu bestätigen: «Solche intransparente dynamische Preise öffnen Tür und Tor für versteckte Preiserhöhungen.», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes. «Für Konsument:innen ist es unmöglich einzuschätzen, ob ein Angebot teuer oder günstig ist.»
Positiv aufgefallen ist das Gebiet Arosa Lenzerheide, welches Maximal- und Minimalpreis deklariert und letzteren um einen Franken gesenkt hat.
Viele Gebiete verweigern Rückerstattung
Sechs von elf Skigebiete (Aletsch Arena, Chäserrug, Crans-Montana, Engadin St. Moritz, Gstaad, Zermatt) gewähren zudem keine Rückerstattung auf Ticketpreise – auch nicht, wenn der Betrieb eingeschränkt ist. Für Wintersportler:innen ist dies in Kombination mit den dynamischen Preisen besonders problematisch. Sie müssen entweder kurzfristig Tickets kaufen und sehr hohe Preise zahlen, oder sehr früh etwas günstiger buchen. Dann tragen sie aber das volle Risiko von schlechtem Wetter, eingeschränktem Betrieb oder einer kurzfristigen Erkrankung. Um nicht das Risiko einzugehen, viel Geld in den Schnee zu setzen, lohnt es sich, die Rückerstattungsbedingungen zu vergleichen.
Konsumentenschutz fordert volle Transparenz und faire Bedingungen
Der Konsumentenschutz fordert von Skigebieten mit dynamischen Preisen volle Transparenz: Minimal- und Maximalpreise müssen offengelegt werden, damit Konsument:innen Preise vergleichen und informierte Entscheidungen treffen können. Zudem braucht es nachvollziehbare Kriterien für Preisanpassungen und faire sowie verständliche Rückerstattungsbedingungen ohne zusätzliche kostenpflichtige Versicherungen. «Dynamische Preise dürfen nicht dazu führen, dass Konsument:innen systematisch überteuerte Preise zahlen müssen und sie Preisentwicklungen sowie Kaufbedingungen nicht nachvollziehen können.», sagt Sara Stalder.




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