Der Winter ist vorbei: Es gibt mal wieder frische Bettwäsche. Pfui.
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 2 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als sich abends in frisch duftende, glatte Bettwäsche gleiten zu lassen. Es ist dieser eine Moment purer Wellness, bevor uns das Traumland (oder das Grübeln über die Steuererklärung) abholt. Doch seien wir ehrlich: Das Ab- und Neubeziehen ist eine Disziplin, die viele von uns gerne auf die lange Bank schieben. „Sieht doch noch gut aus“, murmelt man am zehnten Tag, während man das Kissen kurz aufschüttelt. Doch die Biologie kennt kein Pardon. Während wir friedlich schlummern, läuft in unserer Matratze eine Party ab, zu der wir eigentlich niemanden eingeladen haben.

Die nackten Zahlen (und wir meinen das wörtlich)
Jeder Mensch verliert pro Nacht etwa einen halben Liter Schweiß. Im Hochsommer oder bei fiebrigen Träumen reicht das locker für ein kleines Planschbecken. Dazu gesellen sich jede Menge Hautschuppen – die Leibspeise der Hausstaubmilbe. Wer sein Bett zwei Wochen nicht bezieht, serviert diesen mikroskopisch kleinen Gästen quasi ein Fünf-Sterne-Buffet inklusive All-you-can-eat-Garantie.
Die Faustregel: Alle 14 Tage – oder öfter?
Für den Durchschnittsschläfer in den Kantonen Aargau und Solothurn gilt: Alle zwei Wochen ist der Wechsel Pflicht. Aber Achtung, es gibt „Risikogruppen“, die öfter ran müssen:
Die Nacktschläfer: Wer Textilien zwischen Haut und Laken weglässt, überträgt Körperfette und Schweiß direkt auf die Wäsche. Hier ist der wöchentliche Wechsel Ehrensache.
Die Haustier-Kuscheler: Wenn „Bello“ oder „Tigerli“ mit im Bett übernachten, bringen sie nicht nur Liebe, sondern auch Strassenschmutz, Haare und vielleicht den einen oder anderen blinden Passagier mit. Einmal pro Woche waschen ist hier das Minimum.
Die Sommer-Schwitzer: Wenn das Thermometer steigt, sollten die Laken öfter in die Trommel. Bakterien lieben das feuchtwarme Klima – wer will schon in einer Petrischale schlafen?
Die Allergiker: Milbenkot ist der Erzfeind jeder freien Nase. Wöchentliches Waschen bei hohen Temperaturen ist hier keine Fleissaufgabe, sondern pure Überlebensstrategie für die Atemwege.
Die Vielsexler: Sex im Bett hinterlässt Spuren durch allerlei Körpersäfte. Viel Sex hinterlässt viele Spuren. Mehr gibt es hier wohl nicht zu sagen.
Der Kissen-Hack für reine Haut
Ein kleiner Tipp für alle, die mit Unreinheiten zu kämpfen haben: Das Kopfkissen ist oft der Übeltäter. Dort sammeln sich Reste von Haarstyling-Produkten, Nachtcremes und Schweiß. Wer zu Akne oder Ekzemen neigt, sollte den Kissenbezug alle zwei bis drei Tage wechseln. Dein Spiegelbild wird es dir danken.
Die richtige Taktik: Heiß und luftig
Damit die Hygiene nicht nur oberflächlich bleibt, hier die goldenen Regeln:
60 Grad sind das Ziel: Bei 40 Grad lachen sich die meisten Keime und Milben nur ins Fäustchen. Erst ab 60 Grad wird es für sie ungemütlich (und final).
Mut zur Unordnung: Wer sein Bett direkt nach dem Aufstehen akkurat macht, schließt die Feuchtigkeit ein. Viel besser: Decke weit zurückschlagen, Fenster auf und das Bett „ausdampfen“ lassen. Das ungemachte Bett ist also keine Faulheit, sondern angewandte Hygiene!
Wer sein Bett liebt, der wäscht
Es muss nicht jeden dritten Tag sein, aber wer die 14-Tage-Marke reißt, teilt sich sein Kopfkissen mit einer ziemlich lebendigen Mikro-Fauna. Und mal ehrlich: Das Gefühl der ersten Nacht in frischer Wäsche ist es doch wert, oder?
