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Credit Suisse Absturz: Auch Regiobank Solothurn profitiert von vielen Neukunden

Die Nachrichten rund um die Zwangsfusion der Credit Suisse mit der UBS reissen nicht ab. Markus Boss, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Regiobank Solothurn, schätzt die Lage auf dem Finanzplatz Schweiz ein und zeigt auf, wie sich die regionale Verankerung der Regiobank positiv auf die Kundenbeziehung auswirkt.


Regiobank Solothurn AG

Markus Boss, Sie sind seit über 20 Jahren Vorsitzender der Geschäftsleitung der Regiobank Solothurn AG. Wie haben Sie die Nachrichten der Zwangsfusion aufgenommen?


Markus Boss: Ich war konsterniert und schockiert. Ich hätte es vor zwei Wochen für undenkbar gehalten, dass die UBS die CS in dieser kurzen Zeit übernehmen würde – trotz der Schwierigkeiten, in denen die CS steckte. Mit der CS verliert die Schweiz eine der beiden Grossbanken, was für den Finanzplatz ein schlechtes Signal ist.


Können Sie der Regiobank-Kundschaft bitte eine persönliche Einschätzung der Ereignisse der letzten Tage geben?


Die schwierigen Situationen in den letzten Jahren schadeten dem Image der Credit Suisse. Aufgrund verschiedener Ereignisse, u. a. dem Zusammenbruch der SVB (Silicon Valley Bank) in den USA, sowie aufgrund von Aussagen des saudischen Grossaktionärs schien das Vertrauen der Kundschaft in die Überlebensfähigkeit und die Solidität der CS in den letzten Wochen deutlich zu schwinden. Die Folgen waren verheerend: Der Aktienkurs stürzte buchstäblich ab und die Kunden transferierten sehr grosse Volumen an Kundengeldern zu anderen Finanzinstituten. Der Druck von verschiedenen Seiten wurde offensichtlich so gross, dass sich der Bundesrat, die Schweizerische Nationalbank und die FINMA verpflichtet fühlten, zugunsten der Stabilität des Finanzsystems die drastische Massnahme mit einer via Notrecht «befohlenen» Fusion zu ergreifen; dies, obschon die Credit Suisse die Eigenmittel- und Liquiditätskennzahlen bis zum Schluss einhielt.


Blicken wir in die Zukunft: Wie wird sich der Bankenplatz Schweiz nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS langfristig verändern?


Die «neue» UBS ist – im Verhältnis zur Grösse der Schweiz – sehr mächtig. Sie wird weltweit die mit Abstand grösste Vermögensverwalterin. Das ist erfreulich und sie hat eine hervorragende Ausgangslage. Ihre Grösse und Komplexität stellen jedoch ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko für unser kleines Land dar. Die «too big to fail»-Regelung war nachweislich im Falle der CS nicht tauglich. Man müsste somit regeln, wie mit der Grösse der UBS umgegangen wird. Ein Hauptproblem ist jedoch, dass die Auswahl an Grossbanken in der Schweiz nun fehlt.


Insbesondere grössere und international tätige Unternehmen sind auf die Dienstleistungen einer Grossbank angewiesen. Nun existiert mit der UBS nur noch eine Grossbank, die quasi ein Monopol im Erbringen gewisser Dienstleistungen hat. Folglich fehlt nun in diesem Bereich die sinnvolle und für Kunden wichtige Konkurrenz unter Banken. Das Verschmelzen der zwei Grossbanken wird sich zudem negativ auf die Beschäftigten auswirken. Die neue UBS wird deutlich weniger Mitarbeitende beschäftigen als bisher die UBS und CS zusammen. Es wird somit zu einem namhaften Stellenabbau kommen. Da in vielen Branchen Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel herrscht, kann ein Teil davon aufgefangen werden. In den nächsten Jahren wird die neue UBS mit dem Übernahmeprojekt stark intern beschäftigt sein. Kunden, Mitarbeitende und v. a. auch die sehr komplexen Informatiksysteme müssen zusammengeführt und auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet werden. Dies ist ein ausgesprochen herausforderndes sowie zeit- und kostenintensives Projekt.

Sie erwähnen den Vertrauensverlust, der die Credit Suisse erlitt. Wie sichert sich die Solothurner Regiobank das Vertrauen der Kundinnen und Kunden?


Vertrauen ist das wichtigste Gut einer Bank. Dies ist in der DNA der Regiobank Solothurn AG verankert. Vertrauen kann nicht mit Zahlen allein erreicht werden, sondern hat stark auch mit «weichen» Faktoren zu tun. Genau hier sind unsere Stärken, die Vertrauen fördern und schaffen: Wir sind primär in der Region Jura-Südfuss und in den angrenzenden Gebieten der Nachbarkantone tätig, wir machen, was wir können, sind nicht abgehoben, hatten nie Skandale, sind verlässlich und kommunizieren klar und sind bescheiden – und teilweise sogar etwas «langweilig». Die mit der Führung der Bank vertrauten Personen, sprich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, sind erfahren und ausgezeichnet ausgebildet und mit der Region bestens vertraut. Unsere Kundinnen und Kunden bestätigen uns zudem, dass wir einen hohen Kundennutzen generieren und dass unsere Dienstleistungen betreffend Qualität, Preis und Verlässlichkeit sehr konkurrenzfähig sind. Daneben legen wir selbstverständlich grossen Wert darauf, dass auch unsere Zahlen stimmen. Wir weisen seit Jahren ein sehr gesundes Wachstum, steigende Gewinne und höhere Eigenmittel aus. Alle regulatorischen Vorgaben halten wir problemlos und deutlich ein.


Inwiefern beeinflussen die Ereignisse die Geschäftstätigkeit der Regiobank?


Seit einigen Wochen stellen wir einen erhöhten Zulauf von Neukunden fest, die hauptsächlich Gelder zu uns transferieren wollen. Diese Entwicklung ist sehr positiv und sinnvoll und die neuen Gelder dienen dazu, das Wachstum bei den Hypotheken und Krediten zu finanzieren. Das Wachstumspotenzial, v. a. im Firmenkundengeschäft, ist sehr gross und wir wollen dieses nutzen. Wobei wir sehr genau darauf achten, dass wir nicht übermässige Risiken eingehen. Wir erzielen das Wachstum mit unseren bekannten Produkten und Dienstleistungen, die wir kennen und deren Risiken wir sehr gut einschätzen können. Alle Kunden sind uns wichtig: die bestehenden, die uns kennen und mit denen wir das Geschäftsvolumen weiter ausbauen wollen, sowie die sehr willkommenen Neukunden.


Foto: Markus Boss, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Regiobank Solothurn AG.

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