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Aldi Suisse schliesst Prestige-Standorte, weil sie schlicht zu teuer sind

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    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

In einer Zeit, in der das Haushaltsbudget vieler Schweizer Familien unter Druck steht, setzt Aldi Suisse ein klares Zeichen für seine Kunden. Der Discounter korrigiert sein Filialnetz in teuren urbanen Zentren und beweist damit Rückgrat: Statt hohe Mieten - teilweise sogar einen Anteil am Ertrag - an Grossinvestoren in den Innenstädten zu zahlen, investiert das Unternehmen lieber in dauerhaft tiefe Preise. Ein kaufmännischer Befreiungsschlag, der den Schweizer Konsumenten zugutekommt.


Foto: Aldi Suisse
Foto: Aldi Suisse

Es ist eine Nachricht, die aufhorchen lässt: Aldi Suisse trennt sich von fünf Standorten in Top-Lagen, darunter Filialen im Zürcher Glattzentrum und in der Berner Zytglogge-Passage. Was auf den ersten Blick wie ein Rückzug wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein klares Bekenntnis zur eigenen DNA: Aldi will und muss der günstigste Anbieter der Schweiz bleiben.


Verzicht auf Prestige für echtes Sparpotenzial


Während die Konkurrenz oft Millionen in aufwendige Ladenbauten und repräsentative City-Lagen investiert – Kosten, die am Ende über den Produktpreis vom Kunden mitfinanziert werden – zieht Aldi Suisse nun die Reissleine. Die überrissenen Fixkosten in den Stadtzentren drücken massiv auf die Margen. Oft müssen Läden dort einen Teil ihres Umsatzes direkt als Miete abgeben. Das geht gar nicht. Kein Wunder, ist das Einkaufen in der Schweiz massiv teurer als im benachbarten Ausland. Aldi Suisse setzt ein Zeichen und macht das nicht mehr mit.


Indem Aldi diese „Prestige-Falle“ verlässt, sichert der Discounter seinen Handlungsspielraum beim Preis. Für die Kunden bedeutet das: Jeder Rappen, den Aldi bei der Miete und sonstigen Kosten spart, muss nicht auf den Preis von Milch, Brot oder Gemüse aufgeschlagen werden. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist dies ein wichtiges Signal an alle Haushalte, die massiv aufs Budget schauen müssen oder wollen.


Effizienz als Erfolgsmodell


Aldi Suisse bleibt seiner Linie treu und fokussiert sich wieder verstärkt auf das bewährte Modell am Stadtrand. Diese Standorte bieten nicht nur logistische Vorteile für die Anlieferung und eine bequemere Erreichbarkeit mit dem Auto, sondern vor allem schlanke Kostenstrukturen. „Wir fokussieren uns auf effiziente Prozesse. Nur so können wir Vorteile an unsere Kundschaft weitergeben“, lässt der Discounter verlauten.


Dass diese Strategie aufgeht, zeigen die Zahlen: Trotz des harten Wettbewerbs verzeichnet Aldi ein Kundenwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Die Schweizerinnen und Schweizer schätzen die Ehrlichkeit des Konzepts: Schlichte Filialen, effizientes Personal und dafür Qualität zum Bestpreis. Immer mehr Kundinnen und Kunden wollen Prestige, grosskotzige Konzepte oder viel zu grosse Flächen an jeder Ecke nicht mehr mitfinanzieren. Sie wollen einfach günstige Preise. Das hat Aldi Suisse richtig festgestellt.


Fazit: Ein mutiger Schritt für die Preisführerschaft


Der Rückzug aus den Zentren ist also kein Zeichen von Schwäche, sondern ein strategischer Vorteil. Während Migros und Coop mit ihren komplexen Strukturen und teuren Lagen kämpfen, beweist Aldi Suisse Agilität. Das Ziel von 260 Filialen bleibt bestehen – nur eben dort, wo es wirtschaftlich Sinn ergibt, wo die Erreichbarkeit mit dem Auto hoch und die Kosten tief sind. Schliesslich kann man dem explodierenden Einkaufstourismus nur mit günstigeren Preisen und nicht mit Protz-Filialen begegnen. Für den Schweizer Konsumenten ist das eine gute Nachricht: Aldi bleibt der Garant dafür, dass der Wocheneinkauf in der Schweiz auch künftig bezahlbar bleibt. Und die grossen Immobilienbesitzer wissen jetzt, dass sie mindestens Aldi nicht mehr mit hohen Quadratmeterpreisen über den Tisch ziehen können. Da müssen sie bei anderen anklopfen.

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