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Wir sind nicht machtlos gegen die Covid-Pandemie

Die Intensivstationen füllen sich mit ungeimpften Covidpatienten. Die Intensivbetten werden knapp. Das Pflegepersonal ist wieder noch stärker überlastet. Diese distanzierte, sachliche Beschreibung generiert in unserem Kopf Bilder von weiss bezogenen Betten und heldenhaften Krankenschwestern und löst damit nicht das Gleiche aus wie Bilder verhungernder Kleinkinder in Afrika: Den menschlichen Impuls, helfen zu wollen, um Sterben und Leid zu vermindern.


Leserbrief von Marlene Fischer, Grüne Kantonsrätin, Olten


Jetzt einfach zu sagen, "hätte man die Intensivbetten nicht abbauen sollen" oder "wer sich nicht impft, ist selbst schuld" ist empathielos und realitätsfremd, und eine menschenverachtende Form von Whataboutism. Die Schuldfrage darf nicht entscheiden, ob wir jemanden im Spital verrecken lassen. Und hinter jedem Intensivbett steckt hochqualifiziertes Pflegepersonal, von dem wir zu wenig haben, da wir es beschissen bezahlen und in dauernder Überlastung arbeiten lassen.


Die Tatsache, das Spitäler Operationen herauszögern müssen, weil ihre Intensivstationen voll sind mit ungeimpften Covidpatientinnen, sollte bei uns mehr als ein Schulterzucken auslösen. Denn bei diesen Operationen handelt es sich nicht um Brustvergrösserungen oder Haartransplantationen, sondern um zeitkritische lebensnotwendige Eingriffe.


Beispiel: Ein Familienvater liegt mit entzündeter Herzklappe und Blutvergiftung im Spital und muss dringend operiert werden. Dringend heisst: Es besteht die Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzstillstandes. Nach der Operation müsste er auf die Intensivstation. Aber die ist (fast) voll, mit ungeimpften Covidpatienten. Der Mann kann nur operiert werden, wenn in der Nacht kein grosser Verkehrsunfall passiert, der die letzte Intensivkapazität beansprucht. Die Familie zu Hause ist machtlos und kann nur auf eine ruhige Nacht hoffen.


Aber die Covid-Pandemie ist keine unabwendbare Naturkatastrophe, die uns überrollt wie ein Tsunami. Die Wellen, die zu viel Leid über unsere Gesellschaft bringen, können gebrochen werden. Und dafür müssen wir nicht unser Erstgeborenes an den Teufel verkaufen. Nein, die Lösung ist ein kleiner, doppelter Pieks mit einem zugelassenen Impfstoff.


Sich impfen zu lassen ist keine politische, ideologieschwere Frage, die wir uns stellen müssen. Sich impfen zu lassen ist die Antwort zur Überwindung der Pandemie. Hören wir auf mit Whataboutism und damit, esoterische Befindlichkeiten auf Augenhöhe mit Leben und Tod zu diskutieren.

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