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Trumps Zoll-Diktat: Wie die Schweiz klammheimlich die Reissleine zieht

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die USA drohen der Schweiz mit neuen Strafzöllen von 12,5 Prozent. Doch Washington unterschätzt die Eidgenossenschaft. So wie Trump den Iran, die Ukraine oder Europa unterschätzt hat. Während Bern offiziell versucht, die Wogen zu glätten, vollzieht sich hinter den Kulissen und in der Bevölkerung eine radikale geopolitische Neuausrichtung. Die einstige verlässliche Partnerin Schweiz emanzipiert sich im Eiltempo von den USA und richtet sich neu aus.


Jetzt ist Schluss: Bei neuen Zöllen von Trump wird die Schweiz den Stecker ziehen. Das Volk tut es bereits. KI-generierte Illustration.
Jetzt ist Schluss: Bei neuen Zöllen von Trump wird die Schweiz den Stecker ziehen. Das Volk tut es bereits. KI-generierte Illustration.

Donald Trump pokert hoch. Mit dem Vorwurf mangelnder Bekämpfung von Zwangsarbeit fordert sein Handelsbeauftragter Jamieson Greer neue Abgaben. Doch der wahre Grund liegt tiefer: Die US-Kriegskasse ist nach den jüngsten militärischen Konflikten im Nahen Osten massiv strapaziert, und die heimische Wirtschaft schwächelt. Das US-Volk ist mit explodierenden Preisen konfrontiert. Zölle dienen Trump seit jeher als innenpolitisches Machtinstrument. Doch dieser Schuss könnte im Sommer 2026 nach hinten losgehen. Die Schweiz bricht gerade mit alten Gewissheiten.


Rüstungskrimi: Eiszeit im VBS


Zwar läuft die Montage der ersten Schweizer F-35-Kampfjets in den USA unaufhaltsam weiter, doch an anderen Fronten herrscht bereits eisige Realität. Beim milliardenschweren Patriot-Flugabwehrsystem hat das VBS die Zahlungen offiziell sistiert. Grund dafür sind massive Lieferverzögerungen von bis zu sieben Jahren und dreiste Preisaufschläge seitens der USA. Dass Washington nun sogar eigenmächtig Gelder aus dem F-35-Topf umleitet, um das Patriot-Projekt intern querzusubventionieren, sorgt im Bundeshaus für offene Empörung. Gleichzeitig treffen Offerten für Flugabwehrsysteme aus anderen Ländern in Bern ein.


Die Konsequenz ist historisch: Die Schweiz holt keine neuen Rüstungsofferten mehr in Übersee ein, sondern orientiert sich radikal nach Europa. Für die bodengestützte Luftverteidigung mittlerer Reichweite setzt die Armee konsequent auf das deutsche IRIS-T-System. Da die USA zudem aufgrund des Iran-Konflikts völkerrechtlich als aktive Kriegspartei gelten, sind neue Schweizer Waffenexporte in die USA bereits blockiert. Der rüstungspolitische Schwenk weg von Washington ist also in vollem Gange, auch wenn man vordergründig alles schönredet.


Der stille Boykott der Bevölkerung


Noch deutlicher ist die Entfremdung im Alltag der Menschen. Herr und Frau Schweizer stimmen längst mit dem eigenen Portemonnaie ab. Die Verkaufszahlen von US-Automarken wie Ford oder Tesla sind auf dem Schweizer Markt massiv eingebrochen. Tesla flog im Segment der Elektrofahrzeuge komplett aus den Top 10, während Traditionshersteller wie Ford bei den SUVs einen regelrechten Kollaps von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einstecken mussten.


Auch das Fernweh hat klare Grenzen bekommen: Die Buchungen für USA-Reisen verzeichneten 2025 einen spürbaren Rückschlag von über 20 Prozent. Selbst im digitalen Raum bröckelt die US-Dominanz massiv. Facebook und Instagram verlieren laut aktuellen Medienstudien erstmals spürbar an aktiven Nutzern in der Schweiz, während Elon Musks Plattform X in der Deutschschweiz regelrecht kollabiert und ein Drittel seiner Reichweite eingebüsst hat. Profitieren können TikTok und Bluesky.


HP, Dell und Apple unter Druck


In der Schweiz war der PC- und Laptop-Markt traditionell fest in amerikanischer Hand, angeführt von HP (Hewlett-Packard), dicht gefolgt von Dell und Apple. Doch dieser Thron wackelt gewaltig: Der chinesische Riese Lenovo hat HP in Europa global längst überholt und rückt ihm auch in der Schweiz extrem dicht auf die Pelle. Bei den Verkaufszahlen von Notebooks und Workstations holt Lenovo Jahr für Jahr auf. Grund dafür ist, dass Lenovo (vor allem mit der ThinkPad-Reihe) im Schweizer Corporate-Geschäft (KMU und Grosskonzerne) sowie im Bildungswesen (Schulen und Universitäten) extrem aggressiv auftritt. Viele Schweizer Betriebe wechseln bei der Erneuerung ihrer Flotten von HP oder Dell zu Lenovo.


Acer und ASUS als Nutzniesser: Die beiden taiwanischen Hersteller teilen sich den Markt vor allem im Consumer-Bereich (Gaming und Budget-Laptops) auf. Während Acer im Privatkundenbereich und bei Schulen durch ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis punktet, greift ASUS vor allem im Premium- und Gaming-Sektor an.


Bei den Betriebssystemen und Prozessoren ist man noch abhängig von den USA. Nahezu alle diese Geräte laufen mit Microsoft Windows – also einem US-Monopolisten. Die Rechenleistung kommt nach wie vor von Intel, AMD oder NVIDIA – allesamt amerikanische Chiphersteller. Doch in beiden Bereichen gibt es mittlerweile Alternativen, die auch geprüft werden. Auch hier tut sich was auf dem Markt.


Die physische Abhängigkeit der Schweiz von den USA betrifft vor allem Gold für unsere Veredelungsindustrie und Energie (Gas indirekt über Europa). In einer akuten Krise könnte Trump hier durchaus Druck ausüben. Washington weiss ganz genau: Ohne die Liquidität und die logistische Infrastruktur der Schweizer Handelsplätze (Glencore, Trafigura, Vitol oder Gunvor) würde der Exportmotor der amerikanischen Rohstoffindustrie empfindlich ins Stocken geraten. Und ohne Medikamente aus der Schweiz würden viele Amerikaner schlicht sterben. Ja, die Schweiz ist einerseits abhängig, hat mit ihren mächtigen Rohstoffdrehscheiben in Zug und Genf aber auch ein massives Faustpfand in der Hand.


Kurz, wenn Trump Massnahmen gegen die Schweiz beschliesst, schadet das mit einer Verzögerung immer auch seinem eigenen Volk.


Trumps Bumerang


Trump sollte die kleine Schweiz nicht unterschätzen. Die Schweiz lässt sich nicht mehr so leicht einschüchtern und verliert langsam Geduld und Respekt. Durch die konsequente Diversifikation der Märkte – wie das im Bundeshaus vorangetriebene Mercosur-Abkommen – und die rüstungspolitische Abwendung, verliert Amerika schrittweise einen verlässlichsten Anker in Europa. Trump wollte Geld erpressen, doch am Ende verspielt er das jahrzehntelange Vertrauen der Eidgenossenschaft und verliert einen Partner dauerhaft.


Kaputtmachen kann Trump die Schweiz nicht. Dafür sind die Schweizerinnen und Schweizer schlicht viel zu schlau. Trump hat ein Ablaufdatum. Die Schweiz nicht.

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