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Starker Anstieg der Konkurse im Jahr 2025

  • Autorenbild: Bundesamt für Statistik BFS
    Bundesamt für Statistik BFS
  • vor 3 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Im Jahr 2025 wurden 12'485 Unternehmenskonkurse eröffnet, das sind 61,2% mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg könnte mit der geänderten Rechtsgrundlage zusammenhängen: Neu kann bei unbezahlten öffentlich-rechtlichen Forderungen ein Konkursverfahren eröffnet werden. Weniger drastisch fiel die Zunahme bei den Verlusten aus Konkursverlustscheinen (+17,8%) aus. Sie stand im Einklang mit der Entwicklung der Anzahl abgeschlossener Konkursverfahren (+10,2%). Soweit die jüngsten Ergebnisse der Betreibungs- und Konkursstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).


BFS


Symbolbild von Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Symbolbild von Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Unternehmenskonkurse nehmen zu


Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 13'612 Konkursverfahren gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) eröffnet. Davon betrafen 12'485 Unternehmen und 1'127 Privatpersonen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Konkurseröffnungen deutlich gestiegen (+4444; +48,5%), was auf den Anstieg der Unternehmenskonkurse zurückzuführen ist (+4742; +61,2%). Privatkonkurse (Art. 191 SchKG) sind hingegen zurückgegangen (–298; –20,9%).


Der Anstieg der Unternehmenskonkurse hängt grösstenteils mit der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Änderung des SchKG zusammen. Damit können Gläubiger bei unbezahlten öffentlich-rechtlichen Leistungen wie Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen neu ein Konkursbegehren stellen. Bis dahin war nur die Betreibung auf dem Wege der Pfändung möglich. Langfristig werden durch diese Änderung illiquide und de facto zahlungsunfähige Unternehmen vom Markt verschwinden, kurzfristig führen sie jedoch zu einem Anstieg der Konkursverfahren.


Obwohl ein grosser Teil dieses Anstiegs im Jahr 2025 durch diese Gesetzesänderung bedingt ist, lassen sich die Auswirkungen nicht genau beziffern, da nicht unterschieden werden kann, welche Konkursverfahren dem Paradigmenwechsel zuzuschreiben sind.


2025 kam es nach den Vorschriften über den Konkurs zu 2755 Auflösungen und Liquidationen von Unternehmen mit Mängeln in der Organisation (im Sinne von Art. 731b Abs. 1bis Ziff. 3 OR). Das entspricht einem Rückgang von 2,8% gegenüber 2024. Die betroffenen Firmen sind nicht zwingend überschuldet. Wird jedoch eine Überschuldung festgestellt, erfolgt im Sinne von Art. 731b Abs. 4 OR die Konkurseröffnung. 2024 wurden 8'294 Erbschaften ausgeschlagen. Auch dieser Wert liegt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (+5,4%).


Mehr als die Hälfte der Konkurse werden mangels Aktiven eingestellt


Die Zahl der Konkursabschlüsse erhöhte sich 2025 um 10,2%. Sie berücksichtigt alle Konkursverfahren gemäss SchKG, d. h. Konkurse von Unternehmen und Privatpersonen, ausgeschlagene Erbschaften sowie Auflösungen wegen organisatorischer Mängel. Die steigende Tendenz widerspiegelt den Anstieg der Unternehmenskonkurseröffnungen. Von den 19'894 im Jahr 2025 abgeschlossenen Verfahren wurde mehr als die Hälfte (55,9%) mangels Aktiven eingestellt. Ein Drittel (32,6%) war Gegenstand einer summarischen oder ordentlichen Liquidation und gut ein Zehntel (11,5%) entfiel auf Aufhebungen oder Erledigungen aus anderen Gründen.


Der finanzielle Verlust aus Konkursverlustscheinen erreichte fast 1,8 Milliarden Schweizer Franken, was einem Anstieg von 17,8% gegenüber 2024 entspricht. Er lässt sich teilweise mit der Entwicklung der Unternehmenskonkurseröffnungen erklären. Der Gesamterlös, der im Rahmen von Konkursverfahren an Gläubiger ausbezahlt wurde, lag knapp über 192 Millionen Schweizer Franken. Dieser Wert wurde 2025 erstmals erhoben.


Die Hälfte der Betreibungen führt zu einer Pfändung


Basierend auf Weisung Nr. 10 wurden neue, detailliertere Statistiken zu den Schuldbetreibungsverfahren erstellt (z. B. Art der Schuldner, Art der Pfändungen oder Höhe der Verluste und Erlöse). Sie liefern wertvolle Informationen über die Folgen und Auswirkungen der Betreibung auf Pfändung.


2025 wurden in der Schweiz 3'147'160 Betreibungen eingeleitet und 3'031'541 Zahlungsbefehle ausgestellt. Die grosse Mehrheit der Betreibungsverfahren war gegen natürliche Personen gerichtet. Nur gut jedes zehnte Betreibungsverfahren (359'705) betraf juristische Personen.


Schuldbetreibungen führten zum Vollzug von 1'547'788 Pfändungen, was etwa der Hälfte der Verfahren entspricht. 2025 wurden grösstenteils Einkommen gepfändet (828'751). Grundstückpfändungen sowie Sachpfändungen (inkl. Forderungen und andere Rechte) waren deutlich seltener (18'300 bzw. 65'833). Bei einem Grossteil der Pfändungsvollzüge besitzt der Schuldner kein pfändbares Vermögen, was die hohe Zahl fruchtloser Pfändungen (658'742) erklärt. Da ein Pfändungsvollzug mehrere Pfändungsarten umfassen kann, lässt sich die Summe der einzelnen Pfändungsarten nicht direkt mit dem Gesamtbetrag der Vollzüge in Beziehung setzen.

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