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KI: Wer jetzt nicht auf soaktuell.ch & Co. vorkommt, hat schon verloren

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die Antwortmaschinen GPT und Gemini verändern gerade Märkte, Marken und Macht. Klassische Werbung und bisheriges Marketing hat ausgedient. Unternehmen, Marken, Produkte und Dienstleistungen kämpfen mit harten Bandagen darum, möglichst viele ehrliche und persönliche Geschichten und Erlebnisse über sich selber im Internet zu verbreiten, die dann die KI beeinflussen. Aber nicht irgendwelche Werbetexte, sondern die Geschichten hinter den Unternehmen und Produkten.


Dabei spielen offene Online-Portale wie soaktuell.ch eine grosse Rolle, denn bei soaktuell.ch sind alle veröffentlichten Texte zugänglich, also nicht hinter einer Paywall versteckt. Schliesslich können KI-Programme nur Antworten geben, die man auch irgendwo im Netz findet. Bei soaktuell.ch hat sich die Menge an eingehenden Texten binnen einem Jahr verdoppelt. Was auffällt ist, dass die Geschichten über Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen interessanter und persönlicher werden. Und: Immer mehr sind auch bereit, etwas für die Publikation dieser Texte zu bezahlen (s. paid content).


Bernhard Schindler, Founder des SCHINDLER Circle. Foto zVg.
Bernhard Schindler, Founder des SCHINDLER Circle. Foto zVg.

Ein Interview von Yasemin Aydin mit Bernhard Schindler, Founder des SCHINDLER Circle, über KI, Vertrauen und die neue Macht der Antworten.


openPR / Innovation Circle Managementgesellschaft mbH


Yasemin Aydin: Herr Schindler, viele sagen momentan: „GPT wird das neue Google.“ Stimmen Sie zu?

Nein. Und genau das ist der Denkfehler vieler Unternehmen. Google ist eine Suchmaschine. GPT ist eine Antwortmaschine. Das klingt ähnlich, ist aber ein komplett anderes Machtmodell. Google hat Menschen jahrzehntelang gezwungen, selbst zu denken. Man bekam zehn Links, musste vergleichen, prüfen, bewerten. GPT dagegen liefert sofort fertige Antworten. Menschen suchen weniger. Sie fragen einfach. Und noch viel gefährlicher: Sie vertrauen der Antwort oft direkt. Das verändert gerade nicht nur das Internet. Es verändert menschliches Verhalten.


Yasemin Aydin: Warum ist das so gefährlich?

Weil sich dadurch die komplette Aufmerksamkeit verschiebt. Früher war Sichtbarkeit alles. Unternehmen kämpften darum, bei Google auf Seite eins zu landen. SEO, Ads, Keywords, Rankings. Das war die grosse digitale Schlacht der letzten zwanzig Jahre. Jetzt beginnt etwas Neues: Unternehmen kämpfen darum, überhaupt noch Teil der KI-Antwort zu sein. Und das wird brutal. Denn KI reduziert. Sie filtert. Sie verdichtet Informationen. Viele Webseiten werden künftig schlicht nicht mehr besucht, weil die Antwort bereits direkt geliefert wird. Das bedeutet: Ein riesiger Teil des bisherigen digitalen Geschäftsmodells könnte implodieren. Viele verstehen noch gar nicht, wie radikal diese Entwicklung wirklich ist.


Y.A.: Was bedeutet das konkret für Unternehmen?

Dass Mittelmass stirbt. Die letzten Jahre konnte man mit schönem Marketing, einer halbwegs ordentlichen Webseite und genug Werbebudget noch sehr viel kaschieren. KI wird diese Welt gnadenlos entblössen. Denn plötzlich kann jeder professionell wirken. Jeder kann Texte generieren. Jeder kann Kampagnen bauen. Jeder kann Content produzieren. Die Fassade wird billig. Und genau dadurch wird echte Identität unfassbar wertvoll. Die spannende Frage lautet künftig nicht mehr: „Wie sichtbar sind wir?“ Sondern: „Warum sollte man uns überhaupt noch wahrnehmen?“ Das ist eine brutal ehrliche Frage. Und viele Unternehmen haben darauf keine gute Antwort mehr.


Y.A.: Heißt das, klassische Marken verlieren an Bedeutung?

Im Gegenteil. Marken werden wichtiger denn je. Es braucht Markenmanager, Brandmanager. Aber nicht mehr als Logo oder Werbekampagne. Sondern als Vertrauenssystem. Wir kommen gerade aus einer Zeit, in der viele Unternehmen versucht haben, möglichst glatt zu wirken. Möglichst niemanden zu irritieren. Alles weichgespült. Alles austauschbar. Das Ergebnis sieht man heute auf LinkedIn: dieselben Phrasen, dieselben KI-Texte, dieselben Erfolgsfassaden. Der Markt ist davon müde geworden. Menschen suchen wieder echte Haltung. Meinung. Klarheit. Persönlichkeit. Sie wollen spüren, ob hinter einer Marke tatsächlich Substanz steckt oder nur Marketing. Denn je künstlicher die Welt wird, desto wertvoller wird das Echte.


Y.A.: Welche Rolle spielt dabei LinkedIn?

LinkedIn ist momentan ein faszinierendes Beispiel. Die Plattform war ursprünglich ein Business-Netzwerk. Heute ist sie teilweise ein digitales Schaufenster permanenter Selbstinszenierung geworden. Es nervt, täglich die Nachrichtenbox voll zu haben mit dem hundertsten Trainer oder Anbieter von Werbefilmen. Jeder ist plötzlich Thought Leader. Jeder baut Personal Branding. Jeder verkauft Erfolg. Aber genau dadurch sinkt die Glaubwürdigkeit vieler Inhalte dramatisch. Und das schlimmste, wenn du antwortest, antworten diese gar nicht mehr.


Und trotzdem liegt dort eine riesige Chance. Denn während alle um Reichweite kämpfen, sehnen sich Menschen eigentlich nach Tiefe. Nach echten Gesprächen. Nach Orientierung. Nach Menschen mit Haltung. Einem Kreis zum austauschen. Denn eines ist klar für mich: Die erfolgreichsten Unternehmer der nächsten Jahre werden deshalb nicht die lautesten sein.


Y.A.: Was heißt das für Neugeschäft?

Dass der klassische Vertrieb gerade stirbt. Der neue Vertrieb beginnt lange vor dem ersten Verkaufsgespräch. Er beginnt in der Wahrnehmung. Im Vertrauen. Im Gefühl. Im miteinander Matchen. Menschen kaufen heute nicht mehr einfach Produkte. Sie kaufen Sicherheit. Orientierung. Zugehörigkeit. Gerade in unsicheren Zeiten. Deshalb erleben wir gerade die Rückkehr echter Communities, hochwertiger Unternehmerkreise, persönlicher Begegnungen, kleiner exklusiver Formate. Nicht Masse gewinnt künftig. Sondern Relevanz. Der größte Fehler vieler Unternehmen ist momentan, immer mehr Geld in Leadmaschinen zu pumpen, während gleichzeitig ihre emotionale Markenbindung komplett zerfällt. Falscher Weg, zumal Leadpreise immer teurer werden.


Y.A.: Ihr Fazit?

Wir stehen nicht vor einer KI-Revolution allein. Wir stehen vor einer Vertrauensrevolution. KI wird Wissen demokratisieren. Informationen werden jederzeit verfügbar sein. Dadurch verliert reine Information massiv an Wert. Was bleibt, ist Identität. Die Zukunft gehört Unternehmen, die Haltung haben. Die wieder erkennbar werden. Die Menschen emotional erreichen. Die Vertrauen aufbauen statt nur Reichweite einzukaufen. Denn am Ende kaufen Menschen auch in einer KI-Welt nicht einfach Antworten. Sie kaufen das Gefühl, beim Richtigen zu sein.


Und genau deshalb werden wir diese Fragen künftig noch viel intensiver in den CEO Dinners des SCHINDLER Circle diskutieren. Nicht als theoretische Zukunftsdebatte. Sondern mitten aus der Realität von Unternehmern, Vorständen und Entscheidern heraus. Mit klaren Dinner Speeches, offenen Gesprächen und echter Reibung am Tisch. Denn genau dort entstehen heute die Antworten, die viele Unternehmen momentan verzweifelt suchen: Wie baut man in einer KI-Welt noch Vertrauen auf? Wie entsteht künftig Marke? Wie wird man relevant, wenn plötzlich jeder sichtbar sein kann? Und vor allem: Wie bleibt man als Unternehmer überhaupt noch erkennbar, wenn künstliche Intelligenz beginnt, die gesamte digitale Bühne zu verändern?

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