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Schwieriges 2022 für das Kantonsspital Aarau

Die KSA Gruppe schliesst das herausfordernde Jahr 2022 mit einem negativen Ergebnis von CHF 3.5 Mio. ab. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung haben in der zweiten Jahreshälfte eine Gruppenstrategie und umfassende Massnahmen zur Ergebnisverbesserung initiiert. Ein Blick aufs Schweizer Spitalwesen per Ende 2022 zeigt die längst bekannte, chronische Unterfinanzierung nun besonders deutlich.


KSA

Foto: Neubau KSA zVg.


Im Geschäftsjahr 2022 resultierte für die KSA Gruppe ein Verlust von CHF 3.5 Mio. Der EBITDA belief sich auf CHF 39.3 Mio., die EBITDA-Marge betrug 4.8 Prozent. Die Ertragseinbussen bei den stationären Behandlungen infolge des Fachkräftemangels im Umfang von mehr als CHF 20 Mio. konnten durch diverse Massnahmen gedämpft werden, sodass der Verlust begrenzt werden konnte.


Engagiert für eine positive Patientinnen- und Patientenerfahrung

Die KSA Gruppe und seine Mitarbeitenden haben trotz der anspruchsvollen Situation Grosses geleistet und die Gesundheitsversorgung der Aargauer Bevölkerung zusammen mit ihren Partnern jederzeit sichergestellt. Über 30 Prozent mehr Notfälle (Kinder- und Erwachsenennotfälle exkl. Notfälle KSA Praxiszentrum) gegenüber dem Vorjahr konnten ebenso gemeistert werden, wie die wachsende Anzahl an ambulanten Behandlungen. Die KSA Gruppe setzt das Prinzip «ambulant vor stationär» konsequent und vorbildlich um. Das KSA Aarau verzeichnet einen Zuwachs des ambulant erbrachten Volumens von 7.6 Prozent, das KSA Zofingen von 1.8 Prozent. Gleichzeitig gingen am KSA Aarau die stationären Austritte um 6.4 Prozent auf rund 27'500 zurück, während am KSA Zofingen die stationären Austritte um 8.1 Prozent zunahmen. Die 2022 durchgeführte Patientenzufriedenheitsbefragung ist erfreulich und zeigt, dass 94 Prozent der Patientinnen und Patienten das KSA Aarau und 96 Prozent das KSA Zofingen weiterempfehlen.


Gelebte integrierte Gesundheitsversorgung

Im Jahr 2022 hat die KSA Gruppe die wohnortsnahe und integrierte Gesundheitsversorgung durch verschiedene Kooperationen und einen Standortausbau weiter gestärkt. Seit dem 1. Januar 2022 wird die chirurgische Versorgung im Asana Spital Menziken in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau sichergestellt. Das Asana Spital Menziken und das KSA Aarau haben ihre Zusammenarbeit zudem im Bereich der Kardiologie ausgebaut. In Lenzburg wurde ein Sprechstundenangebot für Kardiologie und Neurologie geschaffen, weitere Fachgebiete werden 2023 folgen. Die kardiologischen Sprechstunden werden durch einen unabhängigen Kooperationspartner erbracht. Und auch am Standort Bahnhof Aarau wurde wegen anhaltend grosser Nachfrage das Angebot der hausärztlichen Grundversorgung ausgeweitet.


Nachhaltige Infrastrukturerneuerung

Die Erneuerung der Infrastruktur wurde im Jahr 2022 weiter vorangetrieben, um das Spital konsequent in eine nachhaltigere und effizientere Zukunft zu führen. Neben dem Neubau «Dreiklang» sind weitere Infrastrukturerneuerungen erfolgt oder unterwegs: Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit konnte die neue Wache des Rettungsdienstes der Rettung Aargau West des KSA Aarau fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Auch hat das KSA Aarau mit dem Bau einer neuen Energiezentrale angefangen, in eine langfristige und klimaschonende Versorgung mit Kälte und Wärme zu investieren sowie die Versorgungssicherheit mit Strom auf dem Areal zu gewährleisten. Damit leistet das KSA Aarau auch einen Beitrag an die Versorgungssicherheit der gesamten Region, weil der grösste Teil der Wärme und Kälte für das Eniwa-Netz ausserhalb des Areals eingesetzt wird.

Stärkung der Pflege und Engagement gegen den Fachkräftemangel

Als öffentliches Spital engagiert sich die KSA Gruppe seit jeher in der Ausbildung von Fachpersonen im nicht akademischen und akademischen Bereich. Mit insgesamt 904 Lernenden und Auszubildenden leisten wir einen beispielhaften Beitrag an die Behebung des Fachkräftemangels. Neben den Aus- und Weiterbildungen setzt die KSA Gruppe auch alles daran, Fachkräfte langfristig im Unternehmen zu halten. Seit Pandemiebeginn hat die KSA Gruppe deshalb massiv ins Personal investiert, mit dem Ziel, Mitarbeitende zu halten sowie neue zu rekrutieren. Beispielsweise wurden die Zulagen fürs Pflegepersonal deutlich erhöht oder die Ferien für 20- bis 40-Jährige auf 5 Wochen angehoben. Die KSA Gruppe ist stolz, dass sie vier der fünf Sofortmassnahmen, welche von der Ethikkommission des Berufsverbandes der Pflegefachpersonen SBK-ASI gefordert werden, bereits umgesetzt hat. Die verschiedenen Massnahmen, die ergriffen wurden, zeigen schon heute eine erste positive Wirkung – der Mangel an Pflegepersonal hat sich in der KSA Gruppe merklich entspannt. Der schweizweite, massive Fachkräftemangel wird aber auch in Zukunft eine grosse Herausforderung bleiben.


Fitnessprogramm

Die Auswirkungen der Pandemie, die allgemeine Teuerung sowie der schweizweit anhaltende, grosse Fachkräftemangel gehen auch an der KSA Gruppe nicht spurlos vorbei. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation hat der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung im Spätsommer 2022 ein strenges «Fitnessprogramm» lanciert, um das KSA Aarau für die Zukunft unternehmerisch fit zu bekommen respektive fit zu halten. Mit einem soliden Massnahmenpaket – bestehend aus organisatorischen, personellen und weiteren Massnahmen – sollen ab 2023 jährliche Ergebnisverbesserungen in der Höhe von CHF 25 Mio. erzielt werden.

Neue Ausrichtung

Das KSA Aarau richtet sich unternehmerisch neu aus und fokussiert mehr auf eine effiziente Leistungserbringung bei hoher Qualität. Als grosse und starke Spitalgruppe ist die KSA Gruppe gemäss Leistungsauftrag des Kantons bereit, die Aargauer Bevölkerung rund um die Uhr medizinisch auf hohem Niveau zu versorgen. In Zukunft wird verstärkt darauf geachtet, dass die von der KSA Gruppe geforderten Leistungen von den Tarif-partnern sowie von der öffentlichen Hand auch adäquat abgegolten werden. In den kommenden Jahren wird der Finanzierbarkeit von Patienten- und gemeinwirtschaftlichen Leistungen damit mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Sie wird die Breite des Portfolios an medizinischen Leistungen entscheidend prägen.


Ein weiterer Aspekt sind die zu tiefen Tarife und Abgeltungen. Diese halten im stark regulierten Gesundheitsmarkt mit der Teuerung nicht mit. Dies gefährdet die Erzielung der nachhaltigen Rendite, welche für den Erhalt und die Weiterentwicklung eines Spitals notwendig ist. Hier ist die Politik schweizweit gefordert, um mit Umsicht einzugreifen.


Finanzhilfegesuch beim Eigentümer eingereicht

Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Aktiven (Impairment-Test) zeigte sich, dass diese ohne das Ergreifen von Massnahmen per 31. Dezember 2022 nicht vollständig gegeben gewesen wäre. Der Verwaltungsrat hat in der Folge beim Eigentümer am 18. November 2022 ein Finanzhilfegesuch über CHF 240 Mio. eingereicht. Der Regierungsrat hat das Finanzhilfegesuch des Kantonspitals Aarau geprüft und dem Grossen Rat Ende März 2023 die Botschaft für einen einmaligen Finanzhilfebeitrag in der genannten Höhe überreicht.


Zum Jahresbericht: ksa2022.ch

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