Reisejahr 2025: So urlaubte die Schweiz zwischen Rekordwinter und „Coolcation“
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 3 Tagen
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Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt im Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung. Mit über 43,5 Millionen Logiernächten wurde ein neuer historischer Höchststand erreicht. Während der Wunsch nach fernen Horizonten ungebrochen blieb, kristallisierte sich ein neues Bewusstsein für klimatische Bedingungen heraus – das Stichwort des Jahres lautete „Coolcation“.

Winter 2025: Zwischen Pistenbully und Tropenhitze
Der Winter 2024/25 brach alle Rekorde. Es gab zwar nicht mehr Schnee als sonst, aber der Schnee lag immer zur richtigen Zeit, nämlich über die Festtage und im Ferienmonat Februar. Mit 18,5 Millionen Logiernächten erlebten die Schweizer Alpen einen beispiellosen Ansturm, wobei der Februar zum stärksten Monat avancierte.
Singles:
Alleinreisende zog es verstärkt in den hohen Norden. Lappland wurde zum Hotspot für Solo-Abenteurer, die Hundeschlittentouren und Nordlichter suchten. Wer die Kälte mied, buchte Langstrecken nach Bangkok oder Dubai.
Paare:
Für Paare standen Wellness und Romantik im Vordergrund. Klassiker wie Zermatt blieben gefragt, während im Fernbereich die Malediven als Zufluchtsort vor dem grauen Schweizer Nebel dominierten.
Familien:
Rund 45 % aller inländischen Winterbuchungen stammten von Familien. Sie blieben ihrem Land treu: Das Wallis und Graubünden sowie das Berner Oberland waren die Hauptziele, da Schneesicherheit in hohen Lagen das entscheidende Kriterium blieb.
Sommer 2025: Die Flucht vor der Hitze
Der Sommer 2025 war geprägt von der Suche nach Erfrischung. Während Südeuropa mit extremen Hitzewellen kämpfte, entdeckten viele Schweizer die Vorzüge kühlerer Regionen.
Absolut eingebrochen ist die Nachfrage nach Reisen in die USA, trotz günstigen Flugpreisen. Wegen dem Umgang von Präsident Trump mit der Schweiz und der Schweizer Regierung hatten Schweizerinnen und Schweizer buchstäblich "keinen Bock mehr" ihr Feriengeld in die USA zu bringen. Gegen 50'000 Schweizerinnen und Schweizer weniger reisten 2025 in die USA. Eine deutliche Erhöhung der ESTA-Gebühren für die visumfreie Einreise in die USA, zahlreiche Mediengeschichten von Schikanen von Schweizern bei der Einreise sowie stark gestiegene Preise vor Ort (auch für Hotels, Mietwagen, Benzin, Shopping und Eintritte) machten die USA ökonomisch weniger attraktiv. Das bleibt auch 2026 so. Deshalb waren Alternativen gefragt und rasch gefunden:
Singles: „Solo-Boutique-Reisen“ waren der Trend. Beliebt waren Kultur-Trips nach Japan oder Wanderungen in Island.
Paare: Viele Paare entschieden sich für Skandinavien, um der Mittelmeerhitze zu entfliehen. Wer dennoch Sonne wollte, wich auf die Azoren aus, die durch ihr milderes Klima punkteten. Doch auch die Adult-Hotels auf Mallorca und den Kanarischen Inseln waren gut gefüllt mit Schweizer Paaren.
Familien: Der Badeurlaub blieb die Nummer eins. Neben Mallorca erlebten die Ostseeküste und die Bretagne einen Nachfrageboom. Im Inland blieb das Tessin der wichtigste Magnet. Massiv zurück gegangen sind bei Familien die Sommerferien in der Südtürkei, die jedes Jahr von Millionen Russen überrannt wird - ein No-Go für Schweizerinnen und Schweizer.
Auto, Flugzeug oder Zug: Wie die Schweiz reist
Die Wahl des Verkehrsmittels im Jahr 2025 zeigt eine interessante Aufteilung zwischen Komfort, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit. Interessant ist, dass sich die Wahl des Transportmittels in den letzten Jahren stark verschoben hat - aber nicht beim Auto. Die Wahl des Autos als Transportmittel ist seit bald 20 Jahren unverändert bei +/- 51%. Veränderungen gab es bei Bahn und Flugzeug. Jahrzehnte lang lag die Bahn bei 13-15 %. Im 2025 machte sie einen Sprung auf 20 % - zulasten des Flugzeugs.
Das Auto (ca. 51 %): Trotz Klimadebatte bleibt der eigene Wagen das meistgenutzte Ferienverkehrsmittel. Vor allem Familien setzen auf die Flexibilität des Autos, besonders bei Reisen innerhalb der Schweiz oder in die Nachbarländer Italien, Frankreich und Deutschland. Rund 59 % der Schweizer geben an, zumindest teilweise mit dem Auto in die Ferien zu fahren.
Das Flugzeug (ca. 29 - 31 %): Das Flugaufkommen erreichte 2025 wieder das Vor-Pandemie-Niveau. Es ist das bevorzugte Mittel für Singles bei Fernreisen und für Paare, die Mittelmeerziele oder europäische Metropolen ansteuern. Städter nutzen das Flugzeug dabei deutlich häufiger (ca. 50 %) als die ländliche Bevölkerung.
Der Zug (ca. 18 - 20 %): Der öffentliche Landverkehr verzeichnete mit fast 20 % einen neuen Höchststand. Vor allem bei Städtereisen innerhalb Europas ist die Bahn für Schweizer unschlagbar. Dank schneller Verbindungen (TGV, ICE, Railjet) wählen immer mehr Reisende die Schiene für Trips nach Paris, Mailand oder München.
Urbane Hotspots: Die 10 beliebtesten Städteziele
London: Die unangefochtene Nummer eins für Singles und junge Paare (Shopping & Musicals) sowie Familien (Schlösser, die Königsfamilie usw.). Viele günstige Flugverbindungen. Es harmoniert einfach zwischen den Schweizern und den Briten.
Berlin: Beliebt bei Singles für die Clubszene und bei Familien für die weitläufigen Parks sowie Shopping.
Paris: Das Herzstück für Paare und Familien, oft in Kombination mit einem Besuch im Disney Land. ideal erreichbar per Zug in wenigen Stunden.
Rom: Boomt bei Singles, Paaren und Familien. Die Römer, der Vatikan und eine top Gastronomie locken.
Wien: Geschätzt für Sicherheit und Kultur – ein Favorit für Kulturinteressierte Singles und Paare.
Mailand: Die „schnelle Auszeit“ für Fashion-Liebhaber und Gourmets, Singles wie Paare, perfekt angebunden durch den Gotthard. Aber wegen den ständigen Staus vor dem Gotthard-Strassentunnel reisen die meisten heute bequem mit dem Zug in wenigen Stunden nach Mailand.
Barcelona: Die spanische Kulturstadt erfreut sich jedes Jahr über mehr Besucherinnen und Besucher, nach wie vor ein Geheimtipp für Singles und Paare. Die meisten reisen hier mit dem Flugzeug an.
Palma de Mallorca: Die Hauptstadt der Balearen-Insel Mallorca punktet immer mehr auch als Reiseziel für eine Städtereise, sogar über Weihnachten. Hier locken Parties und Shopping.
Lissabon: Die Hauptstadt Portugals ist kein Geheimtipp mehr. Es ist ein Juwel. Muss man einfach gesehen haben.
Amsterdam: Die Hauptstadt der Niederlande lockt jedes Jahr viele Schweizerinnen und Schweizer, wegen dem verzweigten Grachtensystem und schmalen Häusern mit Giebelfassaden.
Die Schweizer reisen 2025 qualitätsbewusst und flexibel. Ob mit dem Elektroauto in die Alpen, dem Zug nach Paris oder dem Flieger nach Asien – das Bedürfnis nach Tapetenwechsel ist grösser denn je.
