Neu im Museum Grenchen: die Grenchäologie
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 4 Tagen
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Mit der «Grenchäologie. Vom Schalenstein zur Ritterburg» erweitert das Museum Grenchen seine Dauerausstellung um einen Raum rund um die Archäologie Grenchens. Die Grenchäologie handelt von geheimnisvollen Schalensteinen und Bronzefunden aus der Urgeschichte. Sie zeigt auf, wie es sich vor zweitausend Jahren in der römischen Villa im Eichholz lebte und wie alt die Menschen im Frühmittelalter wurden. Die Grenchäologie macht ausserdem Halt auf der Burg Grenchen und lässt Kinder in einer Spielburg in die Welt der Ritter und Hofdamen eintauchen. Die Ausstellung eignet sich auch für Schulklassen. Die Vernissage findet am Freitag, 30. Januar 2026 statt.
Museum Grenchen

Die neue Dauerausstellung thematisiert die wichtigen archäologischen Fundstellen Grenchens, angefangen beim geheimnisvollen Schalenstein im Eichholz. Der wohl berühmteste Stein Grenchens steht als Denkmal der Urgeschichte bis heute mitten in der Landschaft. Stellvertretend für den grossen Stein ist in der «Grenchäologie» ein kleines Exemplar mit schön ausgeformten Schalen zu bewundern.
Die römische Villa im Eichholz wurde 1940/1941 ausgegraben. Sie zählt bis heute zu den wenigen Römervillen des Kantons, deren Grundriss vollständig bekannt ist. Ein eigens für die Ausstellung geschaffenes Modell zeigt nicht nur die grosszügige Architektur dieser Anlage, sondern erweckt auch die Gutsbewohnerinnen und Gutsbewohner zum Leben.
Die Auswertung der Grabungsdokumentation erbrachte ausserdem neue Erkenntnisse zum sogenannten Römerbrunnen, der heute noch als Rekonstruktion an der Grabungsstätte zu sehen ist. Bei der Ausgrabung von 1940/1941 wurde ein Schacht in 3 Metern Tiefe fälschlicherweise als Sodbrunnen gedeutet. Nach dieser Vorstellung wurde der Brunnenschacht damals bis über die Erdoberfläche neu aufgemauert. Tatsächlich handelte es sich beim Schacht jedoch um eine unterirdische Brunnenstube. Ein gemauerter Kanal führte das Wasser in ein grosses Wasserbecken im Vorgelände der Villa.
In die Ausstellung flossen auch Fundstücke aus neueren Ausgrabungen ein, zum Beispiel aus dem zweiten römischen Gutshof auf Grenchner Boden. Er lag an der heutigen Jurastrasse und wurde in den letzten zwanzig Jahre wiederholt archäologisch untersucht.
Die frühmittelalterlichen Gräber zwischen Schützengasse und Schulstrasse lockten seit dem 19. Jahrhundert Heimatforscher auf den Platz. Mit der Folge, dass ein Grossteil des Friedhofs ohne Dokumentation verschwand. Eine Ausgrabung im Jahr 2014 machte die Grenchäologie nun um ein Kapitel reicher: Die neuen Grabfunde liefern neue Informationen zu den Menschen, die vor 1300 Jahren in Grenchen lebten.
Auch die Burg Grenchen hat ihren festen Platz in der Ausstellung. Die Funde der Ausgrabungen 1959/1961 erzählen vom Leben auf der Burg vor 800 Jahren. Passend zum Thema können Kinder in einer neu eingerichteten Spielburg in die Welt der Ritter und Hofdamen eintauchen. Auch sonst lädt die Ausstellung Gross und Klein ein, die Grenchäologie spielerisch zu entdecken.
Ziel der neuen Dauerausstellung ist es, die archäologischen Spuren Grenchens für ein breites Publikum sichtbar zu machen. So bietet die «Grenchäologie» inhaltlich wie didaktisch zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Schulunterricht im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG), 1. bis 3. Zyklus. Die Ausstellung kann selbstständig sowie im Rahmen einer Führung oder eines Workshops besucht werden. Das Vermittlungsangebot wird laufend erweitert. Interessierte Lehrpersonen nehmen Kontakt mit dem Museum Grenchen auf.
Auch für die breite Öffentlichkeit wartet die neue Dauerausstellung 2026 mit öffentlichen Führungen, Freitags-Talks und thematischen Exkursionen auf. Das Programm wird auf der Website des Museums Grenchen, im Newsletter und auf Facebook kommuniziert.
Eine Ausstellung der Kantonsarchäologie für Grenchen
Mit der Realisation der neuen Dauerausstellung im ersten Obergeschoss folgte die Kantonsarchäologie Solothurn einer Einladung des Museums Grenchen. Ausgehend von der Sammlung des Museums und der Kantonalen Archäologischen Sammlung wurden altbekannte Inhalte auf den neuesten Stand gebracht und mit Lebensbildern, Rekonstruktionen sowie Stationen für Jungforscherinnen und -forscher erweitert.




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