Mit einem Kassenwechsel in zehn Jahren über 38’000 Franken sparen
- comparis.ch

- vor 17 Stunden
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Man muss nicht jedes Jahr die Krankenkasse wechseln, um zu sparen. Eine Comparis-Analyse bei den grössten Kantonshauptorten zeigt: Mit einem einzigen Wechsel 2016 von der teuersten zur damals günstigsten Kasse würden Versicherte bis Ende 2026 bis zu 38’436 Franken sparen. Selbst ohne Modell- und Franchisenwechsel wären bis zu 15’000 Franken zusammengekommen. «Der grösste Kostentreiber ist oft nicht die falsche Franchise, sondern die Gewohnheit. Viele Versicherte bleiben jahrelang bei ihrer Kasse, obwohl sie für die gleichen gesetzlichen Leistungen deutlich weniger bezahlen könnten», sagt Comparis-Krankenversicherungsexperte Harry Büsser.
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Gut 7 Prozent der Haushaltsausgaben in der Schweiz gehen auf das Konto der Krankenkasse. Im Schnitt zahlen Erwachsene in der Schweiz 5’764 Franken Grundversicherungsprämien pro Jahr. Dabei wäre das Sparpotenzial gross. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch für die grössten Schweizer Kantonshauptorte.
Wer per Januar 2016 einmal von der teuersten zur günstigsten Kasse gewechselt hätte, hätte in Zürich ohne weitere Wechsel bis Ende 2026 satte 35’517 Franken sparen können, in Bern 30’090 Franken, in Luzern 25’935 Franken, in St. Gallen 27’609 Franken, in Bellinzona 26’814 Franken (36,6 Prozent), in Genf 37’752 Franken und in Lausanne 36’918 Franken. In Basel-Stadt wäre man dann sogar 38’436 Franken reicher.
«Bei der Grundversicherung ist nicht ständiges Wechseln entscheidend, sondern einmal den richtigen Entscheid zu treffen. Wer zu einer günstigen Kasse wechselt, kann davon über viele Jahre profitieren – ohne bei den gesetzlich versicherten Leistungen Abstriche machen zu müssen», sagt Comparis-Krankenkassenexperte Harry Büsser.
Bis zu 15’041 Franken ohne Modell- und Franchisenwechsel
Selbst ohne Modell- und Franchisenwechsel wäre von 2016 bis Ende 2026 das Geld für einen Kleinwagen zusammenkommen. Am meisten hätten Versicherte in Genf von einem einzigen Kassenwechsel mit demselben Modell und derselben Franchise profitiert; nämlich mit 15’041 Franken. Das gilt für einen Wechsel von KPT mit dem Standard-Modell und einer Franchise von 300 Franken zu Assura.
2016 war in Zürich die Krankenkasse Visana für Standardversicherte mit einer Franchise von 300 Franken die teuerste Kasse. Wären Versicherte im Januar 2016 zu Assura gewechselt, hätten sie bis Ende 2026 ganze 12’918 Franken gespart.
In Basel hätte man mit einem Wechsel per Januar 2016 mit freier Arztwahl und einer 300-Franken-Franchise von Visana zu Assura bis Ende 2026 am meisten gespart: 14’983 Franken.
In Bern wären die Versicherten von Visana mit dem Standard-Modell und einer Franchise von 300 Franken am besten mit einem Wechsel zu Assura gefahren. Sie hätten in diesem Zeitraum 5’954 Franken Prämien gespart.
Luzerner Versicherte bei Helsana mit dem Standard-Modell und einer 300-Franken-Franchise hätten am besten zur KK Luzerner Hinterland gewechselt. Bis Ende 2026 wäre eine Sparsumme von 7’115 Franken zusammengekommen.
Die St. Gallerinnen und St. Galler bei Helsana mit dem Standard-Modell und einer Franchise von 300 Franken hätten derweil mit einem Wechsel zu Assura 4’690 Franken gespart.
In Lausanne hat das Sparpotenzial 14’164 Franken betragen. Dies konnte durch einen Wechsel von Visana zu Assura mit dem Standard-Modell und einer 300-Franken-Franchise realisiert werden.
Und die Tessiner Bevölkerung in Bellinzona schliesslich hatte die Möglichkeit, von CSS mit dem Standard-Modell und einer 300-Franken-Franchise zu Assura zu wechseln und so über die Jahre 6’266 Franken zu sparen.
«Viele Versicherte wechseln nicht, weil sie Einschränkungen bei der Arztwahl oder ein höheres finanzielles Risiko befürchten. Die Analyse zeigt aber: Ein grosser Teil des Sparpotenzials lässt sich bereits mit einem reinen Kassenwechsel nutzen – ohne das Versicherungsmodell oder die Franchise anzutasten», so Büsser.
Sparpotenzial für Versicherte mit Hausarztmodell bis zu 12’959 Franken
Über 40 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz sind hausarztversichert, also in einem Hausarztmodell. Auch hier gab es erhebliches Sparpotenzial, selbst bei einer Minimalfranchise von 300 Franken. Gut 12’959 Franken hätten Versicherte in Genf mit einem Kassenwechsel 2016 sparen können (Wechsel von Philos zu Assura).
In Zürich hätten Hausarztversicherte von Januar 2016 bis Dezember 2026 ganze 8’648 Franken mit einem einmaligen Wechsel von ÖKK zu Assura sparen können. Berner hätten im gleichen Zeitraum 6’504 Franken mit einem Wechsel von Concordia zu Assura sparen können. Basler Versicherte mit einem Hausarztmodell hätten mit einem Wechsel von Helsana zu Assura 5’901 Franken (8,8 Prozent) gewonnen. In St. Gallen hätte das Sparpotenzial 3’830 Franken betragen, wenn Versicherte im Jahr 2016 von Helsana zu Assura gewechselt hätten.
Und in Lausanne hätten die Versicherten von Visana nach einem Wechsel 2016 zu Assura 9’243 Franken mehr im Sack. Die Tessiner schliesslich hätten 7’013 Franken mit einem Wechsel von Visana zu KPT gespart.
Über 16’000 Franken Sparpotenzial bei Maximalfranchise
Bei einer 2’500-Franken-Franchise beträgt das Sparpotenzial in Zürich 4’333 Franken - Wechsel von Helsana zu Assura. In Bern sind es 9’983 Franken - Wechsel von Vivacare zu Assura. In Basel lag das Sparpotenzial bei 6’296 Franken – Wechsel von Helsana zu Assura. In Luzern waren es 1’916 Franken – Wechsel von Helsana zu KK Luzerner Hinterland. In St. Gallen lag das Sparpotenzial bei 4’024 Franken – Wechsel von Helsana zu Assura.
Die Romands konnten in Genf mit einem Wechsel im Jahr 2016 von Philos zu Assura 13’215 Franken sparen. In Lausanne waren es 16’533 Franken mit einem Wechsel von EGK-Gesundheitskasse zu Assura. Im Tessin schliesslich beträgt das Sparpotenzial 9’473 Franken mit einem Wechsel von Visana zu Assura.
«Bei der Franchise geht es nicht darum, möglichst mutig zu sein, sondern das eigene Risiko richtig einzuschätzen. Wer die Maximalfranchise wählt, sollte die mögliche Kostenbelastung jederzeit aus eigener Tasche bezahlen können. Sonst wird aus der tiefen Prämie im Krankheitsfall schnell eine finanzielle Belastung», sagt der Comparis-Krankenversicherungsexperte zu den höchsten Franchisen.
Tipps für Versicherte
Prämien regelmässig vergleichen:
Auch wer nicht jedes Jahr wechseln will, sollte prüfen, ob die eigene Kasse noch konkurrenzfähig ist. Schon ein einmaliger Wechsel kann sich langfristig stark auszahlen.
Zuerst nur die Grundversicherung wechseln:
Wer Modell und Franchise beibehalten möchte, kann trotzdem sparen. Die gesetzlichen Leistungen der Grundversicherung bleiben bei allen Kassen gleich.
Franchise passend wählen:
Eine hohe Franchise lohnt sich vor allem bei tiefen Gesundheitskosten. Wer sich dafür entscheidet, sollte die mögliche Kostenbelastung im Krankheitsfall problemlos bezahlen können.
Versicherungsmodell genau prüfen:
Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle sind oft günstiger, schränken aber die freie Arztwahl ein. Entscheidend ist, dass das Modell zum eigenen Alltag und zum gewünschten Zugang zur medizinischen Versorgung passt.
Foto: Symbolbild von Online Marketing / unsplash.com












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