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Krach, Chaos und Nachthemd: Wenn der Kanton Solothurn zur Chesslete erwacht

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • vor 5 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Es ist der magische Moment am Schmutzigen Donnerstag: Wenn morgens um 5:00 Uhr die Lichter ausgehen, bricht im ganzen Kanton Solothurn der Ausnahmezustand an. Von der Ambassadorenstadt über die Dreitannenstadt Olten bis in die hintersten Winkel des Schwarzbubenlandes gilt nur noch ein Gesetz: Lärm schlägt Schlaf.


Chesslete im Kanton Solothurn. Archivbild von soaktuell.ch.
Chesslete im Kanton Solothurn. Archivbild von soaktuell.ch.

Weckruf für den ganzen Kanton


Die Chesslete ist das pulsierende Herz der Solothurner Fasnacht. Während die Stadt Solothurn mit tausenden "Gstältli" im weissen Nachthemd den Takt vorgibt, beweist der gesamte Kanton eine beeindruckende Vielfalt an Weckritualen. Die Tradition ist überall dieselbe: Mit Glocken, Ratschen und ohrenbetäubendem Blechgetöse wird der Winter vertrieben und die Herrschaft der Narren eingeläutet. Das ganze beginnt an den meisten Orten um Punkt 5 Uhr mit einem fürchterlichen Urknall.


Von Grenchen über Solothurn bis Olten - und darüber hinaus


In der Stadt Solothurn verwandelt sich die Altstadt in ein weisses Meer aus Nachthemden und Zipfelmützen. Es ist eine der grössten Chessleten der Schweiz, bei der die soziale Hierarchie für ein paar Tage aufgehoben wird.


Doch auch in Olten hat das frühe Aufstehen Kultstatus. Die Oltner Fasnacht, bekannt für ihre bunte und hochstehende Wagenbau-Kultur, startet nicht minder lautstark. Hier mischt sich der traditionelle Weckruf mit der Vorfreude auf die legendären Schnitzelbänke.


In den vielen Solothurner Gemeinden – sei es im Wasseramt, im Leberberg, im Gäu oder im Thal – wird die Chesslete oft noch sehr urchig gelebt. In manchen Dörfern ziehen Gruppen von Haus zu Haus, um die Bewohner persönlich aus den Federn zu lärmen. Im Schwarzbubenland wiederum fliessen oft baslerische Einflüsse in die Bräuche ein, was der kantonalen Fasnacht eine zusätzliche Farbe verleiht.


Mehlsuppe und Gemeinschaft


Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: Das Ritual nach dem Lärmen ist heilig. Sobald die Sonne aufgeht, versammeln sich die Chessler in den lokalen Beizen zur traditionellen Mehlsuppe. Dieses einfache Gericht symbolisiert die Bodenständigkeit der Fasnacht und gibt der Narrenschar für die kommenden Tage voller Umzüge, Bälle, Guggenmusik - und Alkohol - den nötigen Boden.


Kantonale Identität


Die Chesslete zeigt, was den Kanton Solothurn ausmacht: Verschiedene Regionen, aber eine tiefe Verwurzelung in der Tradition, gepaart mit der Fähigkeit, gemeinsam über die Stränge zu schlagen. Wer die Chesslete miterlebt – egal in welcher Gemeinde – hört sie nicht nur, er fühlt das Beben einer ganzen Region, die sich gemeinsam in die fünfte Jahreszeit stürzt.

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