Junge SVP kritisiert Migros-Chef Irminger
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 3 Stunden
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Erst cancelt die Migros den bekannten Influencer Young Gustav und sein VYTE-Vitaminwasser, dann mischt sich der Migros-CEO Mario Irminger einseitig in den Abstimmungskampf um die Nachhaltigkeits-Initiative ein. Die Junge SVP akzeptiert das nicht und hat deshalb einen offenen Brief an den Migros-CEO verfasst, den sie heute in Zürich anlässlich einer Guerilla-Aktion vorgelesen hat. Zudem wurden vor der Migros Flyer zur Nachhaltigkeits-Initiative wie auch die gecancelten VYTE-Flaschen verteilt.
Junge SVP Schweiz / soaktuell.ch

Viele Unternehmen der Schweiz kämpfen in diesen Tagen mit der Frage, ob sie sich im Abstimmungskampf "10 Millionen-Schweiz" engagieren wollen oder nicht. Fakt ist, das Thema ist emotional und die Lager 50:50 gespalten. Grosse Unternehmen wie die Migros, die selbstverständlich Kundinnen und Kunden aus beiden Lagern hat, muss sich gut überlegen, ob sie es sich leisten kann, die Hälfte der Kundschaft (und wahrscheinlich auch der Belegschaft) massiv vor den Kopf zu stossen. Vor allem im laufenden Transformationsprozess.
CEO Irminger hat es getan. Die Migros hat sich somit für eine Zuwanderung wie bisher entschieden. Andere Detailhändler und Discounter äussern sich aus guten Gründen nicht. Das Migros-Bashing folgt prompt. Für viele Migros-Kundinnen und Kunden und überzeugte Befürworterinnen und Befürworter der Initiative dürfte diese Äusserung von Irminger der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nicht wenige dürften jetzt definitiv nicht mehr bei Migros einkaufen. Das zeigen ungewöhnlich viele Mails von erbosten "ehemaligen" Migros Kundinnen und Kunden, auch aus unserer Region Aargau-Solothurn.
Sehr geehrter Herr Irminger, schreibt die Junge SVP in einem offenen Brief. Sie warnen medial lautstark vor den angeblichen Folgen, die der Schweiz bei einer Annahme der Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» drohten. Dabei skizzieren Sie ein Szenario, in dem die Migros ohne anhaltend hohe Zuwanderung Filialen schliessen, Serviceleistungen abbauen und Öffnungszeiten verkürzen müsste. Damit beschreiben Sie jedoch weniger ein drohendes Problem als vielmehr den Kern der heutigen Herausforderung: ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, das nur noch durch kontinuierliches Bevölkerungswachstum und ständige Zufuhr ausländischer Arbeitskräfte stabil gehalten werden kann.
Diese strukturelle Abhängigkeit von Zuwanderung ist keine Stärke, sondern ein Zeichen fehlender Nachhaltigkeit. Statt Ineffizienzen abzubauen und so Mittel für höhere Löhne für die einheimischen Angestellten freizumachen, greift man zur einfachsten und kurzfristig bequemsten Lösung: zu weiterer unkontrollierter Einwanderung. Langfristig verdrängt diese Strategie jedoch genau jene Investitionen, die echte qualitative Entwicklung ermöglichen würden.
Die Nachhaltigkeits-Initiative verlangt kein Nullwachstum oder gar eine Rückführung von Personen, die einer anständigen Arbeit nachgehen zum Wohle von Schweizer Firmen. Es geht darum, das Wachstum auf ein gesundes Mass zu bringen. Und um nichts anderes.
Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros, verstand sein Unternehmen stets auch als gesellschaftlichen Akteur. Er dachte nicht in Quartalszahlen, sondern in Generationen und stellte die Frage, was der Schweiz als Ganzes dient. Er hätte bestimmt kein Modell unterstützt, das dauerhaft auf immer höheres Bevölkerungswachstum und eine immer grössere Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften setzt. Wahrscheinlicher ist, dass er genau diese Abhängigkeit hinterfragt hätte.
Es geht um die grundsätzliche Frage: Wie viel Wachstum verträgt die Schweiz noch – und zu welchem Preis für Lebensqualität, Natur, Infrastruktur, Wohnkosten, sozialen Frieden und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft? Wir brauchen keine ideologischen Scheuklappen, sondern eine ehrliche, langfristige Perspektive.










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