In Europa sind Kinobesuche stark rückläufig - auch in der Schweiz
- pressetext.ch
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Nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa, sind Kinobesuche stark rückläufig. Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle sieht einen sich fortsetzenden Abschwung bei den Kinobesuchen in ganz Europa für das Jahr 2025. Den aktuellen Zahlen zufolge sind die Besucherzahlen nach einem Minus von 1,7 Prozent 2024 nun erneut um 5,5 Prozent von 843 Mio. auf 796 Mio. zurückgegangen. In der Schweiz sogar um 8 Prozent. Die Gründe: Netflix und Co., teurere Kinotickets und ein fehlende Blockbuster.
pte. / Redaktion soaktuell.ch

Höhere Ticketpreise beschleunigen Niedergang
Der Trend schlägt sich in den wirtschaftlichen Kennzahlen kaum durch. Die Bruttoeinnahmen an den Kinokassen in Europa erreichten 2025 geschätzt 6,36 Mrd. Euro, also lediglich minus 0,6 Prozent gegenüber 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2024. Wie im Vorjahr haben viele Betreiber den Besucherrückgang größtenteils durch höhere durchschnittliche Eintrittspreise ausgeglichen. Die Karten stiegen von 7,60 Euro auf rund 8,10 Euro, was ein Plus von 6,6 Prozent bedeutet. Weniger Besuchende bezahlen also mehr. Das beschleunigt den Niedergang des Kinos. Denn, es gibt schlicht zu viele Alternativen zum Kino, die günstiger sind.
Es machen fast alle Unternehmen die selben Fehler. Anstatt mit Sparmassnahmen und einem attraktiveren Rahmenangebot zu reagieren, vergrämt man die Kundinnen und Kunden mit Preiserhöhungen. Das wiederum führt zu noch weniger Kinoeintritten, denn gerade in der Schweiz sind die Lebenshaltungskosten markant gestiegen. Das führt zu einer Veränderung der Freizeitaktivitäten, hin zu Sachen, die nichts oder wenig kosten. Das Kino ist in der Schweiz ein teurer Spass geworden. Sind doch rasch 18-20 Franken für den Eintritt pro Person weg, ohne dass man etwas getrunken oder gegessen hat. Für dieses Geld kann man sich einen Monat Netflix leisten. Diese Überlegungen machen sich natürlich viele. Und je teurer das Kinoticket, desto klarer die Antwort.
Der Informationsstelle nach verzeichneten etwa zwei Drittel der europäischen Länder 2025 weniger Kinobesuche, wobei dieser Schwund sehr unterschiedlich ausgeprägt war. 72 Prozent des gesamten Rückgangs der Besucherzahlen zwischen 2024 und 2025 entfielen auf drei Länder: Frankreich (minus 24 Mio. Zuschauer, was 47 Prozent des gesamten Rückgangs in Europa entspricht), Spanien (minus acht Mio.) und Türkei (minus fünf Mio.).
Der Anfang eines Branchen-Sterbens in der Schweiz?
In der Schweiz gingen die Kinobesuche gemäss Bundesamt für Statistik im Jahr 2025 um fast 8 Prozent zurück. In den letzten zehn Jahren verloren die Schweizer Kinos 28 Prozent der Kundschaft.
Fehlende Blockbuster
Zuwächse in anderen Märkten, angeführt von Deutschland (plus 1,8 Mio.), Polen (plus 1,3 Mio.) und Österreich (plus 0,9 Mio.), reichten nicht aus, um den Abschwung auszugleichen. Trotz dieser Entwicklungen blieb Frankreich das Land mit den meisten Kinobesuchen (156 Mio.), gefolgt vom Vereinigten Königreich (123 Mio.) und Deutschland (91 Mio.), heißt es.
Der anhaltende Rückgang der Kinobesucherzahlen in Europa führen die Branchenkenner auf ein vergleichsweise schwieriges Jahr für US-Filme und das Fehlen europaweiter Blockbuster zurück. "Die vorläufigen Daten deuten jedoch darauf hin, dass Hollywood-Produktionen trotz ihres schlechten Abschneidens ihren Spitzenplatz an den europäischen Kinokassen behalten", schreiben die Studienautoren der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle.
