Gunzgen, Fulenbach und Wisen feiern 2026 ihr 800 jähriges Bestehen. Warum eigentlich?
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 3 Tagen
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Das Jahr 2026 markiert für den Kanton Solothurn einen historischen Meilenstein. Von Fulenbach bis Wisen putzen sich die Gemeinden heraus, um ein stolzes Alter zu zelebrieren: 800 Jahre. Doch warum häufen sich diese Jubiläen ausgerechnet jetzt? Ein Blick in die Archive und auf die Festprogramme zeigt: Unsere Region steht vor einem Super-Festjahr.

Wer in diesen Monaten durch das Gäu oder die Region Olten fährt, kommt an den festlich geschmückten Dorfeingängen kaum vorbei. „800 Jahre“ prangt auf Transparenten und hölzernen Jubiläumsskulpturen. Es ist kein Zufall, dass Gemeinden wie Fulenbach, Gunzgen, Boningen, Kestenholz und Wisen zeitgleich dieses bedeutende Jubiläum begehen.
Das „Geburtsjahr“ 1226: Ein historischer Zufall?
Der Grund für die Häufung der 800-Jahr-Feiern liegt im hohen Mittelalter. Im Jahr 1226 wurde eine bedeutende Urkunde verfasst, in der viele Dörfer der Region erstmals offiziell schriftlich erwähnt wurden. Es handelt sich dabei oft um Dokumente des Bischofs von Basel oder der Grafen von Froburg, die dem Kloster Schönthal oder dem Stift St. Urban Besitztümer bestätigten. Zwar waren diese Orte zweifellos schon Jahrhunderte zuvor besiedelt, doch für die Geschichtsschreibung zählt das erste schriftliche Zeugnis. Dieses „Geburtszertifikat“ von 1226 ist der Ankerpunkt für die heutige Identität.
Die Festivitäten: So viel ist schon öffentlich
Die Gemeinden haben sich für das Jubiläumsjahr Grosses vorgenommen. Hier ein Überblick, wann und wie gefeiert wird:
Fulenbach – Das grosse Volksfest im Juni Fulenbach macht den Auftakt mit einem dreitägigen Hauptfest vom 26. bis 28. Juni 2026. Auf der Website fulenbach800.ch findet man noch nicht viel konkretes. Bereits fix ist gemäss Programm auf der Website aber ein Rundgang durch das Dorf, bei dem die Dorfgeschichte aufleben soll. Danach folgt der offizielle Festakt und Konzerte von noch unbenannten Bands.
Gunzgen – Das August-Highlight In Gunzgen konzentrieren sich die Feierlichkeiten auf das Wochenende vom 21. bis am 23. August 2026. Unter dem Motto „800 Jahre Gunzgen“ verwandelt sich das Dorf in eine Festhütte. Gemäss der Website gunzgen800.ch legt Gunzgen Wert darauf, dass über das ganze Jubiläumsjahr verteilt Anlässe stattfinden. Man freut sich auf die Dorfchronik, die pünktlich zum Jubiläum in einer digitalen Version erscheinen soll und natürlich auf Moderatorin Sandra Boner vom SRF.
Wisen – Jubiläum am Hauenstein Die Berggemeinde Wisen scheint mit der Organisation am weitesten zu sein. Sie feiert ihr „Wisenfest“ (wisenfest.ch) vom 18. bis 20. September 2026 auf dem Festgelände "Munimatt". Da Wisen als „Wisa“ 1226 erstmals erwähnt wurde, setzt man hier auf Tradition. Am Freitag gibt es eine Überraschung für Schüler und ab 20 Uhr Disco. Am Samstag folgt ein Holzerwettkampf, eine Show im Holzschnitzen, Festwirtschaft und Konzerte von "Future Band" und "VollXrocker Partyband" sowie Disco mit DJ Berny in der Bar. Am Sonntag folgt nach einem Festgottesdienst der offizielle Festakt.
Was 2026 in unseren Gemeinden spürbar ist, geht über Bratwurst und Festzelte hinaus. Es ist das Bewusstsein für eine gemeinsame Geschichte, die Krisen, Kriege und den Wandel der Zeit überdauert hat.
800 Jahre, weil...
1226 scheint im Kanton Solothurn (und im angrenzenden Baselland) ein echtes "Boom-Jahr" für die erste schriftliche Erwähnung gewesen zu sein. Neben Fulenbach, Gunzgen und Wisen sind auch Läufelfingen, Tenniken und Sissach 800 Jahre alt. Dass so viele Gemeinden gleichzeitig feiern, liegt nicht daran, dass sie alle im selben Jahr gebaut wurden. Vielmehr war das frühe 13. Jahrhundert eine Zeit, in der die Verwaltung (durch Klöster und Adelige wie die Frohburger) schriftlicher wurde. Ein grosser Teil dieser Orte wurde in dem erwähnten Dokument, in dem der Bischof von Basel dem Kloster Schönthal verschiedene Besitztümer bestätigte, erstmals schriftlich genannt – und zack, 800 Jahre später haben wir einen Grund zum Feiern.
