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Frühbucher einmal mehr im Vorteil: Ferienwohnungen und Flüge deutlich teurer

  • Autorenbild: comparis.ch
    comparis.ch
  • vor 4 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die Parahotellerie rund um Ferienwohnungen und Campingplätze hat sich ebenso wie der Luftverkehr im Vergleich zum Vormonat verteuert. Das zeigt der aktuelle Freizeit-Preisindex von Comparis. Im Fünfjahresvergleich sind die Preise im Luftverkehr um 57 Prozent gestiegen. «Mehr Nachfrage, Kapazitätsengpässe und steigende Kosten führen zu deutlich höheren Preisen», begründet Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn. Eine deutliche Trendumkehr sei unwahrscheinlich: «Fliegen kann in den nächsten Monaten wieder leicht günstiger werden – aber die Preise werden klar über dem Vor-Corona-Niveau bleiben.»


comparis.ch AG / ots / Redaktion soaktuell.ch



Im Dezember 2025 sind die Preise für Freizeitgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent gestiegen. Das zeigt der Freizeit-Preisindex des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Er verdeutlicht, wie sich die Teuerung in den Bereichen Freizeit und Kultur sowie Gastronomie und Reisen in der Schweiz entwickelt hat. Im Vergleich dazu weist der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der alle Konsumpreise misst und nicht nur Freizeitgüter, eine Jahresteuerung von 0,1 Prozent* aus.


Im Dezember 2025 stiegen die Preise im Freizeitindex-Warenkorb gegenüber November 2025 um 1,0 Prozent. Der breiter definierte LIK blieb unverändert (0,0 Prozent). Im Monat zuvor waren die Kosten für Freizeitgüter um 0,6 Prozent gesunken (LIK: minus 0,2 Prozent).


Run auf Erholung ausserhalb von Hotels treibt die Preise in die Höhe


Im vergangenen Monat – im Vergleich Dezember zu November 2025 – haben sich verschiedene Produkte verteuert. Mit 25 Prozent am stärksten gestiegen sind die Preise für Parahotellerie. Konsumierende müssen auch mehr Geld für sonstige Dienstleistungen für den Individualverkehr bezahlen – die Preise sind im Dezember um 6,8 Prozent gestiegen. Unter den Top 5 bei den Preiserhöhungen sind zudem Bergbahnen und Skilifte (plus 4,3 Prozent), Hotellerie (plus 3,1 Prozent) sowie Luftverkehr (plus 2,8 Prozent).


«Seit der Pandemie sind Ferien in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen hoch im Kurs. Die gestiegene Nachfrage trifft auf ein zu geringes Angebot, was die Preise in die Höhe treibt. Auch die höheren Kosten für Strom, Heizung, Unterhalt und Plattformgebühren werden oft direkt an die Gäste weitergegeben», sagt Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn. «Zudem ist die Parahotellerie ein saisonales Geschäft. Im Winter – mit dem Start der Skisaison und den Weihnachtsferien – steigen die Kosten zusätzlich.» Aber auch im Fünfjahresvergleich hat sich die Parahotellerie deutlich verteuert, nämlich um 21 Prozent.


Fehlende Triebwerke und fehlende Fachkräfte führen zu steigenden Flugkosten


Noch stärker nach oben geschnellt sind die Flugpreise. Diese stiegen im Fünfjahresvergleich um 57 Prozent. Kein Produkt hat sich gemäss dem Freizeit-Preisindex von Comparis stärker verteuert. Im Vorteil ist definitiv, wer seine Ferien jeweils weit voraus bucht - wenn möglich noch über eine Plattform, auf der in Euro oder US-Dollar bezahlt wird. Durch die massiv erhöhten Flugpreise und die günstigen Fremdwährungen konnten diese Leute mit der frühen Ferienbuchung massiv Geld sparen.


«Nach Corona kam die Nachfrage schneller zurück als das Angebot. Dieser Kapazitätsengpass hat nicht nur mit zu wenigen Flugzeugen zu tun. Es fehlen auch Triebwerke, Ersatzteile und Fachkräfte», erklärt der Comparis-Experte. «Ältere Flugzeuge verbrauchen mehr Treibstoff als effizientere, neuere Modelle – Treibstoff wird damit zum wichtigen Kostentreiber. Die alternden Flugzeugflotten sorgen zudem für steigende Unterhaltskosten.» Diese Argumente sind alle fraglich, ist der Treibstoff im Moment doch ausserordentlich günstig und Triebwerke sowie Ersatzteile haben auch früher schon ab und zu gefehlt. Kein Grund also für derartige Preisexplosionen. Fakt ist: Die Nachfrage nach Flügen ist gross und die Airlines wollen die Maschinen füllen und Geld verdienen, was nicht verboten ist.


Zudem haben sich gemäss der International Air Transport Association (Iata) die Zeiträume für die Zertifizierung neuer Flugzeuge von 12 bis 24 Monaten auf 4 oder sogar 5 Jahre ausgedehnt. Ein weiterer Grund für die Verteuerung des Luftverkehrs sind US-Zölle auf Elektronik und Metall. «Im ohnehin fragilen Lieferkettengefüge der Luftfahrtindustrie können politische Unsicherheiten und wechselnde Zollbestimmungen die Produktion neuer Flugzeuge erheblich verzögern», so Kuhn.


Eine deutliche Trendumkehr im Luftverkehr ist unwahrscheinlich. Fliegen kann in den nächsten Monaten wieder leicht günstiger werden, wenn Airlines Restplätze in den Maschinen für die Sommerferien ausverkaufen – aber die Preise werden klar über dem Vor-Corona-Niveau bleiben.


Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten ab 65 Jahren


Die höchste Teuerung erlebten in den letzten 12 Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Diese Haushalte spüren aktuell eine Teuerungsrate von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Dezember stiegen ihre Ausgaben gegenüber dem Vormonat nochmals um 0,5 Prozent.


Für Paare mit Kindern war die Teuerung prozentual am geringsten. Mit einem Indexstand von 108,7 hat die Teuerung bei ihnen in den letzten 12 Monaten 1,0 Prozent betragen.


Französischsprachige Schweiz mit der höchsten Inflation


Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die französischsprachige Schweiz verzeichnete mit plus 1,2 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Im Dezember stieg das Preisniveau gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent. Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienischsprachige Schweiz mit plus 0,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stieg das Preisniveau im Dezember um 1,4 Prozent.


Fernseher und Fotokameras wurden günstiger


Im Dezember sind einige Produkte günstiger geworden. So bezahlten Konsumierende etwa für Fernseh- und Audiovideogeräte 6,9 Prozent weniger als noch im November. Auch Speichermedien und Inhalte wurden günstiger, nämlich um 2,6 Prozent. Weiter sanken die Preise für Pauschalreisen (minus 1,8 Prozent), Foto-, Kino- und optische Geräte (minus 1,7 Prozent) sowie sonstige Druckprodukte (minus 1,3 Prozent).


Was ist der LIK?


Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK umfasst 12 Hauptkategorien, darunter auch langfristige Investitionen und Wohnungsmieten. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.

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