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Designer-Protein heilt querschnittsgelähmte Mäuse

Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) http://rub.de haben rückenmarksgeschädigte und damit gelähmte Mäuse wieder zum Laufen gebracht. Die Schlüssel des neuen Ansatzes sind das Protein Hyper-Interleukin-6 (hIL-6), das Nervenzellen zur Regeneration anregt und die Art und Weise, wie es den Tieren zugeführt wird. Details wurden im Journal "Nature Communications" publiziert.

Image by Tibor Janosi Mozes from Pixabay


Gentechnologisch erzeugt

"Bei hIL-6 handelt es sich um ein sogenanntes Designer-Zytokin, das bedeutet, es kommt so in der Natur nicht vor und musste gentechnologisch hergestellt werden", erklärt RUB-Forschungsleiter Dietmar Fischer. Seine Arbeitsgruppe konnte schon in einer früheren Arbeit darlegen, dass hIL-6 die Regeneration von Nervenzellen im visuellen System effizient anregen kann.


In der aktuellen Arbeit konnte Fischers Team Nervenzellen des Motosensorischen Cortex dazu bringen, hIL-6 selbst zu produzieren. Dazu nutzten die Experten für die Gentherapie geeignete Viren, die sie in ein gut zugängliches Gehirnareal injizierten. Dort bringen die Viren den Bauplan für die Produktion des Proteins in bestimmte Nervenzellen, die sogenannten Motoneurone. Da diese Zellen über axonale Seitenäste auch mit anderen, für Bewegungsvorgänge wie das Laufen wichtige Nervenzellen in anderen Gebieten des Gehirns verknüpft sind, wurde das hIL-6 auch direkt zu diesen sonst schwer zugänglichen, aber wichtigen Nervenzellen transportiert und dort gezielt freigesetzt.


Gehversuche nach zwei Wochen

"So wurde durch die gentherapeutische Behandlung nur weniger Nervenzellen die axonale Regeneration verschiedener Nervenzellen im Gehirn und mehrerer motorischer Trakte im Rückenmark gleichzeitig angeregt. Das hat es letztlich ermöglicht, dass die so behandelten, zuvor gelähmten Tiere nach zwei bis drei Wochen begannen zu laufen. Dies hat uns am Anfang sehr überrascht, da es noch nie zuvor nach einer kompletten Querschnittslähmung gelungen ist", verdeutlicht Fischer. Er und sein Team würden nun daran arbeiten, die Gabe von hIL-6 weiter zu optimieren, um so zusätzliche Funktionsverbesserungen zu erreichen.

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