Dauerhitze über 35 Grad: Was Gärten in unserer Region jetzt brauchen – und was nicht
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 16 Stunden
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MeteoSchweiz warnt vor einer markanten Hitzewelle der Stufe 4 im Schweizer Mittelland. Wenn das Thermometer in den Kantonen Solothurn und Aargau tagelang die 35-Grad-Marke knackt, leiden nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere grünen Oasen im Flachland. Doch blinder Aktionismus schadet in der grünen Oase oft mehr, als er nützt. Wer seinen Garten jetzt optimal durch die Extremlage bringen will, muss strategisch vorgehen.

Hier ist der kompakte Sommer-Fahrplan für Ihren Garten: Was er jetzt dringend braucht – und was Sie unbedingt bleiben lassen sollten.
Was der Garten jetzt dringend braucht
Richtiges Giessen am Morgen: Giessen Sie ausschliesslich in den frühen Morgenstunden. Wer abends giesst, lockt Schnecken an und begünstigt Pilzkrankheiten durch die stehende Feuchtigkeit in der warmen Nacht. Wichtig: Giessen Sie wurzelnah und durchdringend, statt täglich nur die Oberfläche zu besprengen. Nur so dringt das Wasser in tiefe Erdschichten vor, was die Pflanzen dazu animiert, tiefere Wurzeln zu bilden.
Mulchen gegen die Verdunstung: Nackte Erde ist im Hochsommer ein No-Go. Decken Sie offene Beete mit einer fünf bis zehn Zentimeter dicken Schicht aus angetrocknetem Rasenschnitt, Stroh oder Häckselgut ab. Diese Schicht wirkt wie ein Schutzschild, hält die Feuchtigkeit im Boden und kühlt die sensiblen Wurzelzonen.
Erste Hilfe durch künstlichen Schatten: Empfindliche Gemüsekulturen wie Salat, Tomaten oder frische Setzlinge kapitulieren vor der prallen Mittagssonne. Spannen Sie Sonnensegel, Vliestücher oder alte Sonnenschirme über die Beete, um akuten Sonnenbrand an Blättern und Früchten zu verhindern.
Trinkstellen für Nützlinge: Vergessen Sie die tierischen Helfer nicht. Eine flache Schale mit frischem Wasser, bestückt mit ein paar Steinen oder Ästen als Landeplatz, rettet Bienen, Wespen und Vögel vor dem Verdursten.
Was Sie jetzt absolut vermeiden sollten
Kein radikaler Rasenschnitt: Lassen Sie den Rasenmäher während der Dauerhitze im Schuppen oder stellen Sie die Schnitthöhe deutlich höher ein (mindestens 5 bis 6 Zentimeter). Zu kurz gemähter Rasen verliert seinen Eigenschatten, der Boden trocknet rasant aus, und die Grasnarbe verbrennt unwiderruflich zu einer braunen Steppe. Und das bereits innert weniger Stunden.
Finger weg von der Heckenschere: Keine Rückschnitte bei Stauden oder Gehölzen vornehmen. Jede Schnittwunde bedeutet zusätzlichen Stress, erhöht die Verdunstung und nimmt den Pflanzen wertvollen Blätterschatten, der die tieferen Pflanzenteile schützt.
Verzicht auf Dünger: Düngen bei extremer Trockenheit ist kontraproduktiv. Da Pflanzen bei Hitze die Wasseraufnahme drosseln, reichern sich die Nährsalze im Boden an und können die empfindlichen Wurzeln regelrecht verbrennen.
Keine Umpflanzaktionen: Das Versetzen von Gewächsen sollte komplett auf den feuchteren Herbst verschoben werden. Das Risiko, dass die Wurzeln in der erhitzten Erde nicht anwachsen, liegt bei fast 100 Prozent.
Fazit für Gartenbesitzer
Im Hochsommer ist weniger oft mehr - wie im Winter. Lehnen Sie sich mit einem kühlen Getränk im Schatten zurück und lassen Sie den Garten auch mal etwas wilder stehen. Gelassenheit ist derzeit der beste Pflanzenschutz, auch wenn lange Unkrautstengel aus dem Rasen schiessen. Wenn dann wieder Regentage kommen, sind die schnell gemäht. Aber jetzt in der Dauerhitze nicht.













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