WEF 2026: Ein Ausverkauf der Schweizer Werte für Trumps Showbühne?
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 5 Stunden
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Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos rühmt sich gerne als Ort des Dialogs. Doch dieses Jahr fühlt es sich eher wie eine Kapitulation an. Dass Donald Trump mit einer gigantischen Entourage anreist, mag die Gästeliste glänzen lassen, doch der Preis dafür ist hoch: Es ist ein Verrat an den Interessen der Schweiz und Europas. Das WEF hat die Schweiz verraten. Die "Trump-Show" in Davos ist weder im Interesse der Schweiz, noch im Interesse Europas. Und wir Schweizer Steuerzahlende müssen den Bullshit bezahlen. Was ist bloss mit dem WEF los? Unter Klaus Schwab wäre das nicht passiert.

Es ist ein gewohntes Bild: Die globale Elite trifft sich in den verschneiten Bündner Bergen, während die Schweizer Steuerzahler für die massiven Sicherheitskosten aufkommen. Doch 2026 hat das Ganze einen faden Beigeschmack. Während Trump auf Truth Social munter Zölle gegen europäische Partner ankündigt und mit seinen absurden Grönland-Forderungen die diplomatische Weltordnung erschüttert, rollt ihm das WEF den roten Teppich aus. Ein völlig falsches Bild.
Dialog oder Diktat?
Das Motto des diesjährigen Treffens, „A Spirit of Dialogue“, wirkt wie Hohn. So ein Schwachsinn. Wer glaubt ernsthaft, dass ein US-Präsident, der mit Strafzöllen von bis zu 25 Prozent und der Einverleibung von Grönland droht, nach Davos kommt, um auf Augenhöhe zu verhandeln? Die Realität sieht anders aus: Trump nutzt die Bühne des WEF nicht für den Konsens, sondern für die Selbstinszenierung von A-Z. Er diskutiert nicht – er diktiert. Und die Schweiz liefert ihm die Bühne dazu. Peinlich.
Für die Schweiz steht viel auf dem Spiel. Wir brauchen ein faires Zollabkommen und Stabilität im Welthandel. Doch anstatt klare Kante zu zeigen, duckt sich die WEF-Führung weg. Man will die „historische Dimension“ des Besuchs feiern, ignoriert dabei aber, dass Trumps Politik die Grundpfeiler unserer Exportwirtschaft und der europäischen Sicherheit untergräbt. An diesem Besuch ist nichts historisches.
Die Gästeliste als oberstes Gebot?
Es drängt sich der Verdacht auf, dass es den Organisatoren in Davos nur noch um eines geht: Relevanz um jeden Preis. Eine Gästeliste ohne den US-Präsidenten wäre für das Ego des Forums offenbar nicht verkraftbar gewesen. Dass man dafür einen Gast empfängt, der das Völkerrecht mit Füssen tritt (man denke an die jüngsten Aktionen in Venezuela oder die Diskusson um Grönland) und Europa wirtschaftlich erpresst, scheint zweitrangig zu sein.
Das WEF hat damit seine moralische Kompassnadel verloren. Anstatt ein Ort für echte Lösungen zu sein, ist es zur Kulisse für die „Trump-Show“ verkommen. Für die Schweiz und Europa ist dieser Besuch kein Gewinn – er ist eine Belastungsprobe, bei der unsere Interessen auf dem Altar der Promi-Dichte geopfert werden.
Und das schlimmste ist, wir Schweizerinnen und Schweizer müssen dafür noch bezahlen. Wie blöd sind wir denn eigentlich?
Davos und die Schweiz wäre gut beraten, künftig auf diese Show zu verzichten. Wenn das WEF gegen die Interessen der Schweizerinnen und Schweizer arbeitet, soll es sich einen anderen Standort für diesen Schwachsinn aussuchen. Das Bundesparlament sollte die diesjährigen Sicherheitskosten nicht übernehmen. Wenn wir Schweizerinnen und Schweizer schon bezahlen müssen, wollen wir künftig Einfluss auf die Gästeliste nehmen. Passt das dem WEF nicht, soll es aus der Schweiz verschwinden. Trump hat die Eidgenossenschaft tief beleidigt - und die WEF Organisatoren mit dieser Show zu unseren Lasten gleich noch einmal.
