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Verlagerung des Güterverkehrs durch die Alpen stagniert wegen blockierten Zulaufstrecken

Im vergangenen Jahr fuhren praktisch gleich viele Lastwagen durch die Schweizer Alpen wie im Jahr zuvor. Der Marktanteil der Bahn blieb auf hohem Niveau stabil. Das zeigt der neue Semesterbericht des Bundesamts für Verkehr (BAV). Der Grund dafür liegt nördlich der Schweiz.


BAV / Redaktion

Foto: SBB Cargo International AG


Die Fertigstellung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) und des Korridors für Transporte mit vier Metern Eckhöhe auf der Gotthard-Achse im Jahr 2020 hatten zu einem Schub für die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs gesorgt. Seither ist die Situation weitgehend stabil.


Drei Viertel der Güter gehen auf der Schiene über die Alpen

Die Zahl der Lastwagenfahrten ging letztes Jahr nur noch leicht zurück um 15’000 auf 880’000. Weil auch die Transporte per Bahn leicht zurückgingen, betrug ihr Marktanteil im Güterverkehr durch die Alpen im vergangenen Jahr unverändert 73,9 Prozent.


Die Stagnation bei der Verlagerung dürfte in erster Linie auf die akzentuierten Probleme der Bahn im internationalen Nord-Süd-Verkehr zurückzuführen sein. Im vergangenen Jahr war insbesondere die Hauptstrecke durch Deutschland immer wieder unterbrochen bzw. überlastet. Die Nachfrage würde bestehen, aber SBB Cargo International AG kann sie vielfach gar nicht abwickeln, weil Verspätungen, Zugsausfälle sowie Umwegverkehr wegen den Baustellen auf der Rheintalstrecke nördlich der Schweiz Alltag sind. Und die Situation dürfte sich auf Jahre hinaus nicht bessern. Zudem mussten viele Bahnen wegen der Verteuerung des Bahnstroms und der Trassen die Preise für ihre Angebote erhöhen.

Der Bundesrat wird im Rahmen des nächsten Verlagerungsberichts im Herbst 2023 aufzeigen, mit welchen Massnahmen er die Verlagerung weiter fördern will. Im Zentrum steht immer noch die Realisierung einer vollwertigen linksrheinischen Zulaufstrecke auf französischem Boden. Hier ist bereits ein Vorstoss aus dem Parlament angenommen worden. Ein gemeinsames Infrastrukturprojekt mit unserem französischen Nachbarn würde den Beziehungen der beiden Länder gut tun.


Kurzfristig werden wahrscheinlich nur Gespräche zwischen UVEK-Chef Albert Rösti und dem deutschen Verkehrsminister helfen, um die unhaltbare Situation auf der Rheintalstrecke zu entschärfen. Diese Situation führt bereits heute zu einer Rückverlagerung des Güterverkehrs im Nord-Süd-Korridor auf die Strasse, was weder im Sinne der schweizerischen, noch der Verlagerungspolitik der EU ist.

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