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Noch nie sind so viele Menschen in der Schweiz Zug gefahren wie heute – trotz Homeoffice

Zugfahren wird immer beliebter: Im dritten Quartal 2023 wurden bei der Nachfrage im Schienenpersonenverkehr erneut absolute Spitzenwerte erreicht. Beim Schienengüterverkehr kam es dagegen wegen des Unfalls im Gotthard-Basistunnel und wirtschaftlichen Eintrübungen zu Einbussen. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Quartalsreporting Bahn, basierend auf den Daten der LITRA und des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV).


Litra / VöV

Bahnhof Olten (Bild: SBB)


Die SBB macht derzeit wohl vieles richtig. Die Nachfrage beim Schienenpersonenverkehr hält unvermindert an und erreicht im dritten Quartal 2023 neue Höchststände. Mit insgesamt 5,79 Milliarden Personenkilometern übertrifft die Nachfrage das vorangehende Quartal um 2,6 Prozent und setzt damit eine weitere Rekordmarke. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019, dem Rekord-Quartal vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, beträgt der Anstieg 5,3 Prozent und gegenüber dem Vorjahresquartal sogar 10,7 Prozent.


Umstieg vom Auto auf die Bahn im grossen Stil

Die Zuwachsraten beim Personenverkehr auf der Schiene sind derart signifikant, dass man von einer Verlagerung im grossen Stil von der Strasse auf die Schiene sprechen darf. Diese Aussage deckt sich mit dem Rückgang der Neuwagenverkäufe in der Schweiz. Das Umsteigen auf die Bahn passiert schneller, als das Wachstum der Bevölkerung durch die Zuwanderung es erwarten liesse. Und die steigenden Zahl der mit der Bahn zurückgelegten Personenkilometer kommt zustande, trotz der Tatsache, dass heute viele Pendlerinnen und Pendler einige Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten. Das ist erstaunlich und war so nicht zu erwarten.


Die Schweiz steigt im grossen Stil um auf die Bahn

Es hat wohl eher mit der Inflation und verstopften Strassen zu tun, als mit Umweltbewusstsein. Die Inflation hat dafür gesorgt, dass ein wachsender Teil des Mittelstandes heute jeden Franken zweimal umdrehen muss. Um den Lebensstandard halten zu können, werden grosse Kostenfaktoren zuerst angegangen. Die Folgen: Man kauft Lebensmitteln nicht mehr bei Migros oder Coop ein, sondern eben bei Lidl oder Aldi oder gleich ganz im angrenzenden Ausland. Man pendelt lieber mit dem Zug und verzichtet auf den Zweitwagen oder gleich ganz auf das eigene Auto. Qualitativ gute Neuwagen sind derzeit ohnehin viel zu teuer. Was man in der Bevölkerung und im persönlichen Umfeld ganz subjektiv wahrnimmt, scheint sich zunehmend auch in nackten Zahlen abzubilden. Die Schweiz steigt um auf die Bahn.

Schienengüterverkehr in der Krise

Der Güterverkehr hingegen hat vor allem infolge des Unfalls im Gotthard-Basistunnel und der damit verbundenen Sperrung respektive Teilsperrung einen Rückgang zu verzeichnen. Aber auch die wirtschaftliche Eintrübung bei bahnaffinen Gütern entlang des Nord-Süd-Korridors und die dramatische Baustellensituation in Deutschland tragen dazu bei, dass die Volumen auf der Schiene zurück gehen. Das sind aber alles temporäre Einflüsse. Dennoch fällt der Schienengüterverkehr im Inland mit einer Verkehrsleistung von 2,87 Milliarden Nettotonnenkilometern auf das Niveau des zweiten Halbjahres 2020 zurück und verliert gegenüber dem Vorjahresquartal 4,0 Prozent. Der Transitgüterverkehr im Nord-Süd-Korridor fällt vorübergehend noch weiter zurück.

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