Mehr als nur ein Zustupf: Kinderzulagen als wirksamste Familienförderung
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 3 Stunden
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Am 8. März 2026 entscheidet der Kanton Solothurn über die Teilrevision des Sozialgesetzes zur Anhebung der Familienzulagen. Während die Debatte oft von nackten Zahlen und Lohnnebenkosten geprägt ist, wird eines oft vergessen: Keine andere Form der Unterstützung ist so direkt, so ehrlich und so effizient wie die Kinderzulage. Ein Plädoyer für eine Investition, die sich mehrfach auszahlt.

Wenn wir über Familienförderung sprechen, verstricken wir uns oft in bürokratischen Modellen. Wir diskutieren über komplizierte Steuerabzüge, die nur denjenigen helfen, die ohnehin schon viel verdienen, oder über Infrastrukturprojekte, die Jahre brauchen, bis sie bei den Menschen ankommen. Die Kinderzulage hingegen ist das Präzisionsinstrument unserer Sozialpolitik. Sie kommt genau dort an, wo sie gebraucht wird: Im Portemonnaie der Eltern, direkt am Küchentisch.
1. Vertrauen statt Bevormundung
Der grösste Vorteil der Kinderzulage ist die Wahlfreiheit. Im Gegensatz zu zweckgebundenen Gutscheinen oder staatlich finanzierten Angeboten vertraut die Kinderzulage darauf, dass die Eltern am besten wissen, was ihr Kind benötigt. Ob es neue Winterschuhe sind, der Beitrag für den Fussballclub oder der gesunde Wocheneinkauf – die Zulage lässt den Familien die Autonomie. Das ist gelebte Eigenverantwortung, statt staatlicher Bevormundung.
2. Unbürokratisch und direkt
In einer Welt, in der man für jede Kita-Subvention und jede Krankenkassenprämienverbilligung seitenlange Formulare ausfüllen muss, ist die Kinderzulage ein administratives Wunderwerk. Sie wird fast automatisch ausgezahlt. Das spart nicht nur den Eltern Nerven, sondern dem Staat auch massiv Verwaltungskosten. Jeder Franken, der in die Zulage fliesst, kommt fast zu 100 Prozent beim Kind an, ohne in den Mühlen der Bürokratie zu versickern. Es ist politisch und administrativ gesehen eines der effizientesten Unterstützungsmittel unseres Landes.
3. Ein Motor für die lokale Wirtschaft
Kritiker warnen oft vor der Belastung für die Arbeitgeber. Doch das Geld, das über die Familienausgleichskassen (FAK) ausgezahlt wird, verschwindet nicht auf Sparkonten in Übersee. Familien mit mittleren und tiefen Einkommen geben dieses Geld unmittelbar wieder aus – und zwar hier im Kanton Solothurn. Davon profitieren der lokale Bäcker, der Sportladen um die Ecke und der regionale Detailhandel, der Gäupark genauso wie der Leichtathletikverein oder die Musikschule. Die Kinderzulage ist somit auch ein indirektes Konjunkturprogramm für unser Gewerbe.
4. Ein Zeichen der Wertschätzung
Kinder sind kein „Privatvergnügen“, sondern das Fundament unserer zukünftigen Gesellschaft. Sie sind die Fachkräfte, Steuerzahler und Innovatoren von morgen. In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel ist die Erhöhung von 215 auf 230 Franken (bzw. von 268 auf 280 Franken bei der Ausbildung) mehr als nur ein Inflationsausgleich. Es ist ein Signal der Wertschätzung an alle Eltern, die tagtäglich die Herkulesaufgabe leisten, Beruf und Familie zu vereinbaren.
Wer sich für Kinder entscheidet, muss entweder das Arbeitspensum reduzieren oder Unsummen für die Betreuung ausgeben. Wer keine Kinder hat, kann voll arbeiten. Insofern sind die Kinder- und Familienzulagen ein dringend nötiger Ausgleich. Freilich, damit werden nicht alle Mehrkosten von Kindern gedeckt. Umso wichtiger ist deshalb die höhe des Betrags.
Ein Ja für die Zukunft
Am 8. März geht es nicht nur um 15 oder 12 Franken mehr pro Monat. Es geht um die Frage, welchen Stellenwert Familien im Kanton Solothurn haben. Wer „Ja“ sagt zu höheren Zulagen, sagt „Ja“ zu einer unkomplizierten, direkten und fairen Unterstützung, die den Familien den Rücken stärkt. In einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten stetig steigen, ist diese Erhöhung keine Luxusforderung, sondern eine notwendige Investition in den sozialen Zusammenhalt unseres Kantons. Es hat auch viel mit Solidarität zu tun.
Lassen wir die Kirche im Dorf: Die geplanten 7,9 Millionen Franken Mehrausgaben sind angesichts der positiven Effekte für die Kaufkraft der Familien gut investiertes Geld. Es wird vielen Kindern mit diesem Geld tatsächlich besser gehen. Das ist unbestritten. Ein Ja an der Urne ist ein Ja für ein kinderfreundliches Solothurn.
