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Hohe US-Zölle bedrohen Solothurner Exportwirtschaft

  • Autorenbild: Redaktion soaktuell.ch
    Redaktion soaktuell.ch
  • 3. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die Einführung von US-Importzöllen in der Höhe von 39 Prozent auf Schweizer Produkte setzt die Solothurner Exportindustrie stark unter Druck. Die Vereinigten Staaten sind nach Deutschland der zweitwichtigste Absatzmarkt des Kantons und machen rund 12 Prozent des gesamten Exportvolumens aus. Besonders betroffen sind die Medizinaltechnik, der Maschinen- und Apparatebau, die Uhrenindustrie sowie spezialisierte Werkzeughersteller.


Solothurner Handelskammer / Daniel Probst


Symbolbild von kalhh / pixabay.com
Symbolbild von kalhh / pixabay.com

Die Einführung von 39-Prozent-Zöllen durch die USA trifft den Kanton Solothurn mitten ins Herz seiner Exportwirtschaft. Mit einem Exportvolumen von knapp 600 Millionen Franken in die Vereinigten Staaten machen die USA rund 12 % der Solothurner Gesamtexporte aus und sind damit nach Deutschland der zweitwichtigste Absatzmarkt nach Ländern.


Medizinaltechnik und MEM-Industrie besonders betroffen

Im Kanton Solothurn besonders betroffen sind Schlüsselbranchen wie die Medizinaltechnik, die Uhrenindustrie, der Maschinen- und Apparatebau sowie die Produktion von Werkzeugen und Spezialmaschinen. Diese Bereiche machen rund zwei Drittel der Solothurner Exporte aus und sind damit für den Werkplatz Solothurn essenziell.


Die Schweizer Industrie befindet sich – ohne den stabilisierenden Pharmasektor – bereits seit neun Quartalen in einer Rezession. Die neuen US-Zölle verschärfen die Lage dramatisch. Anders als die EU, die sich mit den USA auf 15 Prozent Zölle einigen konnte, werden Schweizer Unternehmen mit vollen 39 Prozent belastet. Im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern aus der EU, Japan oder dem Vereinigten Königreich geraten unsere Firmen damit systematisch ins Hintertreffen.


Negative Auswirkungen auf Investitionen und Neuanstellungen

Eine aktuelle Umfrage der Solothurner Handelskammer und des KMU- und Gewerbeverbandes Kanton Solothurn zeigt: Die Unternehmen beurteilten die wirtschaftliche Lage vor den Sommerferien zwar wieder etwas zuversichtlicher als noch im Frühjahr, bleiben aber bei Investitionen und Neueinstellungen vorsichtig. Besonders in der Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie bleibt die Stimmung verhalten. Mit den US-Zöllen dürfte sich die Situation weiter eintrüben.


Die Solothurner Handelskammer fordert vom Bundesrat rasche und substanzielle Nachverhandlungen mit den USA. Gleichzeitig braucht es innenpolitisch ein entschlossenes Reformpaket zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Dazu zählen die Stabilisierung der bilateralen Verträge mit der EU, der Verzicht auf neue Abgaben und Regulierungen sowie der zügige Abschluss von Freihandelsabkommen – insbesondere mit Mercosur, Malaysia und Thailand.


Exportwirtschaft als Grundlage des Wohlstands

Der Kanton Solothurn verdient, wie die gesamte Schweiz, jeden zweiten Franken im Aussenhandel. Eine Schwächung des Exportsektors schwächt und gefährdet den Wohlstand aller – auch jenen im Binnenmarkt.


Es braucht jetzt wirtschaftspolitische Geschlossenheit über alle Parteigrenzen hinweg. Die Solothurner Industrie hat in der Vergangenheit mehrfach ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. Nun braucht sie aber klare politische Signale und verlässliche Rahmenbedingungen, um auch diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.

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