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Der Weg zur eigenen Photovoltaik-Anlage: Ein Erfahrungsbericht

Wir sind eine sechsköpfige Familie und leben in einem Einfamilienhaus im Kanton Solothurn. Die Stromkosten sind bei uns seit 2022 aus dem Ruder gelaufen. 2023 bezahlten wir schliesslich über 3'000 Franken für den Strom pro Jahr (also über 250 Franken im Monat). Und für 2024 wurde von der Gemeinde wiederum eine Erhöhung des Strompreises verfügt - bei gleichzeitiger Abschaffung des Niedertarifs (also des günstigen Nachtstroms). Die Stromkosten für unsere Familie dürften 2024 also auf über 3'700 Franken pro Jahr steigen. Grund genug, sich mit der Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) zu beschäftigen um den Stromzähler etwas auszubremsen.


von Roman Jäggi



Wir entschieden uns für eine Umsetzung über die Firma Otovo aus Zürich. Das ist eine börsenkotierte Greentechfirma aus Norwegen mit Ablegern in 20 europäischen Ländern. Es handelt sich bei Otovo um einen Marktplatz für PV-Anlagen mit europaweiter zig-tausendfacher Erfahrung bei der Umsetzung von PV-Anlagen primär im Einfamilienhausbereich. Davon wollten wir profitieren. Fazit: Es hat sich gelohnt.


Ausgangslage

Zuerst mal ein paar Worte zu uns als Stromkonsumenten. Unser Haus ist 33 Jahre alt, aber ständig in Schuss gehalten worden. Wir haben in den letzten Jahren sämtliche Küchengeräte, den Warmwasserboiler, den Gefrierschrank, die Waschmaschine und den Tumbler sowie die Fenster ersetzt. Sämtliche Lampen sind auf LED-Basis. Die Heizung ist zwar noch eine Oelheizung, jedoch mit einem relativ modernen "Raketen-Brenner" von MAN, mit dem wir 30 Prozent Heizöl einsparen konnten, gegenüber dem alten Brenner. Der Wechsel zu einer Wärmepumpenheizung ist nur eine Frage der Zeit. Im Haus gibt es die üblichen technischen Geräte für sechs Personen, also Laptops, Computer, TV, Tablets, Smartphones usw. Zudem haben wir ein 450-Liter-Aquarium. Im Sommer betreiben wir einen Aufstell-Pool mit Filterpumpe im Garten. Kurz: Wir brauchen viel Strom. Und den kann unsere örtliche Elektra leider nicht zu vernünftigen Preisen liefern.


Aussichten

Neben der Umrüstung auf eine Wärmepumpenheizung dürfte auch das nächste Familienauto wohl einen elektrischen Antrieb haben. Die Töchter zwischen 7-13 Jahren (Stand: 2024) werden älter und brauchen ebenfalls nicht weniger, sondern immer mehr Strom. Fazit: Auf absehbare Zeit wird der Stromverbrauch bei uns sicher nicht rückläufig sein.


Überlegungen

Wenn wir mit einer PV-Anlage den Stromzähler etwas ausbremsen und über das Jahr gesehen die Stromrechnung halbieren können, ist die Photovoltaik-Anlage auf 20 Jahre gerechnet schon bezahlt (20 x CHF 1'600.00 Einsparungen = CHF 32'000.00). Soviel kostete unsere gesamte Anlage letztlich mit Gerüst, Montage, Speicher und Planung.


Sollte der Strompreis steigen oder wir sogar mehr als die Hälfte des Eigenbedarfs mit eigenem Solarstrom decken können - oder wir Strom einspeisen, also an die Gemeinde verkaufen - beginnt die PV-Anlage schon zu rentieren. Wir werden nach dem ersten Betriebsjahr auf dieser Seite laufend über die effektiven Werte informieren.


Unser Vorgehen

Wir haben online bei fünf verschiedenen Solarunternehmen Grobofferten eingeholt. Diese bewegten sich bei gleichen Parametern zwischen 32'000 - 52'000 Franken (für das gleiche Projekt). Nur nebenbei: Die räumlich nächsten Anbieter waren die teuersten. Zwei Anbieter aus der Region wollten uns auf eine neunmonatige (oder länger) Warteliste setzen, vergassen aber, uns im Preis entsprechend entgegen zu kommen.


Wir haben uns für das Angebot von Otovo entschieden und dort weiter verhandelt


Begründung

Im Gegensatz zu den regionalen Anbietern, die uns auf eine Warteliste von mindestens neun Monaten oder sogar länger setzen wollten (und immer noch teurer waren), garantierte Otovo eine Abwicklung und Umsetzung des Projekts in 3-4 Monaten.

Lehre Nr. 1: Lassen Sie sich bei PV-Anlagen nie auf eine monatelange Warteliste setzen, ohne massives preisliches Entgegenkommen des Anbieters. Teuer sein und die Kunden erst noch warten lassen geht gar nicht. Die Ausflüchte der Solarbauer sind nicht Ihr Problem. Denn eine PV-Anlage kann man heute auch ohne grosse Wartezeit haben. Lieferfristen für technische Komponenten gibt es keine mehr.

Wir haben den Vertrag mit Otovo am 29. November 2023 unterzeichnet. Fertig installiert war die Anlage am 23. Februar 2024, also drei Monate später - und dies notabene über den Winter.


Otovo hat sich um alles gekümmert, also um die Anmeldung bei Gemeinde und örtlichem Stromversorger, um die Förderungsbeiträge, die Prüfung der Installationen durch einen Experten und um die Dimensionierung der Anlage für unsere Bedürfnisse sowie die zur Verfügung stehende Dachfläche.

Lehre Nr. 2: Man muss immer aufpassen, dass man bei einer PV-Anlage nicht überinvestiert. Weniger ist mehr und teuer ist nicht unbedingt besser. Das investierte Kapital muss durch den eingesparten Stromzukauf der Anzahl Menschen im Haus schliesslich innerhalb von 20 Jahren oder schneller amortisiert werden können. Ist die Anlage zu teuer für zu wenige Nutzniesser, rentiert sich das nie.

Wir verfügen über eine persönliche passwortgeschützte Seite bei Otovo, die den Vertrag und Verlauf des Projekts täglich aktuell aufführt. So weiss man als Kunde zu jedem Zeitpunkt, wo das Projekt gerade steht.


In der Woche vor der Montage wurden die ursprünglich geplanten Panels ausgewechselt. Dies, weil die Entwicklung der Panels rasch vorwärts geht. Auch in unserem Fall wurden im November 2023 noch Panels mit einer Leistung von 425 Watt offeriert. In den drei Monaten bis zur Bestellung waren dann aber bereits Panels mit einer Leistung von 440 Watt zu einem sogar noch günstigeren Preis erhältlich.

Lehre Nr. 3: Gerade wenn mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist, sollte man die Panels nicht zu früh einkaufen oder festlegen. Die Entwicklung geht schlicht zu schnell. Ein PV-Bauer sollte Ihnen zum Zeitpunkt der Montage die besten verfügbaren Panels installieren und nicht irgendwelche eigene Lagerbestände andrehen. Achten Sie darauf.

Ablauf der Montage

Perfekt vorbereitet, organisiert und effizient durchgeführt! Alles ging zack-zack. Das ist sogar unseren Nachbarn aufgefallen. Ein fettes Lob allen Beteiligten.


Montag, 19. Februar 2024 Der Gerüstbauer ruft an und meldet sich für den Nachmittag an. Innert 90 Minuten war das Gerüst mit einem Treppenaufgang montiert.



Dienstag, 20. Februar 2024

Um 07.20 Uhr klingelt es an der Türe und ein Spediteur liefert das gesamte Material, den Speicher, die Haken und die Montageschienen. Nur eine halbe Stunde später sind zwei Solarmonteure der Firma SH-Solartechnik AG bei uns. Im Lieferwagen mit dabei sind die 24 Panels. Es findet eine Besichtigung von Dach und Keller statt. Ob die Anordnung der Panels auf dem Dach, die Kabelführung runter in den Keller und die Stelle für die Montage des Speichers sowie des Wechselrichters in der Praxis überhaupt so machbar sind, wie vorher geplant, wurde überprüft und auch gleich Verbesserungsvorschläge gemacht. Dann beginnen die Arbeiten der Dachbefestigung und Unterkonstruktion. Bis am Abend des gleichen Tages waren alle Edelstahl-Haken auf den Dachbalken bereits montiert.


Mittwoch, 21. Februar 2024