Aufhebung des Rundstreckenverbots: Swiss Moto dankt alt Nationalrat Wobmann
- Redaktion soaktuell.ch

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Der 6. Mai 2026 ist ein historischer Tag für den Schweizer Motorsport: Der Bundesrat hat entschieden, dass Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen werden. Damit findet eine jahrzehntelange politische Diskussion ihren Abschluss.
Swiss Moto

Nachdem das Verbot von Rundstreckenrennen im Strassenverkehrsgesetz bereits aufgehoben worden war, wurden nun auch die Detailregelungen in der Verkehrsregelnverordnung angepasst. Künftig liegen entsprechende Bewilligungen bei den Kantonen, welche insbesondere die Sicherheitsstandards sowie die Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen haben.
Für Swiss Moto ist dieser Entscheid weit mehr als eine juristische Anpassung. Er ist ein wichtiges Signal an die gesamte Motorsport-Community in der Schweiz. Er zeigt, dass Motorsport, Sicherheit, technische Entwicklung, Verantwortung und moderne Rahmenbedingungen heute zusammen gedacht werden können.
Ein besonderer Dank gilt dabei dem Swiss Moto Verbandspräsidenten und alt Nationalrat Walter Wobmann. Bereits am 1. Oktober 2010 reichte er die Parlamentarische Initiative «Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz» ein. Darin verlangte er, das Strassenverkehrsgesetz so anzupassen, dass das Verbot öffentlicher Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen aufgehoben wird. In der Begründung verwies er schon damals auf die stark verbesserten Sicherheitsmassnahmen, die technologische Entwicklung der Fahrzeuge, die Diskriminierung einer Sportart sowie auf die ökologisch und volkswirtschaftlich fragwürdige Situation, dass Schweizer Motorsportler für Trainings und Rennen regelmässig ins Ausland ausweichen mussten.
Dass dieses Anliegen nun, mehr als 15 Jahre später, umgesetzt wird, ist auch das Ergebnis von Beharrlichkeit. Walter Wobmann hat sich über viele Jahre ohne Nachlassen für dieses Thema eingesetzt. Er hat die Anliegen der Motorsportlerinnen und Motorsportler in Bundesbern vertreten, politische Netzwerke genutzt und immer wieder darauf hingewiesen, dass ein pauschales Verbot nicht mehr in die heutige Zeit passt.
Swiss Moto sagt Walter Wobmann dafür ein herzliches Dankeschön. Sein Einsatz zeigt exemplarisch, weshalb es einen starken nationalen Verband braucht: einen Verband, der nicht nur Lizenzen ausstellt und Meisterschaften organisiert, sondern die Interessen der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer sowie des gesamten Motorsports auch politisch vertritt.
Natürlich bedeutet die Aufhebung des Verbots nicht, dass morgen eine MotoGP- oder Formel-1-taugliche Rennstrecke in der Schweiz gebaut wird. Die Realität in der Schweiz bleibt anspruchsvoll: Raumplanung, Umweltauflagen, Lärmschutz, Investitionskosten und gesellschaftliche Akzeptanz setzen enge Grenzen. Auch Medienberichte weisen darauf hin, dass eine Rückkehr grosser internationaler Formate zwar theoretisch diskutiert werden kann, praktisch aber erhebliche infrastrukturelle und politische Hürden bestehen.
Der direkte Nutzen liegt deshalb vor allem im nationalen und regionalen Motorsport. Besonders im Supermoto-Bereich kann die neue Regelung konkrete Auswirkungen haben. Bisher war ein Offroad-Anteil notwendig, um Rennen durchführen zu können. Mit der neuen Ausgangslage öffnen sich Türen für reine Onroad-Rennen und damit für neue Veranstaltungsformate, neue Standorte und eine breitere Entwicklung des Sports in der Schweiz.
Die Bedeutung reicht aber über den Rennsport hinaus. Rundstrecken und geschlossene Trainingsinfrastrukturen können auch der Verkehrssicherheit, der Fahrzeugbeherrschung, technischen Tests, der Entwicklung alternativer Antriebe und der Ausbildung dienen. Genau diese Argumente standen bereits 2010 im Zentrum der parlamentarischen Initiative von Walter Wobmann. Heute erhalten sie neue Aktualität.
Swiss Moto begrüsst den Entscheid des Bundesrates ausdrücklich. Gleichzeitig ist klar: die Verantwortung bleibt gross. Motorsport in der Schweiz muss professionell, sicher, umweltbewusst und im Dialog mit Behörden, Bevölkerung und Veranstaltern umgesetzt werden. Swiss Moto ist bereit, diesen Weg konstruktiv mitzugestalten.
Swiss Moto sagt: "Danke, Walter Wobmann, für deinen jahrelangen Einsatz zugunsten der Schweizer Motorsport-Community. Dieser Entscheid ist ein Meilenstein und ein starkes Zeichen für alle, die sich mit Herzblut für den Motorsport in unserem Land einsetzen."










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