Sorgenbarometer der Solothurner Unternehmen: Energiepreise grösste Sorge
- Redaktion soaktuell.ch
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Im April haben die beiden Wirtschaftsverbände Solothurner Handelskammer (SOHK) und KMU- und Gewerbeverband Kanton Solothurn (KGV SO) zum vierten Mal eine Umfrage zu den Sorgen der Solothurner Unternehmen durchgeführt. Der Indexwert von 5,1 Punkten auf einer Skala von 1 (keine Sorgen) bis 10 (grosse Sorgen) zeigt, dass das allgemeine Sorgenniveau auf einem mittleren Level zu liegen kommt. Sorgen bereiten vor allem die stark gestiegenen Energiepreise in Folge der Schliessung der Strasse von Hormus und allgemein die angespannte geopolitische Lage. Aber auch die ausufernde Bürokratie belastet die Unternehmen.
SOHK / KGV SO / soaktuell.ch

Die Industriebetriebe plagen derzeit grössere Sorgen als die übrigen Wirtschaftszweige. Nach 2022, 2024 und 2025 haben die beiden Wirtschaftsverbände SOHK und KGV SO zum vierten Mal ihre Mitglied-Firmen über ihre Sorgen befragt. Abgefragt wurde das allgemeine Sorgenniveau der Unternehmen und das Sorgenbarometer für 16 Teilbereiche.
Geopolitische Konflikte und ihre Folgen bereitet Sorgen
Hohe Werte im Sorgenbarometer zeigen sich bei den Faktoren, die mit der aktuellen geopolitischen Lage im Zusammenhang stehen. Den Spitzenplatz im Sorgen-Ranking nehmen 2026 die Energie- und Rohstoffpreise (6,9) ein, welche in jüngster Vergangenheit in Folge des Krieges im nahen Osten sprunghaft angestiegen sind.
Im Ranking der Strompreise ist der Kanton Solothurn 2026 bekanntlich nach Schaffhausen ohnehin schon der zweitteuerste Kanton der Schweiz. Politisch wurde bisher von Seiten des Kantons nichts unternommen, um diesen standortgefährdenden Missstand zu beheben.
Aber auch der Faktor geopolitische Konflikte (6,6) und der Faktor Konjunktureinbruch (6,2) belegen Ränge weit oben im Sorgenbarometer. Auch die Sorgen um die Cyber-Sicherheit (6,1) dürften mit der unsicheren geopolitischen Lage im Zusammenhang stehen.
Bürokratie und Vorschriften als Dauerbrenner
Die Sorge «Bürokratie & Vorschriften» wurden zwar im Vergleich zum Vorjahr durch die angespannte geopolitische Lage von der Spitzenposition verdrängt. Sie gehört aber mit einem Index-Wert von 6,3 immer noch zu den Top 3. Immer umfangreicher werdende regulatorische Anforderungen, Vorschriften und Normen behindern die Solothurner Wirtschaft in ihrer Entwicklung. Dies gilt in besonderem Ausmass für die Solothurner KMU.
Sorgen in der Industrie wegen internationalen Krisenherden grösser
Die Industrie (Indexwert 5,7) schätzt aktuell die Sorgenlage spürbar höher ein als das Baugewerbe (4,8) oder der Dienstleistungssektor (4,8). Besonders grosse Sorgen bereiten der exportorientierten Industrie die Energie- und Rohstoffpreise (8,0), die unsichere geopolitische Lage (7,4), sowie die schwache Konjunktur (6,7). Aber auch die Frankenstärke belastet die Solothurner Industrie über-durchschnittlich (6,3).
Fachkräftemangel bleibt trotz schwacher Konjunktur ein Thema
Der Mangel an Fachkräften belegte 2024 noch den zweiten Platz im Sorgenranking. Die geopolitischen Herausforderungen und ihre Folgen (Konjunktureinbruch, Energiepreise, Cyber Security) haben den Fachkräftemangel als Sorge überholt. Er bleibt aber trotz aktuell schwieriger konjunktureller Lage eine Herausforderung für die Unternehmen im Kanton Solothurn.





