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Riesige Unterschiede trotz sinkenden Krankenkassen-Prämien

2022 sinken die Krankenkassenprämien in der Schweiz um 0.2 Prozent. Wer noch mehr sparen will, sollte einen Wechsel in Betracht ziehen.


Symbolbild von Philipp Flury / pixelio.de


Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Dienstag mitgeteilt, dass die mittlere Monatsprämie im Jahr 2022 erstmals seit 2008 sinken wird. Sie wird im kommenden Jahr 315.30 Franken betragen und damit im Vergleich zum Vorjahr um 0.2 Prozent niedriger sein. Insbesondere junge Erwachsene profitieren von der Entwicklung: Die mittlere Prämie sinkt in dieser Altersgruppe um 1 Prozent.


Berücksichtigt man den Reservenabbau der Krankenkassen, spricht das BAG gar von einer Senkung von insgesamt 1.3 Prozent für 2022. Sprecher Grégoire Gogniat betont allerdings gegenüber moneyland.ch, dass es sich auch da um einen Mittelwert handelt: «Nicht alle Versicherer bauen Reserven ab und auch nicht im selben Umfang.» Entsprechend erhalten nicht sämtliche Versicherten 2022 etwas von ihrer Krankenkasse ausgezahlt.


«Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist es grundsätzlich eine gute Neuigkeit, dass die Prämien erstmals im Mittel sinken», sagt Geschäftsführer Benjamin Manz von moneyland.ch. Allerdings profitieren sie nicht automatisch, betont der Experte: «Selbst wenn die Prämien insgesamt sinken, kann es sein, dass Ihre Krankenversicherung sogar teurer wird.»


Grosse Unterschiede zwischen Kantonen

Dass nicht alle von einer Prämiensenkung profitieren können, zeigt auch ein Blick auf die einzelnen Kantone: Den grössten Rückgang über alle Altersklassen gesehen verzeichnet der Kanton Basel Stadt mit einem Minus von 2.1 Prozent. Darauf folgen Genf (-1.5 Prozent) und Graubünden (-0.9 Prozent). In anderen Kantonen steigen die Prämien hingegen weiter, allen voran Obwalden (+1.4 Prozent) und Glarus (+1.1 Prozent).


Selbst wenn ihre Prämie sinkt, können Sie womöglich noch mehr Geld sparen, wenn Sie den Anbieter wechseln, wie ein Vergleich von moneyland.ch zeigt. Der Online-Vergleichsdienst hat anhand von zwei Beispielen ausgerechnet, wie viel Prämien Familien mit einem Kassenwechsel im kommenden Jahr maximal sparen könnten. Je nach Ort und Familie sind es pro Monat fast 1000 Franken.


So viel Prämien können Familien sparen

Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (Jahrgänge 2002 und 2006) kann in der Stadt Basel 887.10 Franken pro Monat sparen, wenn sie von der teuersten zur günstigsten Kasse mit dem günstigsten Modell wechselt und die niedrigste Franchise von 300 Franken für Erwachsene wählt. Auch bei der maximalen Franchise von 2500 Franken ist das Sparpotenzial fast gleich gross.


Würde die gleiche Familie in der Stadt Zürich wohnen, beträgt das maximale Sparpotenzial jeweils um die 625 Franken pro Monat. In Bern sind es je 680 Franken.


Ein Ehepaar ohne Kinder könnte ebenfalls viel Geld sparen. In Basel sind es 610.40 Franken pro Monat, wenn das Paar von der teuersten zur günstigsten Kasse mit dem günstigsten Modell wechselt. Auch hier ist das maximale Sparpotenzial praktisch gleich gross, egal ob man die höchste oder niedrigste Franchise ausgewählt hat.


Anhand der Ergebnisse ist der Rat von Manz an die Versicherten klar: «Vergleichen Sie trotz sinkenden Durchschnittsprämien unbedingt Ihre Krankenkasse.» Da die Prämiendaten bereits online verfügbar sind, müssen Sie nicht darauf warten, bis Ihnen die jetzige Versicherung die für 2022 gültige Prämie direkt mitteilt, was noch einige Wochen dauern kann. «Sie haben bis Ende November Zeit, die Grundversicherung zu kündigen – kümmern Sie sich frühzeitig darum.»


Der Vergleich zeigt auch, dass Versicherte ähnlich viel sparen können, unabhängig davon, welche Franchise sie haben. «Erwachsene sollten immer entweder die höchste oder tiefste Franchise wählen», erinnert Manz. Eine Franchise, die zwischen dem Maximum (2500 Franken) und dem Minimum (300 Franken) liegt, lohnt sich finanziell nicht.


Reservenabbau geht weiter

Dass die Prämien im kommenden Jahr sinken werden, ist besonders bemerkenswert, da die mittlere Prämie in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt jährlich um 2.4 Prozent gestiegen ist. Das BAG begründet die positive Entwicklung damit, dass die Revision der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung, die Mitte 2021 in Kraft getreten ist, dazu beitrage, dass die Kassen die Prämien knapper berechnen und übermässige Reserven vermeiden. Der Bund ist der Meinung, dass der Reservenabbau auch in den kommenden Jahren weitergehen müsse, denn die Reserven der Versicherungen betragen derzeit noch über 12.4 Milliarden Franken.


Welche Rolle die Coronavirus-Pandemie bei den Prämien spielt, ist laut dem BAG weiterhin schwierig zu sagen. In einem aktuellen Bericht lautet die Begründung, dass die Bezifferung der durch die Pandemie verursachten Kosten erst möglich sein wird, wenn die Krise beendet ist. Ein weiterer Bericht ist für Ende 2022 geplant.


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