Neuer Aargauer Lehrplan: Viel erreicht, noch einiges zu tun
- Kanton Aargau
- vor 42 Minuten
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Seit drei Jahren wird an allen Klassen auf allen Stufen der Volksschule Aargau nach dem neuen Aargauer Lehrplan unterrichtet. Der Regierungsrat zieht im Schlussbericht an den Grossen Rat grundsätzlich eine erfreuliche Bilanz. In Interviews mit über hundert Lehrpersonen und Schulleitungen zeigte sich: Der kompetenzorientierte Unterricht wird an den Schulen umgesetzt. Die Auseinandersetzung damit hat in vielen Fällen zu einer engeren Zusammenarbeit im Kollegium geführt. Die neuen Stundentafeln werden mehrheitlich als ausgewogen wahrgenommen. Besonders dass für die Kernfächer zusätzliche Lektionen zur Verfügung stehen, wurde positiv hervorgehoben.
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Doch ganz am Ziel ist man noch nicht: Besonders die Benotung bereitet Kopfzerbrechen. Lehrpersonen investieren viel Zeit, um die erzielten Fortschritte und gezeigten Leistungen zu beurteilen und die Bewertung zu erklären. Sie kämpfen aber mit widersprüchlichen Erwartungen von Eltern und Politik und pädagogischen Ansprüchen. Sie wünschen sich deshalb klarere und einfachere Bewertungssysteme.
Auch beim Fremdsprachenunterricht gibt es Fragezeichen: Eine zweite Fremdsprache schon in der Primarschule überfordert viele Kinder und in der Realschule fehlen ausgebaute Wahlmöglichkeiten im Bereich der Fremdsprachen. Offene Fragen gibt es zudem seitens der Bezirksschulen zur konkreten Auslegung des Lehrplans im Hinblick auf den Übertritt ans Gymnasium.
In einem nächsten Schritt wird das Departement Bildung, Kultur und Sport die Beurteilungsinstrumente überarbeiten und ein Strategiepaket Sprachen schnüren. Als weitere Massnahme werden die zu erreichenden Lehrplanziele für den Übertritt von der Volksschule ans Gymnasium konkretisiert. Dies alles dient dazu, mehr Klarheit zu schaffen und den Unterricht weiter zu verbessern. Damit wird der Aargauer Lehrplan weiter gestärkt als steuerndes Instrument, um alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.
