Langenthal: Büsst Polizei lieber Eltern, als bei Körperverletzung durchzugreifen?
- Redaktion soaktuell.ch
- vor 2 Stunden
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In einem Outlet-Shop in Langenthal ist ein Streit um unbezahlte Ware völlig ausser Kontrolle geraten. Trotz der Anwesenheit von zwei Polizisten griffen mehrere Männer das Betreiberehepaar brutal an. Die Täter konnten das Geschäft anschliessend unbehelligt verlassen. Wie ein Bericht von «Blick online» zeigt, liegen dem Vorfall exklusive Aufnahmen der Überwachungskamera zugrunde.

Was als banaler Preisstreit begann, endete für die Ladenbesitzer mit Verletzungen. Das Ehepaar Alexander B.* (44) und Clara B.* (44) führt erst seit Januar dieses Jahres ein Outlet-Geschäft in Langenthal. Am vergangenen Samstag eskalierte dort eine Situation zwischen den Betreibern und einer Kundengruppe komplett, wie aus Recherchen von «Blick online» hervorgeht.
Streit um den Verkaufspreis
Auslöser des Vorfalls war der Einkauf einer Mutter und ihrer Tochter. Die beiden Frauen wollten im Laden mehrere Artikel erwerben, weigerten sich jedoch beharrlich, den vollen Preis zu bezahlen. Während das Ehepaar in manchen Fällen Rabatte gewährt, bestand Clara B. in dieser Situation auf den korrekten Betrag. Es entwickelte sich rasch ein hitziges Wortgefecht. Alexander B. stellte sich schlichtend zwischen seine Ehefrau und die beiden Kundinnen, um die Gemüter zu beruhigen – allerdings ohne Erfolg.
Überwachungskamera dokumentiert den Angriff
Wie auf den Videoaufnahmen der Überwachungskamera zu sehen ist, die «Blick online» exklusiv vorliegen, schlug die verbale Konfrontation schnell in physische Gewalt um. Nach einer heftigen Diskussion schlugen die beiden Kundinnen Clara B. unvermittelt ins Gesicht. Die Ladenbesitzerin wehrte sich und schlug zurück. Während ein unbeteiligter Zeuge die Polizei alarmierte, forderten auch die beiden Frauen telefonisch Verstärkung an. Laut Angaben des Ladenbesitzers handelte es sich bei den herbeigerufenen Personen um Mitglieder eines Familienclans.
Kurz darauf trafen zwei Beamte der Kantonspolizei Bern ein. Für einen kurzen Moment schien sich die Lage vor Ort zu stabilisieren – doch das war ein Trugschluss.
Angreifer überrumpeln die Polizei
Plötzlich stürmten vier Männer – darunter die Ehemänner der beiden Kundinnen – in das Outlet-Geschäft. Da die Frauen bei der vorangegangenen Schlägerei ebenfalls Blessuren davongetragen hatten, gingen die Männer fälschlicherweise davon aus, dass Alexander B. die Frauen attackiert hatte. Trotz seiner Beteuerungen, den Kundinnen nichts getan zu haben, eskalierte die Situation sofort.
Die Männer ignorierten die Anwesenheit der Polizei komplett. Ein Angreifer stürmte an den beiden Beamten vorbei und schlug den 44-jährigen Ladenbesitzer brutal zu Boden. Wie «Blick online» berichtet, traten und schlugen die Männer wiederholt auf den am Boden liegenden Alexander B. ein, während die Polizisten einen Moment brauchten, um einzugreifen. Der Angreifer beschimpfte das Opfer dabei lautstark. Nur Sekunden später gelangte ein weiterer Mann an den Beamten vorbei und schubste Clara B. so heftig, dass sie rückwärts hinfiel und sich an einem Verkaufsregal verletzte.
Unverständnis über das Vorgehen der Behörden
Die Betreiber zeigen sich im Nachgang tief schockiert über den Vorfall – insbesondere über das Verhalten der Einsatzkräfte nach der Tat. Zwar gelang es den Polizisten schliesslich, die Situation unter Kontrolle zu bringen und die Angreifer aus dem Laden zu begleiten, festgenommen wurde jedoch niemand. Laut den Schilderungen des Opfers gegenüber «Blick online» durfte die Gruppe den Ort einfach verlassen. Zum Abschied sollen sich die Beamten und die Angreifer sogar noch die Hände geschüttelt haben.
Das Ehepaar erlitt bei dem Vorfall zahlreiche Blutergüsse und Verletzungen und prüft nun rechtliche Schritte gegen die Angreifer. Zudem wurde ein striktes Hausverbot gegen den betroffenen Familienclan ausgesprochen. Eine offizielle Stellungnahme der Kantonspolizei Bern zu den Vorwürfen und dem Polizeieinsatz lag bis zum Redaktionsschluss des Originalberichts von «Blick online» noch nicht vor.
Verteilt die Polizei lieber Bussen?
In Langenthal wächst der Unmut gegen die Prioritäten der Polizei: Diese verteile lieber Bussen, anstatt bei einer offensichtlichen Körperverletzung vor ihren Augen hart durchzugreifen und die Täter mitzunehmen.
Ein Beispiel: Immer mehr Eltern, die ihre Kinder im Leichtathletikstadion Hard ins Training bringen oder dort abholen, reklamieren, dass die Polizei regelmässig um die parkierten Autos schleiche und hohe Bussen verteile. Die Stadt wolle dort keine Autos haben, heisst es. Mag sein. Doch die Eltern, die ihre Kinder teilweise von weit her nach Langenthal ins Training bringen und abholen wollen, parkieren sicher nicht auf dem weit entfernten Dreilinden-Parkplatz. Das hat die Polizei gemerkt und zockt nun Eltern von Kindern ab, die Sport treiben anstatt am Smartphone rumsitzen.
Dass die Parkplätze direkt bei Stadion Hard wegen einem Fahrverbot für Eltern nicht verfügbar sind, ist ein mieses Thema, das es sonst bei allen anderen Stadien in der Region so nicht gibt. Die Abzockerei der Polizei ist ein anderes Thema. Eltern, die ihre Kinder in den Sport bringen (anstatt sie am Smartphone Zeit verblöden zu lassen) mit 100 Franken zu büssen und bei einer offensichtlichen Körperverletzung durch Ausländer wegschauen, das geht nicht. Da muss sich die Kapo Bern zu recht Kritik gefallen lassen. Und auch die Stadt Langenthal, dass sie beim Stadion Hard Zubringerdienst nicht gestattet. Beides ist, bei allem Respekt, sackschwach.







