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Kanton Aargau will Deutschförderung mit Priorität: Französisch frühestens ab 6. Klasse

  • Autorenbild: Kanton Aargau
    Kanton Aargau
  • vor 10 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Der Aargauer Regierungsrat beauftragt das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), ein Strategiepaket Sprachen zu erarbeiten und umzusetzen. Ziel ist es, die Deutschkompetenzen der Schülerinnen und Schüler früh und wirksam zu stärken. Der Französischunterricht soll in der 6. oder 7. Klasse starten und an der Realschule flexibilisiert werden.


Regierungsrat AG


Symbolbild KI-generiert Gemini.
Symbolbild KI-generiert Gemini.

Wiederholt haben Leistungsmessungen wie die Checks in der Nordwestschweiz, PISA oder zuletzt die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) gezeigt, dass die Aargauer Schülerinnen und Schüler in Deutsch beim Lesen, Hören und Schreiben ungenügende Kompetenzen erreichen. Der Trend zeigt nach unten. Mit einem Strategiepaket Sprachen will der Regierungsrat dieser Entwicklung gezielt entgegenwirken. Vor dem Schuleintritt, im Kindergarten und in der Primarschule steht der Erwerb von soliden Deutschkompetenzen im Zentrum, der Englischunterricht folgt wie bisher ab der 3. Klasse, Französisch soll auf die 6. oder 7. Klasse verschoben werden.


Integrationsklassen für fremdsprachige Schülerinnen und Schüler


Mit der Integrationsstrategie soll sichergestellt werden, dass möglichst alle fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler vor der Aufnahme in eine Regelklasse mit hoher Priorität Deutsch lernen. Um Qualität und Wirkung zu sichern, will der Kanton die entsprechenden Förderangebote steuern: Die Deutschförderung findet in Angeboten entweder vor Eintritt in eine Regelklasse statt, zum Beispiel in Integrationskursen, oder es wird ein Mindestumfang der Förderung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) vorgegeben. Dies in Abhängigkeit der entsprechenden Voraussetzungen der einzelnen Schulen. Ziel ist eine optimale Vorbereitung dieser Schülerinnen und Schüler und eine Entlastung der Regelklassen und ihrer Lehrpersonen.


Französisch später und intensiver


Die Fremdsprachenstrategie zielt darauf ab, den Französischunterricht zu verschieben und gleichzeitig zu stärken. Es werden zwei Varianten geprüft, entweder mit Start in der 6. oder 7. Klasse. Der Kanton Aargau bekennt sich zu den vereinbarten Grundkompetenzen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) in Französisch am Ende der Volksschule. Diese Ziele sollen mit einem späteren, dafür intensiveren Französischunterreicht erreicht werden. In der Realschule sollen Wahlmöglichkeiten für den Französischunterricht geschaffen werden, damit sich Schülerinnen und Schüler gezielt auf die gewählte Berufslehre vorbereiten können. Diese Stossrichtungen werden ebenfalls durch den Grossen Rat gestützt. Er hat in den letzten Jahren und Monaten entsprechende Postulate überwiesen. Die Umsetzung hat unter anderem Auswirkungen auf den Einsatz von Lehrmitteln und die Weiterbildung der Lehrpersonen.


Mehr Deutsch für alle


Im Zentrum der Deutschkompetenzstrategie steht die Stärkung der Deutschkompetenzen aller Lernenden an der Volksschule Aargau. Durch die Verschiebung des Französischunterrichts stehen in der Primarschule zusätzliche Lektionen zur Verfügung, sodass ein gezielter Schwerpunkt auf die Förderung der Deutschkompetenzen gelegt werden kann. Weiter wird das Profil des Deutschunterrichts geschärft: lesen, schreiben, üben – klar, konsequent und wirksam. Zudem hat der Regierungsrat das Departement BKS beauftragt, Massnahmen zu ergreifen, um auch die Eltern verstärkt in die Verantwortung zu ziehen, wie beispielsweise bei der Sprachentwicklung und dem sorgsamen Umgang mit digitalen Medien.


Frühe Sprachförderung


Bereits mit der Inkraftsetzung des neuen Volksschulgesetzes ab dem Schuljahr 2026/27 wird eine Massnahme zur Deutschförderung im Vorschulalter umgesetzt: Die Durchführung der Sprachstandserhebung eineinhalb Jahre vor Eintritt in den Kindergarten wird für alle Gemeinden des Kantons Aargau obligatorisch. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Schaffung von gezielten Förderangeboten in Spielgruppen und Kindertagesstätten für Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen, bevor sie in den Kindergarten eintreten.


Zu allen Teilen des Strategiepakets Sprachen werden Massnahmen ausgearbeitet und etappiert eingeführt.

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