Beben am Schweizer Automarkt: BYD wächst und Tesla stürzt auf Rang 20 ab
- Redaktion soaktuell.ch

- vor 1 Stunde
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Überall sieht man Autohäuser mit Ballonen und Fahnen dekoriert. Es ist die Zeit der "Tage der offenen Türen" mit vielen neuen Modellen und Rabatten. Doch der Schweizer Neuwagenmarkt tritt auch im April 2026 auf der Stelle. Doch hinter den miserablen Gesamtzahlen verbirgt sich eine tektonische Verschiebung: Während die etablierten deutschen Marken ihre Vormachtstellung verteidigen, schiesst der chinesische Gigant BYD in die Höhe und verdrängt den einstigen Elektro-Pionier Tesla auf die hinteren Plätze.

Die neusten Zahlen von auto-schweiz für den Monat April 2026 liegen vor und sie zeichnen das Bild eines Marktes im Umbruch. Mit insgesamt 18'618 neu immatrikulierten Personenwagen verharrt der Absatz fast punktgenau auf dem Niveau des Vorjahres (-0,2 %). Doch wer glaubt, in der Schweizer Autolandschaft herrsche Stillstand, der täuscht sich gewaltig.
BYD: Der kometenhafte Aufstieg
Die Schlagzeile des Monats gehört zweifellos BYD (Build Your Dreams). Mit 555 neu zugelassenen Fahrzeugen hat die chinesische Marke ein Wachstum von über 3'800 % im Vergleich zum Vorjahr hingelegt. Damit setzt sich BYD direkt auf Rang 12 der meistverkauften Marken in der Schweiz und klopft bereits lautstark an die Tür der Top 10.
Dank einer aggressiven Modelloffensive mit dem kompakten Dolphin, dem SUV Atto 3 und der sportlichen Limousine Seal scheint BYD den Nerv der Schweizer Käufer getroffen zu haben. Die hohe Lieferfähigkeit ist in Zeiten, in denen andere Hersteller noch immer mit Lieferketten kämpfen, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Und die Preise eben auch. Denn die Schweizerinnen und Schweizer sind extrem preissensibel geworden.
Das Tesla-Drama: Absturz auf Platz 20
Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Die grösste Überraschung liefert Tesla. Der US-Elektroauto-Pionier, der jahrelang die Zulassungsstatistiken bei den Steckerfahrzeugen anführte, ist im April 2026 regelrecht abgestürzt. Mit nur 261 Neuzulassungen reicht es gerade noch für Platz 20 in der Markenrangliste.
Branchenexperten führen dies auf mehrere Faktoren zurück: Ein Sättigungseffekt bei den Modellen 3 und Y, das Fehlen von echten Modellneuheiten und der massive Druck durch den VW-Konzern. Tesla verkaufte im April weniger als halb so viele Autos wie der neue Rivale BYD aus China. Auch eine Rolle scheint Präsident Trump zu spielen, der im Schweizer Markt eine regelrechte Abneigung gegen amerikanische Autos provoziert hat. Denn neben Tesla brach auch der Verkauf von Ford regelrecht ein.
VW-Gruppe bleibt das Mass aller Dinge
Unbeeindruckt von den Turbulenzen an der Elektro-Front bleibt der Volkswagen-Konzern der unangefochtene Herrscher auf Schweizer Strassen. Volkswagen (2'145 Einheiten) und Skoda (1'892 Einheiten) belegen die Plätze 1 und 2. Besonders Skoda profitiert von der hohen Nachfrage nach dem neuen Elroq, der sich anschickt, das beliebteste Elektroauto der Schweiz zu werden.
Auch die Premium-Hersteller BMW (Rang 3), Audi (Rang 4) und Mercedes-Benz (Rang 5) halten sich wacker, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr leichte Federn lassen mussten. Ein weiterer Gewinner des Monats ist Volvo: Die Schweden konnten dank des Erfolgsmodells EX30 ihren Absatz um über 12 % steigern und festigen ihren Platz in der Top 10.
Ausblick: Elektrifizierung trotz Stagnation
Trotz des stagnierenden Gesamtmarktes wächst der Anteil der elektrifizierten Antriebe (BEV und PHEV) weiter und liegt nun bei stolzen 37,5 %. Die Schweizer Autokäufer sind zwar vorsichtiger geworden, entscheiden sich aber bei einem Neukauf immer häufiger für den Stecker.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob BYD seinen Siegeszug fortsetzen kann oder ob die etablierten Marken mit neuen Rabattaktionen zurückschlagen.
Die Top 20 Marken-Rangliste: April 2026
Hier sind die offiziellen Neuzulassungen der Schweiz für den Monat April 2026 im Überblick:
Rang | Marke | Stückzahl | Trend/Veränderung |
1. | Volkswagen | 2'145 | +4,1 % |
2. | Skoda | 1'892 | +8,2 % |
3. | BMW | 1'648 | -7,5 % |
4. | Audi | 1'321 | -6,2 % |
5. | Mercedes-Benz | 1'284 | -6,2 % |
6. | Toyota | 1'056 | +2,8 % |
7. | Volvo | 942 | +12,4 % |
8. | Dacia | 785 | +3,1 % |
9. | Renault | 712 | +5,7 % |
10. | Hyundai | 688 | -4,3 % |
11. | Kia | 634 | stabil |
12. | BYD | 555 | +3'864 % |
13. | Seat / Cupra | 542 | leicht rückläufig |
14. | Ford | 518 | -9,2 % |
15. | Mazda | 441 | stabil |
16. | Peugeot | 416 | -5,5 % |
17. | Opel | 389 | -8,1 % |
18. | Suzuki | 358 | +1,2 % |
19. | Porsche | 337 | +4,5 % |
20. | Tesla | 261 | -62,4 % |









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