Bahnhofplatz Zofingen: Ökologischer Mehrwert wegen fünf Bäumen in Pflanzentrögen?
- Redaktion soaktuell.ch
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Der Bahnhofplatz erhält neue Bäume, um die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern und insbesondere in den Sommermonaten zusätzlichen Schatten zu schaffen. „Da im Untergrund umfangreiche Infrastrukturen vorhanden sind, werden fünf grosszügige Pflanzgefässe mit verschiedenen einheimischen Bäumen bepflanzt – Baumahorn, Blumenesche, Feldahorn, Flaumeiche und Zerreiche“, sagt der zuständige Stadtrat Robert Weishaupt.
soaktuell.ch / Stadt Zofingen

Die Bewässerung erfolgt automatisiert: Hierfür werden Schlitze in den Betonboden gefräst und Bewässerungsleitungen verlegt. Anschliessend werden die bestehenden Sitzbänke um die neuen Pflanzgefässe angeordnet.
Die Umsetzung ist vom 13. April bis Anfang Mai 2026 geplant. Sämtliche Zugänge bleiben während den Arbeiten gewährleistet.
Das Projekt wurde durch das Postulat von Gian Guyer vom 18. März 2024 betreffend „Begrünung des Bahnhofplatzes in Zofingen“ ausgelöst, welches der Einwohnerrat im November 2025 an den Stadtrat überwiesen hat. Das Förderprogramm des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel, Adapt+, beteiligt sich an den Projektkosten.
Öko-Alibi?
Dass Bäume in Trögen oft als „Öko-Alibi“ kritisiert werden, hat handfeste biologische Gründe: Ein Baum im Trog ist wie ein grosser Bonsai. Er kann sich nicht entfalten. Im Boden könnte ein Baum ein weit verzweigtes Netzwerk bilden, im Trog ist nach 2–3 Kubikmetern Schluss. Das stresst die Pflanze dauerhaft. Es gibt keinen Austausch mit dem Grundwasser oder nützlichen Bodenorganismen (Mykorrhiza-Pilze, Regenwürmer). Der Baum ist komplett von künstlicher Bewässerung und Düngung abhängig. Die Herstellung des Trogs (oft Beton oder Metall) und die regelmässige Pflege mit Bewässerungsfahrzeugen verursachen CO2. Es dauert oft Jahrzehnte, bis ein kleiner Trogbaum diesen „Rucksack“ durch seine eigene Photosynthese wieder wettgemacht hat. In Trögen heizt sich das Erdreich viel schneller auf als im tiefen Boden. Das führt zu „gekochten Wurzeln“ und lässt die Bäume oft frühzeitig absterben oder kümmern. Fakt ist jedoch: Selbst kleine oder mickrige Kronen verhindern, dass sich der Boden direkt unter ihnen extrem aufheizt. Zudem fühen sich Menschen in Gegenwart von Grün messbar wohler und weniger gestresst.
Historische Wetterstation
Die historische Wetterstation vor dem Bahnhof Zofingen ermöglicht einen Blick in die Vergangenheit. Sie wurde im Rahmen des Umbaus des Bahnhofplatzes restauriert.
Das Geburtsjahr der Wetterstation beim Bahnhof Zofingen ist unklar. Kurt Blum, der verstorbene Kenner der Stadtgeschichte, nannte das Jahr 1900. Es sei ein Geschenk der „Providentia“, eines einheimischen Service-Clubs gewesen.
Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Wetterstation immer wieder umgebaut, erneuert und restauriert. So wechselten auch die Instrumente. Eine Zeitlang zeichneten diese das Wetter über mehrere Tage auf. Dies ist heute nicht mehr der Fall.
Mit der Wetterstation kann man einen Blick in die Vergangenheit werfen und die damaligen Möglichkeiten, das Wetter zu messen, erahnen. So wurden beispielsweise im Zeitraum von 1901 bis 1930 am 10. Juli 1928 als Höchsttemperatur 34°C und am 12. November 1929 als Tiefsttemperatur -31°C gemessen. Die Messungen erlaubten nebst den Aufzeichnungen auch erste kurzfristige Wettervorhersagen.
Im Rahmen des Umbaus des Bahnhofplatzes wurde die historische Wetterstation 2024 vollständig restauriert und wo nötig erneuert. Die Arbeiten wurde von lokalen und auswärtigen Betrieben fachmännisch umgesetzt und mit einem namhaften Beitrag der Fachstelle des Swisslos-Fonds des Kantons Aargau unterstützt.
