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2-Jahres-Vergleich: Massiver Preisanstieg bei Butter, Zucker und Fisch

Laut dem Comparis-Konsumentenpreisindex haben sich im November 2023 die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent erhöht. Gegenüber Oktober 2023 sind die Preise um 0,8 Prozent gesunken. Obwohl sich die Nahrungsmittelpreise um 0,6 Prozent vergünstigt haben, spüren die Konsumentinnen und Konsumenten im 2-Jahres-Vergleich die Preissteigerungen bei den Lebensmitteln besonders stark. Diese sind 7,7 Prozent teurer geworden. Besonders stark zugelegt haben die Preise von Butter, Zucker, Fischen und Meeresfrüchten.




Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH misst die gefühlte Inflation der Konsumentinnen und Konsumenten. Dazu wird ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern wie zum Beispiel Lebensmitteln, Medikamenten oder Kleidung betrachtet. Die Teuerungsrate wird damit um Mieten oder andere dauerhafte Güter bereinigt.


Laut dem Comparis-Konsumentenpreisindex sind im November 2023 die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent gestiegen. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg um 1,4 Prozent.


Inflationsrate gegenüber Vormonat gefallen

Gegenüber Oktober 2023 sind die Preise im Schweizer Comparis-Warenkorb gesunken, nämlich um 0,8 Prozent (LIK: minus 0,2 Prozent). Im Monat zuvor waren die Kosten für Alltagsgüter hingegen um 0,2 Prozent gestiegen (LIK: plus 0,1 Prozent).


Überdurchschnittliche Preisanstiege bei den Lebensmitteln im 2-Jahres-Vergleich

Obwohl die Nahrungsmittelpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent gefallen sind, haben sie sich im 2-Jahres-Vergleich überdurchschnittlich verteuert. Während der LIK in diesem Zeitraum nur um 4,4 Prozent zugelegt hat, sind die Lebensmittelpreise um 7,7 Prozent gestiegen. Zu den Produkten, die sich sogar um mehr als 10 Prozent verteuert haben, zählen: Butter (plus 14,7 Prozent), Zucker (plus 13,7 Prozent), Fische und Meeresfrüchte (plus 11,3 Prozent), Brot, Mehl und Getreideprodukte (plus 11,0 Prozent), Milch, Käse, Eier (plus 10,8 Prozent*) sowie Margarine, Speisefette und -öle (plus 10,5 Prozent). «In der täglichen Wahrnehmung spielen Lebensmittel eine zentrale Rolle. Überdurchschnittliche Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln fressen sich sofort ins Portemonnaie», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.


Stärkster Preisanstieg gegenüber Vormonat

Im vergangenen Monat haben sich verschiedene Produkte verteuert. Am stärksten sind die Preise für Zucker gestiegen, um 3,7 Prozent (Oktober: minus 3,2 Prozent).


Konsumierende müssen auch mehr Geld für Likör und Apéro-Getränke (Detailhandel) bezahlen – die Preise sind im November um 3,1 Prozent gestiegen (Oktober: minus 1,2 Prozent).


Weiter unter den Top 5 der am stärksten verteuerten Güter sind Sportbekleidung (plus 2,5 Prozent), Sonstige Druckprodukte (plus 2,5 Prozent) sowie Herrenschuhe (plus 1,9 Prozent).


Stärkste Preisrückgänge im Vergleich zum Vormonat

Im November sind einige Produkte günstiger geworden. So bezahlten Konsumentinnen und Konsumenten etwa für Schaumwein (Detailhandel) 9,2 Prozent weniger als noch im Oktober. Auch Hotellerie wurde günstiger, nämlich um 5,6 Prozent.


Weiter sanken die Preise für Margarine, Speisefette und -öle (minus 4,6 Prozent), Konfitüren und Bienenhonig (minus 4,3 Prozent) sowie Spiel- und Hobbywaren (minus 4 Prozent).


Schweiz liegt bei Teuerung im europäischen Vergleich weit hinten

Der Blick über die Landesgrenze hinaus zeigt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat war die Teuerung in der Schweiz tiefer als in der Eurozone. Gemäss Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, sind die Preise in diesem Zeitraum in den Euroländern um 2,4 Prozent gestiegen. Im November lag die Inflationsrate bei minus 0,5 Prozent.


Haushalte in der tiefsten Einkommensklasse spüren die Inflation am meisten

Betrachtet man das Einkommen, hat sich das Leben im Vergleich zum Vorjahr für die tiefste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Konsumentenpreisindex ist für diese Klasse um 1,8 Prozent gestiegen. Im November lag die Teuerung bei minus 0,6 Prozent.


Am schwächsten von der Teuerung betroffen war die mittlere bis hohe Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 1,5 Prozent gestiegen. Im vergangenen Monat wurde der Konsum für die mittlere bis hohe Einkommensklasse um 0,8 Prozent günstiger.


Höchste Teuerung in der deutschen und rätoromanischen Schweiz

Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die Deutschschweiz und die rätoromanische Schweiz verzeichneten mit plus 1,7 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Im November sank das Preisniveau gegenüber Oktober um 0,8 Prozent.

Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienische Schweiz mit plus 1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wurde dort das Leben im November um 0,8 Prozent günstiger.


Comparis-Konsumentenpreisindex

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK umfasst 12 Hauptkategorien, darunter auch langfristige Investitionen und Wohnungsmieten. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.


Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH bildet die gefühlte Inflation ab, indem er die LIK-Daten um Mieten und dauerhafte Güter wie Personenwagen und Möbel bereinigt. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter wird ein geglätteter 20-Jahre-Preisvergleich berechnet sowie eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen angestellt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen vom LIK/BFS.

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