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Teuerung trifft nun auch Haustiere

Die Preise für Alltagsgüter sind im Juni 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent gestiegen. Gegenüber Mai 2023 hat sich die Teuerung aber leicht abgeschwächt. Das zeigt der Comparis-Konsumentenpreisindex.


comparis.ch AG

Gefallene Treibstoffpreise tragen zur Abschwächung bei, während die Kosten für Nahrungsmittel und Pauschalreisen weiter hoch bleiben. Aber auch Heimtierartikel und tierärztliche Leistungen für Heimtiere sind deutlich teurer als noch vor einem Jahr. «Für das Wohl ihrer geliebten Vierbeiner müssen Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer nun tiefer ins Portemonnaie greifen», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. «Nicht nur die Preise für Futtermittel sind teurer geworden, sondern auch der Tierarztbesuch.»


Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH misst die gefühlte Inflation der Konsumentinnen und Konsumenten. Dazu wird ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern wie zum Beispiel Lebensmitteln, Medikamenten oder Kleidung betrachtet. Die Teuerungsrate wird damit um Mieten oder andere dauerhafte Güter bereinigt.


Laut dem Comparis-Konsumentenpreisindex sind im Juni 2023 die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent gestiegen. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg um 1,7 Prozent.


Preise gegenüber Vormonat gestiegen

Gegenüber Mai 2023 sind die Preise im Schweizer Comparis-Warenkorb gestiegen, nämlich um 0,3 Prozent (LIK: plus 0,1 Prozent) und somit leicht weniger als noch von April auf Mai 2023. In diesem Zeitraum waren die Kosten für Alltagsgüter um 0,4 Prozent gestiegen (LIK: plus 0,3 Prozent).


Stärkster Preisanstieg gegenüber Vormonat

Im vergangenen Monat haben sich verschiedene Produkte verteuert. Am stärksten sind die Preise für Sonstige Dienstleistungen für Individualverkehr gestiegen, um 8,2 Prozent (Mai: plus 1,0 Prozent).


Konsumierende müssen auch mehr Geld für Früchte, Gemüse, Kartoffeln und Pilze bezahlen – die Preise sind im Juni um 3,9 Prozent gestiegen (Mai: plus 3,8 Prozent).


Weiter unter den Top 5 der am stärksten verteuerten Güter sind Parahotellerie (plus 2,8 Prozent), Speiseeis (plus 2,3 Prozent) sowie Tee (Detailhandel) (plus 1,9 Prozent).

Heimtierartikel und tierärztliche Leistungen deutlich teurer gegenüber dem Vorjahr

Die Preise für Heimtierartikel haben sich in den letzten 12 Monaten um 6 Prozent und bei tierärztlichen Leistungen um 3,6 Prozent erhöht. «Die markante Preissteigerung bei Heimtierartikeln liegt an den höheren Herstellungskosten aufgrund gestiegener Rohstoffpreise, Energie- und Transportkosten», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. «Trotz gestiegener Preise ist die Nachfrage nach Futtermitteln ungebrochen und die Anbieter scheinen besonders leichtes Spiel bei Preiserhöhungen zu haben», so Renkert weiter.


Stärkste Preisrückgänge im Vergleich zum Vormonat

Im Juni sind einige Produkte günstiger geworden. So bezahlten Konsumierende etwa für Luftverkehr 4,9 Prozent weniger als noch im Mai. Auch Margarine, Speisefette und -öle sind günstiger geworden, nämlich um 3,8 Prozent.


Weiter sind die Preise für Kinderbekleidung gesunken (minus 3,6 Prozent), Zucker (minus 3,5 Prozent) sowie Natürliche Mineralwasser (minus 2,8 Prozent).


Schweiz liegt bei Teuerung im europäischen Vergleich weit hinten

Der Blick über die Landesgrenze hinaus zeigt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat war die Teuerung in der Schweiz tiefer als in der Eurozone. Gemäss Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, sind die Preise in diesem Zeitraum in den Euroländern um 5,5 Prozent gestiegen (gesamte EU: plus 7,1 Prozent). Im Juni lag die Inflationsrate bei 0,3 Prozent (gesamte EU: 0 Prozent).


Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten ab 65 Jahren

Die höchste Teuerung erlebten in den letzten 12 Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Sie fühlen aktuell eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Auch im Juni wurde für sie das Leben verglichen mit dem Vormonat noch einmal teurer, um 0,2 Prozent.


Rein rechnerisch spüren nach Haushaltstyp Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren prozentual am wenigsten. Mit einem Indexstand von 107,8 hat die gefühlte Teuerung bei ihnen in den letzten 12 Monaten 1,2 Prozent betragen.


Haushalte in der höchsten Einkommensklasse spüren die Inflation am meisten

Betrachtet man das Einkommen, hat sich das Leben im Vergleich zum Vorjahr für die höchste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Konsumentenpreisindex ist für diese Klasse um 1,7 Prozent gestiegen. Im Juni lag die Teuerung bei plus 0,4 Prozent.


Am schwächsten von der Teuerung betroffen war die mittlere bis hohe Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 1,3 Prozent gestiegen. Im vergangenen Monat wurde der Konsum für die mittlere bis hohe Einkommensklasse um 0,4 Prozent teurer.


Niedrigste Teuerung in der italienischen Schweiz

Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienische Schweiz mit plus 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wurde dort das Leben im Juni um 0,5 Prozent teurer.


Die deutsche und die rätoromanische Schweiz verzeichneten mit plus 1,6 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Im Juni stieg das Preisniveau um 0,3 Prozent.


Comparis-Konsumentenpreisindex

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK umfasst 12 Hauptkategorien, darunter auch langfristige Investitionen und Wohnungsmieten. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.

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